Douglas Adams: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Rebellen, Idealisten und Visionäre haben jetzt mal wieder einen deutlichen Vorteil. Denn sie kennen keine Regeln. Wenn es also um die Frage aller Fragen, die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, geht, nähern sie sich der Sache deutlich zielsicherer als der Rest. So wie Douglas Adams. Heute wäre der britische Schriftsteller 70 Jahre alt geworden.
Text Michael Köckritz
Photo Helge Jepsen

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Adams Romane spielen meist in absurden, fremdartigen Welten, aber erstaunlicherweise unterscheidet sich hier nichts vom alltäglichen Wahnsinn in unserer realen Welt. Vermeintlich sinnvolle Motive und vermeintlich gesicherte Ansichten implodieren in einer höchst unterhaltsamen Kettenreaktion.

»Das Leben, das Universum und der ganze Rest« ist der Titel eines Buches, der dritte Band einer wunderbaren, vergnügt-sarkastisch-verrückten vierbändigen Science-Fiction-Trilogie in fünf Teilen, geschrieben von einem britischen Schriftsteller namens Douglas Adams, einem großartigen Mann, dessen Geschichten nicht nur von einem funkelnden Intellekt und philosophischer Einsicht leben, sondern auch immer mit dem Herzen eines großen Kindes erzählt werden.
Adams Romane spielen meist in absurden, fremdartigen Welten, aber erstaunlicherweise unterscheidet sich hier nichts vom alltäglichen Wahnsinn in unserer realen Welt.

Die verschiedenen Aspekte des Lebens werden parodiert, fröhlich ins Groteske und Absurde verzerrt und aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel betrachtet. Vermeintlich sinnvolle Motive und vermeintlich gesicherte Ansichten implodieren in einer höchst unterhaltsamen Kettenreaktion. Ich erinnere mich einmal gelesen zu haben, Adams Bücher würden diese kindliche Verrücktheit mit sich herumtragen, inklusive aller Freuden und Gefahren, und allen voran »Per Anhalter durch die Galaxis«, der legendäre erste Band, sei bis zum Rand voll von dieser einzigartigen Energie, bescheuert, schräg, subversiv, kratzbürstig und rotzfrech, und dabei seien diese Bücher auch noch geistreich, bilderstürmerisch, gottlos, schonungslos, sanftmütig, witzig und surreal, aber vor allem würden sie sich immer trauen, einfach herrlich albern zu sein. Durch und durch und wild albern!

»The idea for the title first cropped up, while I was lying drunk in a field in Innsbruck, Austria, in 1971. Not particularly drunk, just the sort of drunk you get when you have a couple of stiff Gössers after not having eaten for two days straight.«

Douglas Adams

Stimmt. Genau so ist es. Und genau deshalb sind Adams Bücher und Geschichten einfach cool. Cool im besten Sinne. Coolness als übermütig-albern praktizierter Warmherz-Realismus. Liegt jetzt nicht gerade auf der üblichen Steve-McQueen-Ich-bin-der-King-of-Cool-und-zieh-mein-Ding-durch-Coolness-Linie, macht aber mindestens so viel Laune und ist tatsächlich sehr viel anregender. Bereits nach zwei bis drei Seiten ist man ziemlich vergnügt unterwegs.
Die Idee zu »Per Anhalter durch die Galaxis« kam dem 2001 unerwartet beim Fitnesstraining verstorbenen Adams, als er nach einem Kneipenbesuch in Innsbruck angetrunken auf einem Acker lag und in die Sterne schaute. Er selbst beschrieb dieses Ereignis so: »The idea for the title first cropped up, while I was lying drunk in a field in Innsbruck, Austria, in 1971. Not particularly drunk, just the sort of drunk you get when you have a couple of stiff Gössers after not having eaten for two days straight.«

Die Handlung von »Das Leben, das Universum und der ganze Rest« schließt sich unmittelbar an den zweiten Teil des Anhalters, »Das Restaurant am Ende des Universums« an. Arthur Dent, der Held der Reihe, ist betrübt darüber, dass ein galaktischer Bautrupp die Erde gesprengt hat. In Wirklichkeit war die Welt nämlich ein gigantischer Supercomputer, vor Jahrmillionen konstruiert, um ein wichtiges Problem zu lösen, nämlich die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Dieses Supercomputer-Experiment stand unmittelbar vor dem Abschluss, als die Vogonen die Erde kurzerhand und etwas schlecht gelaunt pulverisierten, weil sie einer geplanten Hyperraum-Umgehungsstraße im Weg war. Arthur Dent entspannt sich derweil im Restaurant am Ende des Universums, wo man sich regelmäßig trifft, um den Untergang des Kosmos in lockerer Atmosphäre angemessen zu feiern. Alles klar?

Liste rasch noch ein paar weitere, unheimlich wichtige Dinge, die man besser wissen sollte, wenn man mal gerade per Anhalter in der Galaxis interstellar unterwegs sein sollte: Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste überhaupt, was man auf solchen Reisen so mit sich führen kann, weil man es zum Sonnenbaden und Wärmen braucht. Zudem flößt es Respekt ein: »Der Nicht-Anhalter wird denken, dass mit jemandem, der sich gegen alle Widerstände quer durch die Galaxis durchgeschlagen hat und sein Handtuch immer noch bei sich trägt, nicht zu spaßen ist.«

Jedes Jahr am 25. Mai holen deshalb auch die Douglas-Adams-Fans brav ihre Handtücher hervor und schleppen sie in Gedenken an ihren Lieblingsautor mit sich herum. Wahlweise kann man die Handtücher auch an ungewöhnlichen Stellen aufhängen, fotografieren und in den Weiten des Internets veröffentlichen.

Und dann gibt es natürlich die »Herz aus Gold«, das erste Raumschiff im Universum, das durch den unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive angetrieben wird. Damit machte es, Autowelt aufgepasst, die älteren Antriebssysteme überflüssig, und dieser größte existierende Supercomputer hieß übrigens »Deep Thought« und die mit Sicherheit absolut korrekte Antwort auf die Frage aller Fragen lautete nach einer Rechenzeit von 7,5 Millionen Jahren kurz und knapp »42«, was dann aber auch niemanden wirklich weiterbrachte, weil man nämlich dummerweise vergessen hatte, wie die Frage eigentlich genau gelautet hatte. So viel zur beständigen Suche nach dem Sinn des Lebens.


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