Coole Seiten: Unsere Top-5-Steve-McQueen-Bücher

Es gibt verschiedene Arten, sich dem »King of Cool« zu nähern. Nur ganz wenige kamen ihm so nah wie seine Ehefrau Barbara. Oder hatten das Vergnügen, ihn ganz privat zu fotografieren. Aber da gibt es ja noch seine Fahrzeuge. Und Le Mans. Fünf lohnende Bücher über Steve McQueen, um dem »King of Cool« an seinem 42. Todestag zu gedenken.
Text Bernd Haase
Bild Presse

In weiter Coolness so nah

Wie bringt man Coolness in einem Foto auf den Punkt? Zum Beispiel mit einem Typen, der lässig in einem Schwefelbad liegt, die unvermeidliche Zigarette im Mundwinkel, eine Flasche Rotwein auf dem Badewannenrand, dazu ein weiblicher Rückenakt. »Life«-Fotograf John Dominis kam Steve McQueen bei seiner Foto-Reportage im Mai und Juni 1963 nicht nur bei dieser Aufnahme ganz nah. Auch am Kühlschrank, wo er in Badekleidung eine reizvolle Brünette im Arm hält. Oder in der kalifornischen Mojave Wüste, wo sich McQueen nach einem Motorrad-Trip auf die Ladefläche seines Pick-ups zum Schlafen legte, augenscheinlich nach dem ein oder anderen Bier. Coolness trifft Nahbarkeit in 81 Aufnahmen.

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schirmer-mosel.com

Lässig, entspannt – und fünf Jahrzehnte verborgen

Absolut unbemerkt bleiben – und im entscheidenden Moment trotzdem mittendrin zu sein. Das zeichnet einen brillanten Reportage-Fotografen aus. Barry Feinstein war so einer. Wer auch immer in den USA in den 1960ern Rang und Namen hatte, Feinstein lichtete sie ab, die Garlands, Kennedys oder Dylans. Und dann verband ihn eben auch noch eine enge Freundschaft mit Steve McQueen. Das ist vielleicht auch der Grund, warum sein größter Foto-Schatz fünfeinhalb Jahrzehnte verborgen blieben. In den Jahren 1960 bis 1968, in der Zeit, als McQueen Filme wie »The Thomas Crown Affair« oder »Bullitt« drehte, war Feinstein mit der Kamera an seiner Seite. Die Bilder spiegeln denn auch genau diesen lässig-entspannten Lebensstil und McQueens Leidenschaft für schnelle Autos und Motorräder wider. Zum Glück mittlerweile nicht mehr »unseen «. Übrigens: Fotos aus dem Buch gibt es auch rampstyle#10 »Kühl wie eine Gurke«.

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»Honey, ich habe ein paar Old Milwaukee mitgebracht«

Was macht einen Mann zu einem unglaublich coolen Mann? Barbara McQueen, die letzte Frau an der Seite des Schauspielers, erklärt es so: „Steve McQueen war nicht der Typ Mann, der seiner Frau Blumen schenkt. Seine Art von Blumenstrauß war ein Sixpack Bier. Er kam durch die Haustür und rief: Honey! Ich habe uns ein paar Old Milwaukee mitgebracht.“ Sie erzählt von Flugzeugen im Wohnzimmer und Motorrädern in der Hotelsuite und wie McQueen einem berühmten Nachbarn nachts das Licht ausschoss. Keine Biografie, sondern Roadmovie und Liebesgeschichte. Mit privaten Fotos, die Barbara jahrelang unter Verschluss gehalten hatte.

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Religion auf Rädern

Steve McQueens Markenzeichen? Klar, die Zigarette lässig im Mundwinkel. Aber auch: Seine Motorräder und Autos. Legendär der 1968er Ford Mustang GT Fastback, den er in der siebenminütigen Verfolgungsjagd in »Bullitt« chauffierte. Aber eben auch der 1967er Ferrari 275 Nart Spyder, der 1957er Jaguar XK-SS und natürlich der 1969er Porsche 911S aus der Eröffnungssequenz des Filmklassikers »Le Mans«. Matt Stone hat zu diesen und zu vielen weiteren Fahrzeugen Hintergründe recherchiert und Fotos gesammelt. Zusammengesetzt wird daraus am Ende ein Porträt des Hollywoodstars selbst. Wie sagte dieser doch? »Billy Graham once asked me what my religion was, and I told him, ‘It’s the desert, the grass, the sun in the sky— and my wheels.’«

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Fortsetzung folgt

Für alle, die McQueens Herzensprojekt »Le Mans« schon 917-mal oder öfters auf der Leinwand oder im Heimkino gesehen haben, gibt es hier eine neue Perspektive: die von Sandro Garbo. Mehr als drei Jahre hat der Illustrator mit seinem Team an dieser Graphic Novel gearbeitet, die nicht nur den Geist von Steve McQueen atmet, sondern detailfreudig die Atmosphäre der 1970er auf 64 Seiten zaubert. Highspeed zum Innehalten sozusagen. Vom »King of Cool« selbst in Auftrag gegeben, wenn man dem Autor glaubt. In einer Nacht im Jahr 2013 soll McQueen Garbo jedenfalls im Traum erschienen sein und ihm zugeflüstert haben: »Sandro, wenn du keinen Bildroman über den Film ‚Le Mans‘ machst, wird es niemand je machen! Du bist als Einziger imstande, diese Herausforderung anzunehmen, so wie ich es vor 40 Jahren gemacht habe.« Es gibt gewiss schlechtere Träume. Und das Beste daran: dies ist erst der Auftakt von drei Bänden.

Und Steve McQueen erschuf Le Mans. Von Sandro Garbo. 64 Seiten. Auf deutsch, französisch oder englisch. 34,95 Euro.

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lemanscomics.com


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