Impulsmoment: Nikeata Thompson meets Cupra Born

Als Teenager wechselte sie mit scheinbar spielerischer Mühelosigkeit von der Leichtathletik zum Tanz, heute arbeitet Nikeata Thompson als Choreografin und ist bekannt für ihre Ausdrucksstärke und ihre Haltung – und ja, das ist hier durchaus doppeldeutig gemeint. Wir sprachen mit ihr über ihre Überzeugungen – und warum die Marke CUPRA so hervorragend zu ihr passt.
Text Nadine Hanfstein
Bild Markus Henttonen

Barcelona, im Juni dieses Jahres. Das legendäre Primavera Sound Festival feiert seinen 20. Geburtstag, auf 16 Bühnen spielen die innovativsten und einflussreichsten Acts aus dem musikalischen Spektrum von Indie-Rock bis hin zu Underground-Elektro, Headliner sind in diesem Jahr Dua Lipa oder Tame Impala, neuer offizieller Partner des Musikfestivals ist CUPRA. Kurz: Hier spielt die Musik. Ein mehr als passender Ort, um Nikeata Thompson zu treffen.




Frau Thompson, was bedeutet Haltung für Sie?
Für mich bedeutet Haltung, dass ich zu mir selber stehen darf, dass ich weiß, was ich möchte, und dass ich sage, was ich fühle. Ohne Wenn und Aber.

Sie wirken, als hätten Sie unendlich viel Energie. Was bedeutet für Sie Kraft?
Kraft bedeutet für mich, auch Schwächen zu zeigen. Das heißt, durch die Schwächen werde ich wiederum stark, weil ich an mir arbeiten muss. Es gibt also keine Stärke ohne Schwäche. Das funktioniert nicht. Es ist ein zusammenhängendes Konstrukt.

Viele kennen Sie als Laufstegcoach aus dem Fernsehen, Sie setzen sich aber auch unter anderem stark für Female Empowerment ein.
Das ist richtig. Dass man diese Bewegung überhaupt »Female« nennen muss, liegt daran, dass Frauen und Männer nicht gleichbehandelt werden. Deswegen muss es immer eine Begrifflichkeit geben. Wir benennen alles. Aber wir sehen nicht den Menschen.

Sie gelten vielen inzwischen als Vorbild. Wie gehen Sie damit um?
Ich wollte nie ein Vorbild sein, das fühlte sich wie eine Last an. Ich wollte immer frei sein. Ich komme ja aus der Leichtathletik, auch das war eine Last, weswegen ich zum Tanz wechselte. Ich wollte mich frei fühlen. Dann kam die Bekanntheit, man war jemand, konnte nicht mehr frei sein. Aber auf der anderen Seite habe ich gelernt, dass es etwas Schönes ist, wenn Menschen mit einem Lächeln auf mich zukommen und sich freuen, mich zu sehen. Das war für mich zuerst erschreckend, aber auch wunderschön. An diesem Punkt habe ich noch einmal in mich hineingehorcht, um herauszufinden, wer ich bin und was ich möchte. Ich bin nicht einfach nur da.

»Ich wollte nie ein Vorbild sein, ich wollte immer frei sein. Ich komme ja aus der Leichtathletik, das war eine Last, weswegen ich zum Tanz wechselte. Ich wollte mich frei fühlen.«

Nikeata Thompson

Mich stören manche Dinge als Frau in dieser Gesellschaft, und ich kann das zum Ausdruck bringen. Dadurch werde ich auch von anderen Frauen gesehen, und zwar weil ich mich traue, das zu äußern, was sie denken. Das habe ich irgendwann verstanden. Es ist ein »Ritterinnenschlag«. Dadurch habe ich gemerkt, okay, meine Stimme ist laut. Meine Stimme ist wichtig. Manchmal ist es mir unangenehm, dass ich immer sage, was ich fühle, aber ich weiß, dass ich andere Menschen damit unterstützen kann. Ich weiß auch, dass ich polarisiere, das war schon immer der Fall. Sicherlich gehen die Meinungen, was meine Person angeht, auch oft auseinander. Das stört mich aber nicht mehr so, ich stehe zu meiner Art. Ich bin nicht auf der Welt, um ruhig zu sein.

Gibt es so etwas wie eine ideale Lösung für Ungerechtigkeit?
Ich glaube, wenn wir die Dinge nicht mehr benennen müssen, sind wir angekommen. Alles, was eine Überschrift hat, ist gefühlt ein Problem, also keine Normalität. Es ist natürlich traurig, dass wir Gleichheit als Gleichheit deklarieren müssen. Dennoch müssen wir es tun, weil bei Mann und Frau die Gleich­berechtigung nicht gegeben ist. Als Frau hat man einen anderen Start als ein Mann, aber wenn wir Frauen uns verstecken und uns nicht äußern, sind wir nicht existent.

