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Fünf Jaguar D-Type treffen in England aufeinander

Text
Matthias Mederer

Fotos
Jaguar Press

Im Jahr 1957 dominierten sie die 24 Stunden von Le Mans mit den Plätzen 1, 2 und 3. Jetzt trafen die drei Jaguar D-Type Siegerfahrzeuge in England auf zwei weitere Veteranen aus diesem legendären Rennen vor 60 Jahren. Diesmal über 48 Stunden.  

»Ich fuhr Rad an Rad mit Karl Kling von Mercedes, und ich habe ihn überholt«

Beschleunigung und Stillstand, das sind die Gegenpole der Moderne, die Technik wird dabei zur Metapher. Und die Zeit? Sie ist und bleibt der alles reglementierende Faktor. Im Rennsport, genau wie im Leben selbst. Das wird umso deutlicher, wenn Zeitzeugen aufeinander treffen. Wie jetzt in London. Eine Zwei-Tagestour von Jaguar Classic in Coventry über Silverstone, das Williams F1 Headquarter, den Royal Automobil Club (RAC), Brooklands bis zum Hampton Court Concours. Diese Orte lieferten den entsprechenden Rahmen für drei Jaguar D-Type, die im Jahr 1957 in Le Mans gefahren sind und einen Dreifach-Sieg einfuhren. Der D-Type mit der Nummer 3 siegte vor Nummer 15 und Nummer 17. Dieser Dreifach-Sieg bildete zudem den krönenden Höhepunkt einer Erfolgsserie, wie sie in der Geschichte von Le Mans selten ist, denn dieser Sieg bedeutete auch den dritten Gesamtsieg in Le Mans in Folge. Hinzu kamen bei diesem Treffen zwei weitere D-Type (Nummer 6 und Nummer 25), die im Rennen in Le Mans 1957 teilnahmen, sowie Norman Dewis. Letzterer ist ehemaliger Jaguar Testfahrer und einer jener Helden, die mit dem D-Type in Le Mans gefahren sind. 1955 bretterte er die Hunaudières-Gerade mit 192 Meilen (309 km/h) hinunter. »Ich fuhr Rad an Rad mit Karl Kling von Mercedes, und ich habe ihn überholt«, erinnert sich Dewis.

Dass Dewis zu Zeit und Geschwindigkeit ein ganz besonderes Verhältnis pflegt, zeigen gerade solche Wiedersehen. Dewis, mittlerweile 96 Jahre alt, erzählt gern von den alten Zeiten, von Le Mans, von Testfahrten mit Scheibenbremsen oder die Geschichte dieser verrückten Fahrt durch die Nacht von England zum Autosalon nach Genf, wo der Jaguar E-Type, die Design-Hommage eines Straßensportwagen an den D-Type, für so viel Aufsehen sorgte, das unbedingt ein weiteres Fahrzeug vor Ort gebraucht wurde. Dewis packte sich eine Brotzeit ein und fuhr los. Aber er erzählt auch von der Gegenwart und davon, wie ihn die Polizei in England mal wieder geblitzt hat. Vier Mal in den letzten zehn Monaten.

Im modernen Profisport werden besonders ausdauernde, harte Siegertypen gerne als harte Hunde oder eben schlicht als Maschine bezeichnet. Im Falle von Dewis und dem D-Type darf deshalb anerkennend von zwei echten Maschinen gesprochen werden. Als der D-Type 1955 erstmals in Le Mans siegte, war er nicht einfach der schnellste in einem 24-Stundenrennen, er war ein technologischer Quantensprung im Rennsport und das nicht nur in einem Bereich, sondern gleich in mehreren: nie zuvor und wohl auch nie wieder danach hat ein Designer das Wort Luftwiderstand so sehr als Aufforderung begriffen wie seiner Zeit Malcolm Sayer, der dem D-Type eine Silhouette über das tragende Monocoque aus Aluminium (auch das war damals revolutionär, Anm. am Rande) zeichnete, das fast wie Wasser jedem Widerstand auswich, sich gleichzeitig aber gnadenlos hart seinen Weg bahnte.

Dazu kam eine Motorgetriebeeinheit aus einem 3,4-Liter Reihensechszylinder und einem 4-Ganggetriebe, dessen Fahrbarkeit für eine Rennsportmaschine der 1950er Jahre fast schon als komfortable Avantgarde gelten durfte. Und dann waren da noch die Bremsen. Norman Dewis testete bereits 1952 bei der Mille Miglia zusammen mit Sir Stirling Moss auf einem C-Type Scheibenbremsen, die zusammen mit Dunlop entwickelt wurden, im D-Type wurden sie dann erstmals in Le Mans eingesetzt. Oft ist heute die Rede davon, dass man ein Rennen auf der Bremse gewinnt. »Wer später bremst, fährt länger schnell«, lautet eine dieser klugen Erkenntnisse. Der Jaguar D-Type hat hierfür bereits vor 60 Jahren die Beweisführung geliefert. Nicht nur ein Mal, sondern drei Mal in Folge.

»Wer später bremst, fährt länger schnell«

Kalte Füße bekommt man als Beifahrer in einem D-Type ganz sicherlich nicht. Während der Fahrt entstehen im Fußraum und Getriebetunnel extrem hohe Temperaturen. Eine gelegentliche Abkühlung tut in solchen Momenten natürlich gut.

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