Colmar & Van Orton: Pop-Art zum Anziehen

Interview
Alexander Morath

Fotos
Colmar

Ist das Kunst oder darf man das anziehen? Für die kommende Skisaison hat Colmar gemeinsam mit den Zwillingen Marco und Stefano Schiavon von Van Orton Design eine limitierte Modekollektion aufgelegt, die der monochromen Winterlandschaft mit einem bunten Look im Pop-Art-Stil erfrischend selbstbewusst begegnet. Sozusagen funktionale High-End-Textilien als Leinwandersatz für stilprägende Kunst. Woher die Inspiration für derartige Designs stammt und wie man sich so eine Arbeitsteilung unter Zwillingen denn überhaupt vorzustellen hat, das haben wir die Jungs von Van Orton dann einfach mal selbst gefragt.

Mit euren Werken stellt ihr euch in gewisser Hinsicht in die Tradition eines Roy Lichtensteins oder Andy Warhols. Pop-Art 2.0, wenn man so will. Lässt sich euer Stil in einem Satz auf den Punkt bringen?
Man könnte unseren Stil als Pop-Gothic bezeichnen, da er zum einen vielfach an die Bleiglasfenster gotischer Kirchen erinnert und zum anderen den Filmen unserer Kindheit mit einem entschieden POPulären Ansatz Tribut zollt.

Wann seid ihr das erste Mal mit Pop-Art in Berührung gekommen, habt ihr vielleicht sogar Vorbilder, an denen Ihr euch orientiert?
Als wir im Kunstunterricht an der Highschool das Thema Pop-Art behandelten, übten die Werke von Roy Lichtenstein auf Anhieb eine große Faszination auf uns aus. Lichtenstein verfolgt einen absolut grafischen Ansatz, der das Auge unvermittelt in seinen Bann zieht. Ich (Marco, Anm. d. Red.) schrieb dann später auch meine Thesis über Roy Lichtenstein. Bis heute sind seine Werke eine große Inspiration für unsere Arbeit.

Ihr seid Zwillinge, teilt euch also mehr als nur den Familiennamen. Eine Gemeinsamkeit ist offensichtlich: die Faszination für die Achtzigerjahre. Warum ausgerechnet diese Zeit?
Die visuelle Ästhetik dieser Ära ist einfach einzigartig. Bereits als Kind hat uns das Verpackungsdesign der Spielwaren total fasziniert und, wenn auch eher unbewusst, inspiriert. Die ästhetische Aufmachung, dazu die markanten Schriftarten – diese Dinge sind einfach unglaublich. Auch heute kaufen wir uns manchmal noch altes Spielzeug über Ebay, nur um zusehen, ob sie uns noch immer inspirieren – und in der Tat, sie tun es!

… und dann sind da noch die ikonischen Filme aus dieser Zeit wie etwa
»Zurück in die Zukunft«, »Gremlins« oder »The Shining«:
Absolut. Die erwähnten Filme sind gewissermaßen ein Teil von uns – und damit automatisch auch von unserer Kunst. Wir sind mit ihnen groß geworden. Unsere absoluten Lieblingsfilme sind übrigens »Blade Runner« und »The Goonies«.

Wie muss man sich eure Arbeitsweise vorstellen, gibt es da eine Art Arbeitsteilung?
Am Anfang gab es noch keine Arbeitsteilung, erst im Laufe der Zeit hat sich jeder von uns auf ein Gebiet spezialisiert. Ich (Marco, Anm. d. Red.) bin für den Aufbau des Designs und die Struktur der schwarzen Linien verantwortlich. Stefano kümmert sich dann um die Kolorierung, um die Dynamik und Tiefe.

Und jetzt macht ihr auch Mode. Für Colmar habt ihr das Design für eine exklusive Sonderkollektion entworfen. Wie war diese Erfahrung für euch?
Es war eine großartige Zusammenarbeit. Nicht nur, weil wir eine wunderbare Zeit mit Colmar hatten. Sondern auch, weil wir in unserem kreativen Schaffensprozess mit neuen Methoden experimentieren konnten. Normalerweise entwickeln wir unsere Designs ja auf einem weißen Blatt Papier, in diesem Fall allerdings galt es den Aufbau und die Struktur der Textilien zu berücksichtigen. Wir mussten das Design für jeden einzelnen Abschnitt des Kleidungsstücks durchdenken. Das hat richtig Spaß gemacht und das Resultat kann sich dann auch sehen.

Was war die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung war es, eine einheitlich Designlinie für die gesamte Kapsel-Kollektion zu entwickeln, also sowohl für die Fleece-Jacken, als auch für die T-Shirts. Angefangen haben wir mit einer Neuinterpretation des Berges. Von dieser Basis aus haben wir dann eine Serie an grafischen Motiven entwickelt, die wir für die verschiedenen Kleidungsstücke adaptiert haben. Skier für die Fleece-Jacken und das ikonische Schild mit dem Claim »in case of snow« für die T-Shirts. Eine Herausforderung, die wir gerne angenommen haben.

Die Kapsel-Kollektion ist ab Oktober in ausgewählten Stores erhältlich.

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