NIKEATA THOMPSON wurde am 14. August 1980 in Birmingham, England, geboren und kam mit sechs Jahren nach Deutschland. Sie wuchs bei Pflegeeltern in Wermelskirchen bei Köln auf, trainierte im Teenage-Alter als Hürdenläuferin, wurde deutsche Meisterin, entschied sich mit 19 Jahren aber für das Tanzen. Die Band Seeed erkannte zuerst ihr Talent, es folgten Engagements für Helene Fischer, Jan Delay oder Udo Lindenberg. Heute ist sie vor allem als Choreografin und Coach im Fernsehen tätig, 2011 gründete sie die NT Agency für Tänzerinnen und Tänzer. 2021 erschien ihre Autobiografie »Schwarz auf weiß: Trau dich zu träumen und schaff das Unmögliche«. Übrigens hat Nikeata Thompson nie in ihrem Leben einen Tanzkurs absolviert.

»Ich weiß, dass ich polarisiere. Sicherlich gehen die Meinungen, was meine Person angeht, auch oft auseinander. Das stört mich aber nicht mehr so, ich stehe zu meiner Art. Ich bin nicht auf der Welt, um ruhig zu sein.«

Nikeata Thompson

Das heißt, die Benennung ist ein Übergang, aber wir brauchen sie erst mal?
Wir müssen verstehen, dass wir nur Mensch sind und nicht Mann oder Frau oder divers. Es gibt mehr als das. Wir müssen nur begreifen, dass wir gar nicht so wichtig sind, sondern dass wir hier sind, um zu leben – und leben zu ­lassen.

Etwas ganz anderes: Sie sind jetzt Markenbotschafterin von CUPRA.
Das ist insofern interessant, weil CUPRA eine Marke ist, die gekommen ist, um zu bleiben. Das war bei mir ähnlich, ich war Background-Tänzerin, dann kam die Bekanntheit, ich war die, die man nicht hat kommen sehen – plötzlich war ich da und hatte etwas zu sagen. Und CUPRA sieht auch die Menschen, die oft nicht wahrgenommen werden. Auch wenn ich heute einen gewissen Bekanntheitsgrad habe, werde ich in ganz, ganz vielen Sparten überhaupt nicht wahrgenommen. Dazu kommt, dass CUPRA auf Menschen setzt, die kontrovers sind. Ich bin eine Frau, ich bin eine »Person of Color«, ich bin laut, ich habe kurze Haare. CUPRA aber sagt: »Nikeata, Du bist genau richtig so.« Und das finde ich mutig.


ramp shop


Letzte Beiträge

What’s popping, Stuttgart: ramp zu Gast bei STARTCOLLECTIONS

Am Samstag, den 3. Dezember 2022 öffnet im Dorotheenquartier für einen Tag die Pop-Up-Galerie von STARTCOLLECTIONS – ramp ist zu Gast und stellt mehrere Bilder zur Verfügung. Alle Infos rund um das Event? Lesen Sie hier.

Future in Motion

Eine Fotografin. Ein Designer. Ein Auto, das die Zukunft mit der Vergangenheit verbindet. Klingt wie Science Fiction, ist es aber nicht. Ein Gespräch mit der Star-Modefotografin Esther Haase und Eduardo Ramírez, Head of Exterior Design im Hyundai Design Center Europe, über Nachhaltigkeit, das Gefühl, zu Hause zu sein und wirklich fortschrittliche Technologie.

Lamborghini Huracán Sterrato: der Rock-Star auf der Art Basel Miami

Im Rahmen der renommierten Kunst- & Designmesse »Art Basel« in Miami hat Lamborghini den Offroad-Supersportler »Huracán Sterrato« vorgestellt. Mit bewährtem V10-Motor und bekanntem Allradantrieb, aber vor allem mehr Bodenfreiheit – und ja, auch einer Dachreling. Wir schauen uns die wichtigsten Features an.

Car Wash: Audi-Chefdesigner Marc Lichte im Gespräch mit Michael Köckritz

Als Marc Lichte im Teenager-Alter den legendären Audi Sport quattro sah, war es um ihn geschehen. Gewaschen wird heute aber der von ihm entworfene Audi e-tron GT, währenddessen es im Gespräch unter anderem um den Audi der Zukunft geht. Und um die Schwierigkeit, Autoscheiben richtig sauber zu bekommen.