Ausflug mit Niki

Niki Lauda gehört zu den prägendsten Figuren des Motorsports. Drei Formel-1-Weltmeisterschaften, ein unglaubliches Comeback und die besondere Beziehung zu James Hunt prägen seine Erbe. Wir erinnern uns an einen besonderen Besuch in Wien, mitten im Herbst 2008. Es geht um Lebensweisheiten und anderen Unfug. Und um Frauen, irgendwie. Ein Mercedes SL 600 beflügelt die Story.
Text Herbert Völker
Bild Jürgen Skarwan

Es waren die letzten Tage in diesem erstaunlichen Spätherbst. Verwirrte Schwalben begannen mit dem Nestbau. Ich rief Niki an: „Wir sollten ein letztes Mal in diesem Jahr Cabrio fahren.“
„Was wird geboten?“
„SL 600.“
„Mmmh.“

Laudas wohnen, welch ein Zufall, am schönsten Fleck Wiens, über der Stadt, wo der Wein wächst. (Ich kenne Stuttgarter, die sagen, dass bei ihnen in der Stadt auch Wein wächst, aber die sollen mal den Unterschied probieren). Die beiden Hunde kommen zur Begrüßung.
Shivas ist dem Niki seinerzeit quasi zugelaufen. Routiniert hatte der Experte aus dem Tierreich den Einserschmäh parat: „Ja sowas, so ein fescher Hund, ja wem g’hörst denn du?“, und erblickte zufällig Birgit am anderen Ende der Leine. Mit einfühlsamen Kunststücken stellte Niki seine Tierliebe unter Beweis, sodass nach einigen Monaten Shivas die durchaus hundefreundliche Anlage in Besitz nahm, und zwar nicht ungern, sagt Lauda. Shivas ist ein Golden Retriever, dann wurde noch Felix erworben, ein Flat-coated Retriever, und Niki und Birgit haben sogar geheiratet, es passieren ja die unglaublichsten Dinge. Dreißig Jahre Altersunterschied hält er für belebend, Birgit hat noch nie widersprochen.

Es gibt bei ihm keinen Hauch von Sentimentalität. Nicht einmal für klassische Formen. Verflossene Autos sind ihm wurscht. Einen Oldtimer besitzen? Absurde Idee.

Niki ist sehr stolz auf sein Geschick mit Hunden. Er hat mir sogar einmal anvertraut, er halte sich für einen Hundeflüsterer.
„Was heißt das?“
„Ich verstehe Hunde, und Hunde verstehen mich.“
„Zum Beispiel?“
„Sie folgen mir auch in schwierigen Situationen, weil ich mich einfühlen kann.“
„Wie darf man sich das vorstellen?“
„Felix, zum Beispiel, hat sich im Laderaum des Autos den Schwanz ein klein bisschen eingezwickt und…“
„…Moment. Hat er selber die Heckklappe zugemacht?“
„Nein, ich hab sie zugemacht, aber nur ganz sanft…“
„…das heißt, der große Hundeflüsterer hat dem Hund den Schwanz eingezwickt…“
„…nur ein bissl, und Felix hat auch nur ganz leicht gefiept. So ungefähr (Lauda fiept ganz leise), aber danach ist er nie wieder ins Auto gesprungen. Nicht um die Burg. Er hat sich auf den Boden gelegt, auf den Rücken gedreht, mit jeder Bewegung gezeigt: da hupf ich nicht rein.“
„Und wie hast du diese unglaubliche Situation gemeistert?“
„Ich hab ihm ein anderes Auto angeboten. Da wollte er auch nicht hinein. Aber ich hab so lange mit ihm geredet und ihm immer mehr Leckerlis hingeschoben, bis er endlich gehupft ist. Jetzt hupft er wieder, gottseidank. Der Shivas hupft sowieso.“
„Hast du dem auch den Schwanz eingezwickt?“
(Ärgerlich): „NEIN.“
„Issjagut.“
So viel zum Thema Hunde und wie man in der Reife des Lebens eine Familie gründet.

„Hast du dem auch den Schwanz eingezwickt?“ „NEIN!“ „Issjagut.“ So viel zum Thema Hunde und wie man in der Reife des Lebens eine Familie gründet.

