Text: Helmut Werb
Bild: Bmw Museum
6 min

BMW Museum: Art Cars auf Speed

Kunst und Autorennen. Zugegeben, das sind jetzt nicht unbedingt zwei Begriffe, die man auf Anhieb zusammenbringt. Seit 43 Jahren versucht BMW, das zu ändern. Mit großem Erfolg.

Vor 43 Jahren begannen BMW und deren Art Cars, Kunst und Automobilsport völlig neue Wege zu eröffnen, und das ist vor allem Hervé Poulain zu verdanken. Die hervorragenden Kontakte des französischen Rennfahrers und Kunst-Auktionators brachten zwei Welten in einer bahnbrechenden Art zusammen, die davor nicht einmal in den wildesten Vorstellungen der Kulturschaffenden existierte.

Auf Poulains Betreiben hin bemalte sein Freund Alexander Calder im Jahr 1975 einen 430 PS starken BMW 3.0 CSL in knalligen Primärfarben und kurz darauf fuhr Hervé den Rennwagen beim 24-Stunden Rennen in Le Mans. Nicht nur die Kunstwelt hielt dabei den Atem an. Es sei ein besonderer Nervenkitzel gewesen, sagte Poulain, als vor zwei Jahren im New Yorker Guggenheim Museum die neuesten Künstler der Art Car Serie, Cao Fei aus China und die US-amerikanische Concept Art Legende John Baldessari vorgestellt wurden. Er hätte während des Renneinsatzes zwar den enormen kulturellen Wert des BMWs ausgeblendet, ebenso wie die Verantwortung, ein Kunstwerk dieser Art wieder heil und unversehrt in die Boxen zu bringen. Nachdem Rennen jedoch hätte er weiche Knie bekommen.

BMW und Kunstschaffende in aller Welt waren begeistert. Frank Stellas Art Car, auch auf der Basis des 3.0 CSL, überlebte den Renneinsatz ein Jahr später ebenso unversehrt. Der 750 PS starke CSL konnte aber das 24 Stunden Rennen auf Grund eines technischen Defekts nicht beenden.

Allein in den ersten vier Jahren von BMWs einzigartigem Einsatz in der Kunstwelt engagierten sich neben Calder und Stella noch die Crème de la Crème der damals zeitgenössischen Künstler, namentlich Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Bis heute sind es insgesamt neunzehn Cars geworden, zehn davon wurden in Rennen eingesetzt. Ein BMW M3, bemalt vom Australier Ken Done, gewann den Fahrertitel in der australischen Gruppe A Meisterschaft. So etwas hänge man sich doch nicht an die Wand, sagte M. Poulain.

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