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The Big Lamborghini: der Aventador S Roadster

Text
Jo Clahsen

Fotos
Lamborghini

Nein, die Renner aus Sant’Agata Bolognese haben nichts mit dem Teigwaren-Gericht gemein. Und man spricht sie auch nicht Lambordschini aus, sondern mit weichem »g«. Also »Gini«. Bekannt sind die Kracher aus Italien für infernalische Leistungen, welche die frei saugenden Motoren mit entsprechender Phonzahl der Umwelt mitteilen. Sie werden seit 1963 in kleinen Stückzahlen gebaut. Und wer sie besitzen und fahren möchte, braucht zwei gewichtige Kernkompetenzen. Erstens: ein gut gefülltes Bankkonto. Und zweitens ein Dauerabo beim Yoga-Meister. Zu eins ist klar, dass dort mindestens 250.000 Euro für den Grunderwerb liegen sollten. Eher mehr. Dann braucht der Flitzer auch noch ordentlich Sprit, weil er 12 Zylinder zu befüllen hat, wenn die Flunder bewegt wird. Zu zwei: Der Zutritt zum Allerheiligsten sollte, um sich nicht ins Bodenlose zu blamieren, möglichst geschmeidig ablaufen. Das ist bei der knappen Höhe des Gerätes eine Kunst, die von den Testfahrern exzellent beherrscht wird. Da hilft nur üben in der eigenen Garage.

Wohl dem, der beide Partituren zu spielen weiß. Denn ein Lambo ist und bleibt eine ziemlich rare Form der schnellen Fortbewegung. Und eine der schönsten. Wer die Verehrung kennen lernen möchte, die Landsleute für die Sportler pflegen, kann bei seinem Italiener vorbeifahren. Da geht dann die Post ab.

Auf der IAA stehen nicht nur elegante Hostessen bei Lambo, sondern – unter anderem – der Aventador S Roadster. Eine zunächst zugeknöpfte Schönheit, die wie eine Mischung aus Stealth-Bomber und figura italiana auf breiten Pneus steht. Dann senkt sich das Dach, ohne elektronische Hilfe. Und der geniale Innenraum vor dem 6,5 Liter Motor quillt ins Freie. Wer mag, kann in Sant’Agata Bolognese statt der Carbon-Motorabdeckung eine gläserne ordern. Und so das Triebwerk in voller Schönheit genießen. Motor an! Sollte man bestenfalls nicht in geschlossenen Räumen machen. Denn 12-Zylinder, aus denen 740 PS ans Freie drängen, sind kurzfristig ein auditives Inferno. Oder: einfach brutal. Ein Highlight bei der S-Variante ist die Hinterachslenkung, die dem schnellen Spross noch bessere Performance bescheren sollte.

Da ist dann nur noch eine Kleinigkeit, die Buben von Männern trennt: 373.263 Euro. Das sind noch einmal knapp 40.000 Euro mehr als das Coupé. Dafür kann man dann aber als Topspeed 350 km/h erreichen, was nur richtige Kerle sich trauen werden. Oder jene, denen das schnellste Schuppen-Shampoo der Welt nur als Viert- oder Fünftwagen die Garage bevölkert.

Der Rest sollte: sparen, sparen, sparen. Denn der Aventador S Roadster wird erst 2018 ausgeliefert.

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