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Der Supersportwagen der Zukunft

Text
Horst von Saurma

Fotos
Matthias Mederer

»Wir müssen die Träume der nächsten Generation realisieren« – mit diesem Anspruch stellt Lamborghini eine Studie vor, die nicht nur elektrisch angetrieben ist, sondern neben zauberhaften neuen Materialien auch ganz neue Energiespeichersysteme in Betracht zieht.

»Wir wollen einen bedeutenden Beitrag zur Realisierung eines Supersportwagens für das dritte Jahrtausend leisten.«

Ziemlich klare Ansage, die Stefano Domenicali,  Chairman und Chief Executive Officer von Automobili Lamborghini, da macht. Nun sind wir von Lamborghini ja einiges gewohnt – beginnend mit dem atemberaubenden Miura bis hin zum aktuellen Aventador SV. Aber das, was Lamborghini jetzt an der Ostküste der USA als Zukunfts-Vision präsentiert hat, geht bei Weitem über das hinaus, was man von der kleinen Sportwagenmarke aus St. Agata erwarten würde. Das unter der Federführung von Chef-Designer Mitja Borkert entworfene Designkonzept »Lamborghini Terzo Millennio« verfolgt nicht weniger, als die Zukunftsfähigkeit der Marke auf gleich fünf verschiedenen Ebenen zu beweisen: Energiespeichersysteme, innovative Werkstoffe, Antriebssysteme, visionäres Design und Emotionalität. Die beiden ersten Themen werden in enger Zusammenarbeit mit den beiden Laboratorien des Massachusetts Institute of Technology, dem »Dinca Research Lab« und der chemischen Fakultät »Mechanosynthesis Group« erarbeitet.

Wir halten fest: Der Sportwagen-Antrieb der Zukunft ist auch bei Lamborghini elektrisch. Und nicht nur das: Die vier Radnabenmotoren werden nicht von konventionellen Akkumulatoren versorgt, sondern es soll ein revolutionäres Energiespeichersystem zum Einsatz kommen, das extrem hohe Spitzenleistungen abgeben und gleichzeitig kinetische Energie rückgewinnen kann. Mit der sogenannten Superkondensatoren-Technologie soll es zukünftig möglich sein, die elektrische Energie symmetrisch abzugeben und rückzugewinnen. Das heißt, man will die bekannten Einschränkungen dieser neuartigen Technologie überwinden und gleichzeitig die Kluft zur Energiedichte konventioneller Akkumulatoren schließen. Sicher kein leichtes Unterfangen. Denn mit der Revolution bei der Energiespeicherung werden sich auch die Werkstoffe und deren Funktionen radikal ändern müssen.

So wird im Rahmen der Kooperation mit dem MIT heftig daran geforscht, welches Potenzial der Einschluss von aufladbaren Nanopartikeln in die Carbonfaser-Werkstoffe hat, aus denen die Karosserie des »Terzio Millennio« bestehen wird. Sie speichern die Energie über integrierte Nanoröhrchen und wirken so in der Karosseriehaut wie ein Akkumulator. Ein weiteres Ziel ist es, diese Nano-Technologie auch zur kontinuierlichen Überwachung der gesamten Carbonfaser-Struktur zu nutzen. So soll der Supersportler nicht nur eigene Diagnosen stellen, sondern auch sich selbst reparieren können. Bei dieser Selbstheilung würden mit Chemikalien gefüllte Micro-Kanäle aktiviert, die Schäden wie kleine Risse wie von Zauberhand aus der Welt schaffen. So kühn der Blick in die Zukunft mit völlig neuer Chassis-Architektur und Aerodynamik-Lösungen à la LMP1-Renner auch ist: Die im Lamborghini Centro Stile entworfene Vision nimmt einige zukünftige Designelemente vorweg. Ein Beispiel ist die Weiterentwicklung der für Lamborghini typischen Y-Form, gut zu sehen an den Front- und Heckleuchten.

Bleibt die abschließende Kardinalfrage: Inwieweit bleiben die uns vertrauten Lamborghini-Gene erhalten und wie fährt sich so ein Lamborghini der Zukunft? Mitja Borkert weiß es schon jetzt ziemlich genau: »Wegen der ungeheuren Kraft und Reaktionsschnelligkeit der vier Elektromotoren, die über intelligente Drehmoment-Zuweisungen viel besser an die Erfordernisse im Grenzbereich angepasst werden können, und wegen der dynamischen Aero werden längs- und querdynamische Exzesse möglich sein, die alles bisherige in den Schatten stellen.« In Anbetracht dessen soll der Verlust an akustischer Untermalung seitens eines zehn- oder gar zwölfzylindrigen Verbrenners völlig in Vergessenheit geraten.

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