Wir lassen das Dach des SL offen und fahren in den hügeligen Westen vor der Stadt, der seit Kaisers Zeiten wie ein Reservat vor Zersiedelung geschützt wird. Der Versuch, ein Fachgespräch über den SL als Stil-Ikone vom Zaun zu brechen, läuft ein bissl zäh. Die Mercedes-SL-Evolution über die Jahrzehnte hinweg ist Herrn Lauda wurscht, weil ihm alle verflossenen Autos wurscht sind. Der Gedanke, etwa selbst einen Oldtimer zu besitzen, käme ihm absurd vor. Schon der erste Versuch als Sammler schlug fehl. Ende seiner ersten Weltmeistersaison (1975) hatte er dem Enzo Ferrari abgeschwatzt, sein Siegerauto zu einem guten Preis zu kaufen, aber dann kamen die Testfahrten mit dem 76er-Jahrgang, der war einfach besser, daraufhin interessierte ihn die alte Kiste nicht mehr.

Da gibt es keinen Hauch von Sentimentalität, nicht einmal für klassische Formen. Es zählt nur die Momentaufnahme, und ob dieses Bild emotional ankommt oder nicht. Der SL kommt schon an, sagt Lauda, auch in diesem Schwarz. Man muss wissen: Im Grunde lässt er ja alle Farben gelten, solange sie graumetallic und gewaschen sind. Birgit lässt ihr Auto nicht waschen, „weil es morgen eh regnet“, aber Niki sagt, dass der Lack atmen können muss, drum muss man waschen lassen. Ein depperter Fingerabdruck kann ihm so auf die Nerven gehen, dass er das Auto sofort waschen lässt. Nachtrag Farben: Weiß beschäftigt ihn neuerdings, vor kurzem noch undenkbar. Er erwägt sogar, es seiner Frau vorzuschlagen. Sie soll das mal ausprobieren, und er würde es aus sicherer Graumetallic-Entfernung betrachten.

In vorauseilender Stimmungsmache habe ich den Airscarf (warmes Lüftchen aus den Kopfstützen, super!) eingeschaltet, ideal für Herbsttage. „Das Auto muss mich auch emotional ansprechen, und das fängt natürlich bei der Optik an“, sagt Niki. Klar, dass der SL bei ihm etwas zum Klingen bringt. Aber nicht nur der: „Mein C Kombi etwa, noch dazu als AMG, ist wunderschön, da passt alles. Emotionalität kann sich ja nicht nur auf Sportautos beschränken. Es wird kaum einen guten Rennfahrer geben, dem es egal ist, wie sein Auto ausschaut. Ideal für mich war natürlich, wenn sich die Schönheit eines Formel-1-Autos total in Speed umsetzen ließ. Das ist ja das Geheimnis der Ferrari-Legende, dass Speed und Schönheit einander beflügeln. Davon lebst ja du und Zeitschriften wie diese, dass viele Menschen eine Wechselwirkung zwischen Schönheit und Performance nachempfinden können und sich interessieren, was es dazu zu lesen oder schauen gibt.“
„Da fehlt mir noch der Stellenwert der Technik.“

„Als Rennfahrer achtest du grundsätzlich auf Details, schließlich wird ja die Aerodynamik schon von Winzigkeiten beeinflusst. So hab ich ein Gespür für die Perfektion einer Maschine entwickelt und konnte immer besser mit ihr leben. Beim Warmfahren eines Autos hab ich gespürt, wie das kalte Öl durch den Motor rinnt, zumindest hab ich es mir eingebildet. Natürlich weiß ich, dass die heutigen Motoren so konstruiert sind, dass du sie nicht mehr warmfahren musst, trotzdem tut‘s mir weh, gleich aufs Gas zu steigen. Man soll mit technischem Gerät umgehen, so wie es technisch logisch ist. Dazu gehört der sanfte, harmonische Bewegungsablauf im Auto wie im Flugzeug. Ich hab den Ehrgeiz, nach einem Zwölfstundenflug nicht nur weich zu landen, sondern den Flieger auch ganz sanft am Gate abzuliefern, ohne Ruck und ohne hartes Bremsen. Gib einmal drauf acht, wie vielen Piloten das völlig wurscht ist.“
Man könnte ergänzen, dass das sanfte Bremsen auch den Flugfeld-Bus-Chauffeuren eine eher exotische Tugend ist, aber wir beißen ja heute niemanden ins Wadl.

