facebook_pixel

Feinkost aus Fernost: der Genesis G70

Text
Jo Clahsen

Fotos
Genesis

Wäre, hätte, Steuerkette. Wäre Genesis – die Edelschmiede von Hyundai – schon auf dem europäischen Markt vertreten, hätten die Koreaner auch ihr neuestes Modell auf der IAA zeigen können. Haben sie aber nicht. Ähnlich haben sich die Japaner von Nissan verhalten: IAA geschwänzt, neues Elektromodell Leaf II in Tokio präsentiert. Aber jetzt erstmal von vorn’.

Genesis hat seine neue Mittelklasse-Limousine G70 in Seoul der Öffentlichkeit präsentiert. Und sie müssen sich keinesfalls verstecken. Know-how ist reichlich bei der Mutter Hyundai vorhanden, die sich permanent weiter entwickelt und unlängst mit dem i30 N einen Sportwagen auf die Rampe stellte, der auf der Nordschleife (deshalb das N) abgestimmt wurde und das 24-Stunden Rennen erfolgreich absolvierte. Entwickler dieses kompakten Sportlers ist ein ehemaliger BMW M-Manager, Alfred Biermenn,

Der Genesis G70 war bereits auf der New Yorker Autoshow 2016 als Konzeptfahrzeug zu sehen. Am 15. September 2017 stand die endgültige Version parat. Lange Haube, kurze Überhänge, beeindruckender Kühler. Passt mithin gut in die europäische Autowelt.

Auch das Design im Inneren zeugt von Kompetenz und gutem Geschmack. Rautensteppung auf den Sitzen, eine ausdrucksstarke Mittelkonsole, viel Hightech bei Navigation und Entertainment , sind von der Wertigkeit her top. Die Mittelklasse-Limousine steht in Korea bereits jetzt zum Verkauf, nachdem sie im Entwicklungsstandort Namyang auf dem Podest stand.

Europa muss sich allerdings noch ein wenig gedulden: Mit G80 und G90 verfügt die Marke Genesis erst über insgesamt drei Modelle. Das ist zu wenig, um in Europa gegen die harte Konkurrenz anzutreten.

Aktuell wird der G70 mit drei Motoren angeboten: ein 4-Zylinder Benziner mit 252, ein 6-Zylinder mit Turbo und 360 PS. Sowie ein 2-Liter Diesel mit 202 PS. Die drei verfügen über 360, 520 und 450 Newtonmeter, was sich im europäischen Konzert mit 3er BMW, Audis A4 und Mercedes C-Klasse durchaus sehen lassen kann.

Im Hintergrund arbeiten die Koreaner noch an SUVs, die das Portfolio bis Ende 2019 abrunden sollen. Denn frühestens dann wird Genesis auch Europa in sein Vermarktungskonzept einbeziehen. Da kann die Mutter Hyundai sicher einige Tipps und Tricks verraten, wie sich ein Markenimage aufbauen lässt.

Trotz der Zugehörigkeit zu Hyundai wird Genesis beim Vertrieb und Verkauf eigene Wege gehen. Nicht noch mehr Paläste aus Glas, Holz und Stahl sollen entstehen, sondern Markenshops, die wie bei Apple und Konsorten als Flaggschiffe die Marke präsentieren. Reparatur, Probefahrten und dergleichen werden dann außerhalb der Stadtzentren wahrgenommen.

Hybride oder rein elektrische Versionen dauern noch etwas länger. Etwa um die Jahreswende 2020/21 sollen die Genesis dann auch für Nachhaltigkeit und E-Mobility bereit sein. Bei der Mutter Hyundai sind sowohl Hybride als auch rein elektrische Fahrzeuge (Ioniq) bereits erfolgreich im Einsatz. Hört sich nicht nach wäre oder hätte an, sondern nach klarer Mission Genesis.

Busy working on the new ramp issue Verstanden

Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close