Lagonda Vision Concept: die Auferstehung

Text
Helmut Werb

Fotos
Aston Martin

Aston Martin überraschte auf dem Genfer Salon nicht nur mit einem aufsehenerregenden Konzept eines Viertürers. Vielmehr soll der Name Lagonda demnächst als eigenständige Marke für E-Fahrzeuge stehen.

Es gab ihn schon mal. Ein paar Mal, um genau zu sein. Zwischen den Jahren 1974 und 1990 baute Aston Martin eine viertürige Luxuslimousine, genannt Lagonda. Sechshundertfünfundvierzig Stück verließen offiziell Astons damalige Fabrik in Newport Pagnell. Davor gab’s noch den Lagonda Rapide im Jahr 1961, der die Tradition des Lagonda Namens für Aston Martin wieder ins Leben gerufen hatte, jener Marke, die – gegründet 1906 von einem Opernsänger namens Wilbur Gunn – 1947 von Aston Martin aufgekauft worden war.

Jetzt wird es ihn wieder geben, den Aston Martin Lagonda. Auf dem Genfer Autosalon wurde der Prototyp des viertürigen Astons vorgestellt. Und die Version des Lagonda Vision ist so futuristisch wie sein Vorgänger, den das US Magazin Forbes unter die »50 hässlichsten Autos der Geschichte« gekürt hatte.

In der Tat, jahrzehntelang konnte man über die Schönheit des »folded paper«- Design von William Towns gut streiten. Unbestritten jedoch bleibt die Tatsache, dass der Lagonda aus den Siebzigern der damals monetär notleidenden Marke Aston Martin das finanzielle Überleben sicherte. Das funktionierte so prima, weil die Lagondas gleich nach der Vorstellung ausverkauft waren.

Sei dem wie ihm wolle. Der neue Lagonda Vision in tiefst hochpoliertem Schwarz ließ auf dem Aston-Stand einige Augenbrauen in die Höhe schnellen, als die Jungs aus Gaydon verlauten ließen, dass die Wiedergeburt des Lagonda nicht nur ein aufsehenerregendes Automodell ist, das gebaut werden wird oder auch nicht. Viel mehr soll sich Lagonda als eigenständige Untermarke auf elektrische Automobile spezialisieren und sich – mit eigenem Logo, unabhängigem Design und möglicherweise gar separaten Produktionsstätten – in die Corporate Structure einreihen.

Das könnte spannend werden. So wie der neue Lagonda aussieht, wird er sicherlich kein schüchternes Derivat der Mutter Aston M. werden. Die Front der riesigen Limousine geht nahtlos in die A-Säule über und reicht in einem atemberaubenden Schwung ohne stilistische Unterbrechung bis zum kurzen überhängenden Heck. Die Türen öffnen sich ohne B-Säule, ein Teil des Daches hebt sich, um das Einsteigen in das riesiges Interieur zu ermöglichen. Die Vordersitze sind 360-Grad drehbar, die Rücksitze erinnern ein wenig an Massagesessel eines thailändischen Spas, das Lenkrad des vollelektrischen und auf autonomes Fahren konzipierten Lagonda ist nur angedeutet.

»Unser Konzept zeigt die Möglichkeiten auf, die wir haben, wenn wir nicht mehr länger Platz für ein riesiges Antriebsaggregat brauchen,« sagt Astons Chief Creative Officer Marek Reichman. »Die Batterien sind im Fahrzeugboden untergebracht. Alles, was darüberliegt, ist Platz für uns.«

Wie nahe der Lagonda Vision an einem Produktionsmodell liegen wird, bleibt abzuwarten. Da die Boys aus Gaydon noch nie vor spektakulärem Design zurückscheuten, wird er möglicherweise dem Concept Car stilistisch nahe kommen. Aufs Geld wird’s dabei nicht ankommen, die Klientel von Aston Martin hatte schon immer tiefe Taschen. Der Vorgänger des Lagonda Vision galt bei seiner Markteinführung als einer der drei teuersten Automobile der Welt.

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