Wenn Fahrer und Fahrzeug eins werden

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Horst von Saurma

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McLaren

800 PS Motorleistung, 800 Newtonmeter Drehmoment, 1198 Kilogramm fahrfertiges Gewicht, Preis inklusive Mehrwertsteuer 922 250 Euro, auf 500 Stück limitiert. Fünf Angaben – von denen mutmaßlich die letzte die wichtigste Info ist – reichten aus, um ein Auto, das erst im dritten Quartal 2018 zur Auslieferung kommt und von dem es zurzeit kaum mehr als ein paar Werksangaben gibt, von der Angebotsliste zu streichen. Es ist ausverkauft – bevor die Produktion überhaupt angefangen hat. Schicht im Schacht. Weitere Anfragen: zwecklos.

Ausverkauft also. Wie es dazu kommen konnte? Nun, ganz einfach: McLaren treibt es wie gewohnt auf die Spitze. Frei nach dem Motto: keine halben Sachen. Mit der neuen Ultimate Series kompromittiert McLaren sogar den eigenen Markenkern. Also von wegen hohe Alltagstauglichkeit, so wie sie der 720S so überzeugend vortragen kann. Der »Senna« ist zwar straßenzugelassen, laut McLaren aber »nicht für den Straßenverkehr designiert«. Man wolle, so der Hersteller aus dem südenglischen Woking, die »reinste Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug« herstellen, mithin das intensivste Fahrerlebnis aller Straßen-McLaren bieten. Der bereits genannte 720S hat natürlich ein gutes Stück dazu beigetragen, dass es so weit kommen konnte. Die neue Senna-Variante entspricht konzeptionell und auch konstruktiv dem noch jungen Topmodell der Supersport Series. Sie hat also nicht nur dessen Kohlefaser-Chassis in einer etwas weiterentwickelten Version geerbt, sondern auch dessen Antriebsstrang aus Biturbo-V8 und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Der in Grundzügen bekannte Vierliter-Motor bringt es im Senna-Outfit auf 800 PS.

Zu Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigungsvermögen werden konsequenterweise keine Angaben gemacht. Wie im Rennsport interessiert hier allein das Leistungsgewicht. Auf eine Tonne Fahrzeuggewicht kommen 668 PS – anders ausgedrückt: 1,5 Kilogramm pro PS. Langsamer als der 720S wird er nicht sein. Der war mit folgenden Werten vorstellig geworden: null bis 100 km/h in 2,7 Sekunden, bis 200 km/h in 7,1 Sekunden und eine Vmax von 341 km/h. Wohl aber hat er aerodynamisch extrem zugelegt: Aktive Flügelprofile in der Front und ein riesiger Heckflügel, der in Abhängigkeit von Lenkwinkel, Längs- und Querbeschleunigung den Anstellwinkel variiert, erzeugen Abtriebswerte und damit Kurvengeschwindigkeiten, die denen der GT3-Rennversionen ebenbürtig sein dürften. Das lässt man sich doch gerne etwas kosten – zumal die Preisspirale für Kleinserien-Typen wie den Senna sich nicht nach unten, sondern eher nach oben dreht. Wer keinen abgekriegt hat, sollte es mit dem BP 23 versuchen. Der ist für 2019 avisiert und wird – analog seines Urahnen F1 – erstmals wieder als Dreisitzer auf die Straße kommen. Von dem werden allerdings keine 500 gebaut, sondern nur 106.

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