Bevor wir von jener Linkskurve reden, in der das Schicksal des jungen Lauda eine Wendung nahm, sollte man klarstellen, welche Rolle die Hügel im Westen Wiens auch für den deutschen Leser spielen. Das ganze Abendland war in Gefahr, die Heere der Osmanen wären vorzeitig bis Mönchengladbach gestürmt, hätte nicht die Festung Wien getrotzt. Nach sechs und sieben Wochen wurde es aber immer enger, bis christliche Truppen, in letzter Not zusammengetrommelt, auf dem Kahlenberg auftauchten, immerhin sechzigtausend Mann. Hei, wie sie hinunterstürmten!, und wie die Reiterei des Polenkönigs Sobieski den Turbo machte! (Wikipedia nennt auch den deutschen Beitrag an der hilfreichen Heerschar des 12. September 1683: Bayern, Sachsen, Oberhessen und die wackeren Burschen aus den südwestdeutschen Fürstentümern, insofern sind wir mit den Schwaben wieder voll bei der Mercedes-Story). Die heutige Höhenstraße ist eine Mischung von Corniche und alter Solitude, teilweise noch in original Pflasterung zwar nicht aus der Türkenzeit, aber aus der Arbeitsbeschaffung der 1920er-Jahre wie beim Nürburgring.

Die erste Lebenskrise hatte mit einem Mini Cooper S und überraschend viel Rauhreif zu tun.

Nikis Scheitern am ersten Bildungsweg war mit 18 offensichtlich, auch die Maturaschule würde nirgendwo hin führen. Als einziger Plus auf seiner Seite hatte er Führerschein und einen VW Käfer mit zwei Vergasern, halboffenem Motordeckel und breiten Rädern. Sein Schulnachbar, der Sohn des Geflügelhändlers, hatte keinen Führerschein, dafür aber die Kenntnis von einem Jaguar und einem Mini Cooper S in Vaters Garage. Von ihm kam der Vorschlag, eines Abends den Cooper aus der Garage zu fischen und irgendwo nett aufs Land zu fahren. Die jungen Herren fuhren auf die Höhenstraße, Niki am Volant.
Mit der Gelassenheit von 41 Jahren Abstand nehmen wir diese Route mit dem SL unter die Räder. Niki meint, dass er den Mini damals sehr ernsthaft erprobt habe: „Da beim Fischerhaus vorbei, die leichte Linke, alles im Griff, Rechtskurve mit Brücke und Rauhreif, und ich mit voller Post.“
Kein überdurchschnittlich begabter Achtzehnjähriger rechnet mit Rauhreif. Ein hoher Randstein nahm die volle Breitseite des Mini auf, die beiden linken Räder steckten sehr tief und sehr schief in den Radkästen. Die Komplikation bei der Sache war, dass der Sohn des Geflügelhändlers den Zorn des Vaters auf geradezu dramatische Weise fürchtete. Immerhin wusste er, dass der Mini um 38.000 Schilling (dafür könnte man heute 7.000 Euro einsetzen) zum Verkauf angesetzt war.

„War das deine erste Lebenskrise, Niki?“
„Kann man sagen. Ich fing meine Großmutter beim Frühstück ab, sagte ihr, dass ich ohne sie ins Gefängnis müsste, sie kapierte blitzartig, ich führte sie im blauen Käfer mit der offenen Motorhaube zur Bank, und sie gab mir ein Kuvert mit öS 38.000,–. Ich trat beim Geflügelhändler an, sagte, bitte verkaufen Sir mir Ihr Auto, der sagte Ja, und Handschlag, mein Sohn wird dich zur Garage führen, inzwischen war der Mini längst beim Abschleppdienst.“

