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Zeit für drei Phasen: Der Lexus RC 200t F Sport

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Matthias Mederer

Stell dir vor, ein Auto steht in der Tiefgarage. Du hältst den Schlüssel in der Hand, aber du zögerst. Wie lange hältst du aus? Kommt auf’s Auto an? In Wait A Second machen wir den Test. Diesmal mit einem Lexus RC 200t F Sport.

LEXUS RC 200T F SPORT

Motor:2,0-Liter Vierzylinder Turbo
Hubraum:1.998 ccm
Leistung:180 KW (245 PS)
Max. Drehmoment:350 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h:7.5 s
Vmax:230 km/h

Wait A Second

1. ASTON MARTIN V12 VANTAGE S Manual1:23,77 MINUTEN
2. LEXUS RC 200T F Sport3:36,24 MINUTEN

Der Wesenskern dieser Kolumne liegt nicht in der reinen Performance eines Autos. Es geht nicht um Rundenzeiten, Querbeschleunigung und Bremswege. Diese schwingen immer nur indirekt mit. Sie sind lediglich unsichtbare Eigenschaften, die den Charakter einer sichtbaren Oberfläche prägen. Wie bei einer tollen Frau.

Der Wesenskern dieser Kolumne ist ein spielerischer Flirt, eine konnotierte Annährung eines Menschen mit einer Maschine. Doch anders als beim Flirt mit einer Frau, kenne ich die inneren Werte der Maschine meist sehr genau. Und so etwas kann einen dann schon mal von den Oberflächlichkeiten ablenken und unruhig werden lassen. Doch ich will oberflächlich bleiben. Solange wie eben möglich.

Einstigesvariante als genialer Trick

Um meine Wertschätzung für das sehr spezielle Design von Lexus auszudrücken, habe ich deshalb einen Trick angewandt, auf den man erst ein Mal kommen muss: statt der Topmotorisierung mit 477 PS im Lexus RC F habe ich mich für das Einstiegsmodell RC 200t F Sport entschieden, ein Vierzylinder-Turbomotor mit 245 PS. Denn bis auf ein paar Stellen nach dem Komma ist das grundlegende Design identisch, vorallem die sehr markante Front mit dem äußerst eigenwilligen Kühlergrill, sowie die Silhouette teilen sich beide Modelle. Die Unterschiede liegen eher im Detail.

Und jetzt stehe ich da in der ramp Tiefgarage, mit dem Schlüssel des Lexus in der Hand. Mein Trick funktioniert grundsätzlich gut, denn 245 PS für einen Sportwagen mögen vor über 30 Jahren noch eine respektable Leistung gewesen sein, in Zeiten, in denen ein City-Gokart mit Straßenzulassung wie ein Mini John Cooper Works mit 231 PS ums Eck pfeift, ist eine solche Leistung für einen ausgewachsenen GT dann doch eher solide, um es aufmunternd zu formulieren. Das Zucken im rechten Fuß rührt vor allem vom Treppenlaufen in die Tiefgarage.

Die drei Phasen des Kennenlernens

Es gibt bekanntlich drei Phasen des Kennlernens, die sich vor allem durch eine zeitliche und eine räumliche Komponente voneinander abgrenzen. Man lernt jemanden oder etwas immer besser kennen, je mehr Zeit man gemeinsam verbringt und je näher man sich kommt. Wichtig ist, dass man in keiner Phase enttäuscht wird. Bei Automobildesign verhält es sich ganz ähnlich. Der erste flüchtige Blick muss neugierig machen. Gleichzeitig müssen die Proportionen stimmen. Punkt für den Lexus. Doch gleichzeitig ist da sofort etwas, an dem man hängen bleibt. Erst unterbewusst, dann immer deutlicher.

Und schon beginnt man zu suchen. Linie für Linie, Fläche für Fläche. Je länger man sich den Lexus betrachtet, desto weniger gerät er in den Verdacht mit einer der grundlegenden Regeln von gutem Produktdesign zu brechen, wonach dieses nämlich vor allem so wenig Design wie nötig ist. Linien und Flächen ergänzen sich, bilden logische Fortsetzungen. Man schaut sich das gerne an, es ist ein bisschen wie bei einem launigen Kurzfilm. Interessante Wendungen schaffen Spannung und setzen immer mal wieder ein Pointe. Und das Beste: zu keinem Zeitpunkt wird das langweilig.

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