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Porsche 911 GT2 RS: Der Rekord-Macher

Text
Horst von Saurma

Fotos
Michael Haegele

Auch ohne einen Rundenrekord gebrochen zu haben, lässt sich konstatieren: Persönliche Bestzeiten sind das Mindeste, was man mit dem neuen Porsche 911 GT2 RS erreichen kann.

Was soll man im Nachklapp auch anders sagen, als das er unglaublich schnell ist, eine sagenhafte Straßenlage hat und seine Bremsleistung alles Bisherige in den Schatten stellt. Ich hätte ihn auf dem portugiesischen Racetrack Portimao anlässlich seiner Präsentation also gar nicht fahren brauchen, um diese drei Feststellungen als voll zutreffend zu bestätigen. Der Rundenrekord, den Porsche-Werksfahrer Lars Kern Anfang Oktober auf der Nordschleife des Nürburgrings mit dem neuen 911 GT2 RS aufgestellt hat – 6.47 Minuten -, war dafür schon Bestätigung genug.

700 PS, eine Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h und dramatische Verzögerungsleistungen, die Bremswege aus 100 km/h von deutlich unter 30 Metern erlauben – das sind die groben Eckwerte einer Fahrmaschine, wie sie konsequenter und zielorientierter nicht gebaut werden kann.

Nach 2,8 Sekunden soll die 100er-Marke gerissen sein und nach nur 8,3 Sekunden ist die 200 km/h-Marke passé.

Bewegten sich schon die drei Vorgängermodelle an der Grenze zur Übermotorisierung, so fällt auch einem versierten Kenner der Materie kein Zacken aus der Krone, wenn er schon nach dem ersten Fahreindruck ins Sprachlose verfällt. Der 3,8 Liter große Sechszylinder-Biturbo schiebt den Hecktriebler unter konstruktiver Beihilfe des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes so granatenmäßig vorwärts, das einem infolge dieser als geradezu ungeheuerlich empfundenen Schiebung auch noch die Spucke wegbleibt. Nach 2,8 Sekunden soll die 100er-Marke gerissen sein und nach nur 8,3 Sekunden ist die 200 km/h-Marke passé. Wie die Ring-Zeit von unter sieben Minuten ausweist, ist hier ein Renngerät im Leichtbau-Dress unterwegs, das quasi notdürftig für den öffentlichen Straßenverkehr adaptiert wurde. Bei der unerlässlichen Schlankheitskur, die ein fahrfertiges Gewicht von 1470 Kilogramm zeitigt, ging es um Einsparungen im niedrigen Gramm-Bereich. Nur ein Beispiel von vielen: Das unterm Sitz herausgeschnittene Teppichstück – »Sieht ja keiner« – brachte 200 Gramm Erleichterung – ein Bruchteil dessen, was der Fahrer an Flüssigkeiten nachfassen muss, wenn er nur ein paar Runden am Steuer hinter »Zieh«-Vater Walter Röhrl verbracht hat.

700 PS, eine Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h und dramatische Verzögerungsleistungen, die Bremswege aus 100 km/h von deutlich unter 30 Metern erlauben.

Beim unerfahrenen Begleiter ist es reiner Angstschweiß, der die Appretur verdirbt. Aber selbst versierte Grenzbereich-Erforscher tun sich schwer, bei den fantastischen Querdynamik-Exzessen des gleichfalls mit Hinterachslenkung antretenden GT2 RS cool zu bleiben. Der serienmäßig selbstverständlich auf UHP-Reifen der neuesten Generation rollende Top-Sportler ist ungeachtet seiner rennsportlichen Qualitäten auch im Umfeld der öffentlichen Straße umgänglich genug, sodass ihm die Sympathien erst auf langen, ermüdenden Etappen etwas abhanden kommen. Ein Leisetreter ist der von jeglichen Elastokinematik-Elementen befreite Top-Sportler erwartungsgemäß nicht.

Und der Sound des Biturbo – ja, der hat es allen Beteiligten erst recht angetan: ein Rauschen, Zischen, Pfeifen, Fauchen, Blubbern und Grollen, dass einem Angst und Bange werden könnte, wenn man nicht wüsste, dass es die erhabensten Töne sind, die einem aufgeladenen Verbrenner entlockt werden können. Wenn man dann noch in einen Spiegel schauen und die Kats in den Endrohren hellrot glühen sehen könnte, dann würde das Fass der Begeisterung endgültig überlaufen. Aber das sehen ja nur die Verfolger, wenn auch nur für einen ganz kurzen Moment.

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