„Hatte das ernsthafte Auswirkungen auf dein weiteres Leben?“
„Klar. Ich dachte, mit einem Schrotthaufen um 38.000,– Schilling kann ich nichts anderes tun als in eine Mechaniker-Lehre zu gehen. Ich warf den alten Käfer auf den Markt und kaufte dafür Ersatzteile, die ich dann in der Werkstatt mit Hilfe der anderen Mechaniker in den Mini steckte.“
Im nächsten Frühjahr wurde Niki Lauda auf Mini Cooper S Zweiter in seiner Klasse bei seinem ersten Rennen. Zwei Wochen später der erste Sieg.
„Niki, erzähl noch mal von deiner Mechanikerkarriere.“
„Ich war Lehrling, und mein wichtigster Job war das Wurstsemmelholen. Da konnte schon mal ein Schraubenschlüssel nachgeschmissen werden, wenn ich einem Gesellen die falsche Wurstsemmel besorgt hatte, etwa Käsewurst statt Heurigensalami. Die Sache hat sich aber eines Morgens erledigt, als ein aufgeregter wichtiger Kunde einen Ölwechsel verlangte, weil er wegfahren musste. Ein Geselle sagte zu mir, ich soll das schnell machen, und ich steh da unten in der Grube mit einem irrsinnig großen Schraubenschlüssel, ziehe in die falsche Richtung und drehe das Gewinde ab. Man musste also jetzt dem Kunden erklären, dass der Motor ausgebaut und eine neue Ölwanne eingesetzt werden muss, und dass wir drei Tage brauchen werden, – ein Riesendrama, und links und rechts Watschen für mich. Daraufhin erzählte ich meinem Vater von frisch erwachtem akdemischem Ehrgeiz und landete wieder in der Maturaschule, nun aber bereits mit einem frisch reparierten Mini Cooper S. Von einem alten Käfer mit offenem Deckel war das ein unglaublicher Aufstieg.“
Die Rechtskurve, sollte ich erwähnen, sieht absolut unverändert aus seit diesen frühen Tagen, und die Brücke hat ihr Talent zum Glatteis bewahrt. Man sollte eine HISTORIC-LANDMARK-Tafel anbringen.

Für das Mittagessen können wir uns auf den Eckel in Sievering einigen, das ist schon wieder in Wien, aber irgendwo doch am Land. Lauda ist ein phantasieloser Esser. Am liebsten mag er Wiener Schnitzel. Das mag auf den Initiationsritus der adeligen Stämme in Österreich zurückgehen, hinauf bis zu den Erzherzögen, denen widerfuhr es jeweils im Alter von 16 oder 17. Im konkreten Fall war es eine junge Köchin auf dem Gut des Großvaters, wo hervorragende Schnitzel gereicht wurden, und eines Nachts kam die Schnitzelköchin in die Kammer des jungen Herrn und sagte nachher ungefähr, aus dir wird noch ein toller Rennfahrer, so schnell wie du bist. Wir fahren also zum Eckel, den Niki und ich allen Wien-Besuchern sehr ans Herz legen können, und bestellen Schnitzel mit Erdäpfel- und Vogerlsalat, der einzig wahren Kombination, alles andere sind Ersatzhandlungen von Unkundigen.

Ich erinnere Niki an das Motto „Upon the Ladies“ dieses Hefts. Können wir über Mode sprechen?
„Mmmh.“
„Du kleidest dich eher, ups, nachlässig, kann man das so sagen?“
„Mag sein. Birgit hat vor einiger Zeit gefragt, ob ich mich nicht ein bissl besser anziehen könnte. Daraufhin hab ich gesagt, ich hab eh einen Anzug, einen grauen, seit 12 bis 15 Jahren, und den hab ich nur einmal angezogen, für eine Schumacher-Laudatio, glaube ich. Jedenfalls hab ich ihr also meinen einzigen Anzug vorgeführt, ich hab die Hose kaum zugebracht, aber, vor allem, es gab ein Mottenloch am Ärmel. Birgit: Du brauchst einen neuen Anzug. Mein kundiger Schwager, der Albi, hat gesagt, geh zum Knize (mit langem i und ganz weichem sch auszusprechen, jeder Wiener weiß das seit hundert Jahren, Anm.). Knize war mir vertraut, weil mir meine Mutter, solang sie lebte, zu Weihnachten einen Knize-Gutschein gegeben hat, aber der hat immer nur für einen Pullover gereicht, man kann sich die Preise vorstellen. Zu teuer, hab ich also jetzt gesagt. Meine Berater: Der Sohn des Schneiders sei günstiger, der hat sich kürzlich selbständig gemacht (es hält sich die Fama, der alte Schneider habe dem jungen die Frau ausgespannt, bessere Mundpropaganda kannst du in der Wiener Innenstadt nicht kriegen, Anm.). Also sind wir zum Sohn des berühmten Schneiders marschiert, aber ein paar Meter daneben hat die gleiche Ware nur ein Drittel gekostet… du kannst dir vorstellen, wo ich gekauft habe.“
„Kriegst du keinen Promi-Rabatt?“
„Nein. Der Sohn des berühmten Schneiders hätte mir eine Krawatte geschenkt, aber das hat nicht gereicht.“

