Das Meisterstück: Bugatti W16 Mistral

He’s like the wind: Mit dem neu vorgestellten Mistral W16 beendet die legendäre Luxusmarke Bugatti ihre Verbrenner-Ära mehr als standesgemäß – und zeigt uns endlich eine offene Version ihrer Chiron-Architektur. Und bevor Sie zucken: Selbstverständlich sind schon alle 99 geplanten Fahrzeuge verkauft. Natürlich.
Text Marko Knab
Bild Bugatti Automobiles S.A.S.

Bei Bugatti wissen sie, wie man ein kunstvolles und gleichermaßen potentes Automobil baut – ein Auto wie den Mistral W16 eben, der heute im Rahmen der »Monterrey Car Week« vorgestellt wurde. Die neueste Schöpfung aus Molsheim bezieht dabei namentliche, aber auch geistige Inspiration von einem der berühmtesten Winde in Frankreich: kräftig, geradlinig, legendär – und gerne einmal dauerhaft stürmisch. Was an dieser Stelle nur folgerichtig ist, reden wir hier nämlich vom einzigen luftig-offenen Ableger der Chiron-Ära. Und dem allerletzten Fahrzeug, das rund um den ikonischen W16-Motor konstruiert wurde. Man könnte auch sagen: Hier ist das Meisterstück der Elsässer, bevor sie unter Führung von Mate Rimac in elektrische Gefilde aufbrechen. Hier die wichtigsten Fakten und Hintergründe.

Seine Inspiration:

Zentrales Vorbild für den W16 Mistral war der Bugatti Type 57 Grand Raid mit Sonderkarosserie aus dem Hause Gangloff. Im Jahr 1934 gebaut, trug der sportliche Roadster fließende Formen und aerodynamische Linien, die sich auch in den Kopfstützen zeigten. Auch seine elegante Farbkombination ist legendär: Schwarz-Gelb lackiert, nutzte er eine der liebsten Farbkombinationen Ettore Bugattis. In anderen Worten: die perfekte Inspiration für den »W16 Mistral«. Passend auch das Konzept des Roadsters, da ohnehin gut 40 Prozent aller Bugatti als offene Fahrzeuge konzipiert und ausgeliefert wurden.

Seine Einzigartigkeit:

An dieser Stelle muss man zugeben: Es werden 99 Exemplare des 5-Millionen-Euro-Wagens gebaut werden. Hier von »einzigartig« zu sprechen ist also mutig. Und dennoch ist jedes Fahrzeug ganz speziell– nicht nur wegen der sicher nach Kunde variierenden Ausstattung, sondern auch wegen seiner Grundcharakteristik: 1.600 PS, gut acht Liter Hubraum und Luftansaugstutzen direkt hinter den Köpfen der Passagiere. Sie fungieren gleichzeitig als Überrollbügel und atmen bei voller Leistung auch gut 70.000 Liter Luft pro Minute ein, wie Mate Rimac verrät. Kombiniert mit dem Wastegate der Turbos dürfte so eine der monumentalsten Klangkulissen der Automobilwelt entstehen.

Sein Ziel:

Der schnellste, luxuriöseste – und ultimative – Roadster sein. So kurz und treffend lässt sich die selbst auferlegte Zielsetzung bei Bugatti formulieren. Dabei soll er in die großen Fußstapfen des Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse treten, der 2013 mit 408,84 km/h einen Weltrekord für offene und straßenzugelassene Fahrzeuge aufstellte. Dafür setzt der W16 Mistral auf denselben Antrieb wie der Chiron Super Sport 300+, der damit gut 490 Kilometer Topspeed erreichte. Die Vorzeichen sind also gut – und die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Rekord grenzt an Sicherheit. Wir reden schließlich, nochmal zur Erinnerung, von Bugatti.

Sein Design:

Bugatti versteht sich selbst als synonym mit Höchstleistung und Schönheit. Beim letzten Serienmodell der Firmengeschichte mit Verbrennungsmotor waren deshalb die Herausforderungen besonders groß, verrät Achim Anscheid, Head of Design: »Uns war bewusst, dass der W16 Mistral für immer eine Bedeutung in der Geschichte von Bugatti haben wird – denn es ist das letzte Mal, dass der vielleicht großartigste Automobil-Antriebsstrang in einem Serienfahrzeug zum Einsatz kommt. Wir, als Designteam, fühlten einen enormen Druck, ein Styling zu entwickeln, das diesen bedeutenden Moment sofort vermittelt. Deshalb ließen wir uns von einigen der schönsten Roadster in der Geschichte Bugattis inspirieren.«

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: »Um den neuen Charakter des W16 Mistral widerzuspiegeln, haben wir auch die Frontpartie völlig neu gestaltet, in Anlehnung an die vertikale Linienführung unserer Sondermodelle wie Divo und La Voiture Noire. Die vertikal angeordneten Scheinwerfer sind komplett maßgeschneidert und der berühmte Hufeisen-Kühlergrill wurde dreidimensionaler, tiefer und breiter gestaltet. Am Heck haben wir uns der Herausforderung gestellt, eine markante, aber auch elegantere Version des X-Rückleuchten-Motivs des ›Bolide‹ zu entwerfen, das die Welt des Automobildesigns für immer geprägt hat.«


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