Built Different: Der Gordon Murray T.50

Beim Members Meeting in Goodwood traf sich am Wochenende das Who is Who des Klassikmotorsports. Ebenfalls am Start war auch die von der Vergangenheit inspirierte Zukunft des Superportwagens. Kurz gesagt: der Gordon Murray T.50. Und ja, der hört sich noch besser an, als er aussieht.
Text Alfred Rzyski
Bild Goodwood Road & Racing

»Ich habe mein ganzes Leben lang Hochleistungsfahrzeuge gebaut, und ihre Zeit ist leider so gut wie vorbei«, sagte Star-Designer Gordon Murray um das Jahr 2008 einmal. Und genau dieser Gordon Murray, schon für den legendären McLaren F1 und zahlreiche Weltmeisterautos in der Formel 1 verantwortlich, hat sich gut 13 Jahre später selbst widerlegt. In Goodwood, beim 78. Members Meeting. Und zwar mit viel Lärm um die Weltpremiere seines T.50, einem kompromisslosen und ganz speziellen Supersportwagen. Der ist, wie die Briten und Amerikaner es schlicht zu sagen pflegen: »Built different«. Vor allem dank einem hochmoderne, hochdrehenden Vierliter-V12 der 650 PS produziert, einem Carbon-Chassis das voll ausgestattet gerade einmal 980 Kilogramm wiegt – und vor allem einen Ventilator am Heck.

Letzterer zeigt sich vom einst in der Formel 1 verbotenen Brabham BT46B inspiriert – und saugt den T.50 damit nicht nur auf die Fahrbahn, sondern auch in unseren Gedanken fest. Zusammen mit dem Klang des V12 natürlich, der getrost als letztes Hurra des Verbrennungsmotor gelten darf – was das Video aus Goodwood dann auch ganz gut beweist. Die Fahrerposition des Geschosses? Mittig, wie einst beim McLaren F1, und damit frei von jeder Ablenkung neben einem. Die Passagiere fahren, wenn überhaupt, versetzt hinter einem mit.

»Wir gehen davon aus, dass er der letzte und großartigste 'analoge' Supersportwagen sein wird, der je gebaut wurde«

Gordon Murray

Das Beste am kleinen und wendigen Boliden – neben dem Staubsauger im Heck? Er wird von Hand geschalten. Reine Fokussierung auf den Fahrspaß also, tolle Leistungsdaten sind schön, stehen aber nicht auf der Pole Position. Genau das war der Wille von Gordon Murray: » Wir sind nicht daran interessiert, einfach nur Zahlen zu jagen, und werden es auch nie sein.« Was in der heutigen Zeit dann wiederum gleichbedeutend mit einem denkwürdigen Meilenstein ist: »Wir gehen davon aus, dass er der letzte und großartigste 'analoge' Supersportwagen sein wird, der je gebaut wurde«.







Gordon Murray Automotive T.50
Motor: V12-Saugmotor
Hubraum: 3.994 ccm
Leistung: 650 PS
Drehmoment: 450Nm
0–100 km/h: k.a.


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