Also Mode. Es gibt da diesen roten Parka. So einen, mit dem andere Leute auf den Nanga Parbat steigen.

Diese Geschichte könnte darauf hin deuten, dass Lauda geizig sei. Es gibt da entsprechende Hinweise, die in manchem Smalltalk gern aufgegriffen werden. Tatsache ist, dass er sich und seinen Lieben, egal aus welcher Zeit, alles gönnt, was Freude und Sinn macht, bis zum privaten Challenger 300, den er durchaus auch für Übersee-Flüge anheizt. Er hat sich bloß einen gewissen Sinn auch fürs Kleingeld bewahrt und drängt sich beim Zahlen nicht unbedingt vor.
Letzte Frage zur Mode: „Hast du je daran gedacht, aus deinem Schlabberlook eine Modelinie zu machen, so ganz relaxed? Ich kenne ein paar Leute, die darauf abfahren würden.“
„Blödsinn."

(Im Winter trägt Lauda Sneakers, eventuell von Tod’s, Jeans, Pullover und einen roten Anorak, mit dem andere Leute auf den Nanga Parbat gehen).

Von Lauda kann man eine Menge lernen, vieles davon kommt noch aus seiner Rennfahrerzeit. Merke: Nur ein total ausgeschlafener Rennfahrer ist ein guter Rennfahrer. Auch in späten Jahren, sagt Niki, gibt es nichts Köstlicheres als die volle Ladung Schlaf. Acht Stunden müssen sein oder nachgeholt werden.
Manches ist für unsereins nicht so leicht zu übernehmen, die Verweigerung von E-Mail, das läuft nur über die Sekretärin. Totalverweigerung öffentlicher Verkehrsmittel. Niki hat nur eine vage Vorstellung, wie eine U-Bahn aussehen könnte. Allerdings wurde er vor drei Jahren in den Aufsichtsrat der Österreichischen Bundesbahnen gewählt…
„…darauf hatte ich zum ersten Mal im Leben das Gefühl, ich sollte in einen Zug einsteigen. Ich bin von Wien nach Graz gefahren. Der Lokführer hat mir von seinem Beruf erzählt und die fünf Selbstmörder erwähnt, die ihm im Lauf der Jahre passiert sind. Nach dem ersten hatte er noch zum Psychologen gehen müssen, dann nicht mehr.“
„Das war deine erste und letzte Bahnfahrt?“
„Richtig. Ich bin auch aus dem Aufsichtsrat ausgetreten.“

Als Vertrauter des Lauda-Kosmos kann ich sagen, dass mich von all seinen Tugenden die Selbstironie am meisten erfrischt. Menschen, die sich selber auf die Schaufel nehmen können, sind ein echter Segen. Bei Promis ist das ja eher selten.

„Wie hast du dir diese Distanz zu dir selber angewöhnt?“
„Ich hab‘s auf die harte Tour gelernt. Wenn du dich einmal so verunstaltet hast wie ich, lebst du entweder dauernd mit einem belastenden Gefühl oder hupfst einfach drüber. Bevor ich darunter leide, dass mich einer blöd anschaut, frag ich lieber, ob er hier irgendwo ein Ohrwaschl gefunden hat, ‚weil, wissen Sie, ich hab’ nämlich ein Ohr verloren.’“
„Du kommst ziemlich schnell auf den Punkt…“
„Ich bin im Lauf der Zeit immer kürzer geworden, dadurch prägnanter. Mit der Altersweisheit ist dann halt auch der Witz gekommen… und natürlich die schützende Ironie von einem, der lädiert ist.“
„Du wirst im Februar 60. Irgendwelche Wünsche?“
„Vergiss es. Ich halte Geburtstage jenseits der 30 für sinnlos.“


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