Das neue Ultimativ: der Porsche 911 GT3 RS

Porsche hat den 911 GT3 RS vorgestellt: der ultimative Sauger-992 verfügt über 525 PS, so viel Technik-Lösungen wie noch nie und den wohl breitesten Flügel, den ein Elfer je trug. Nur in einem Aspekt hat sich »der Neue« zurückentwickelt – und ja: gemeint ist der Topspeed.
Text Marko Knab
Bild Porsche

RS steht für Rennsport. Und für die kompromisslosesten Fahrmaschinen im Porsche-Kosmos, die von der Entwicklung im Motorsport profitieren. Mit der Vorstellung des neuen 911 GT3 RS aus der Modellgeneration 992 setzt Porsche wieder einmal einen drauf – und fährt für den Basispreis von 229.517 den mutmaßlich ultimativen Elfer vor. Fünf Dinge, die uns bei der Präsentation aufgefallen sind.

Aktive Aerotik, made in Zuffenhausen

Darüber können (und wollen) wir gar nicht hinwegsehen: die unglaublich komplexen und einfallsreichen Aerodynamiklösungen am GT3 RS. Er verfügt nicht nur über einen riesigen Heckflügel mit Schwanenhalsaufhängung aus dem Motorsport, sondern nutzt auch zahlreiche Flics, Luftleitbleche, Airblades und sogar aerodynamisch geformte Vorderrad-Aufhängungen, um sich auf die Strecke zu saugen. Bei 200 km/h generiert er mit 409 Kilogramm doppelt so viel Anpressdruck wie sein Vorgänger und dreimal so viel wie ein aktueller 911 GT3. Bei 285 km/h liegen dann schon wahnwitzige 860 Kilogramm Anpressdruck an.

Und das ist noch nicht alles: Der GT3 RS verfügt nämlich zudem über ein aktives DRS, mit dem der Pilot die Flügelelemente auf Wunsch flachstellen kann. So geht es auf der Geraden noch etwas schneller dahin. Bei einer Vollbremsung wiederum werden die Elemente und der Flap am Heckflügel aufgestellt und dienen dann als Luftbremse.

Ein Triebwerk, kein Motor

»Aerodynamik ist etwas für Leute, die keine Motoren bauen können«, sagte ein legendärer italienischer Fahrzeugkonstrukteur einst. Porsche setzt mit dem Vierliter-Sechszylinder-Boxer wiederum ein klares Statement, dass man auch beide Disziplinen ausgesprochen gut beherrschen kann. Für den GT3 RS wurde deshalb der aus dem Standard-GT3 bekannte Antrieb mit Hang zu hohen Drehzahlen und gutem Klang weiter verbessert. Neue Nockenwellen mit geänderten Nockenprofilen sorgen so für 525 PS und 3,2 Sekunden beim Sprint auf 100 Kilometer pro Stunde. Und auch beim Bremsen gibt es keine Kompromisse: Hier sorgt eine Anlage mit 410 Millimeter großen PCCB-Scheiben (Porsche Ceramic Composite Brake) für sichere Stopps.

Porsche hat den Dreh heraus

Am Lenkrad finden sich nicht weniger als vier Drehregler, die eine Fülle von Einstellmöglichkeiten bieten. Klassischerweise ist der Fahrmodus-Regler vorhanden, aber auch ein Schnellzugriff auf die Einstellung der Traktionskontrolle, der Hinterachs-Quersperre und ein »Dial« für die Einstellung des Fahrwerks finden sich hier. Mit Letzterem kann man aus dem Cockpit unter anderem die Druck- und Zugstufe der Dämpfer an Vorder- und Hinterachse verstellen. Was in diesem Fall sogar über die Lösungen im Motorsport weit hinausgeht, denn hier muss man für gewöhnlich an die Box, um das Fahrwerk anzupassen.

Wir sehen rot (und weiß)

Für die Präsentation hat Porsche dem bisher komplett schwarz gehaltenen GT3 RS eine weiße Grundlackierung mit roten Akzenten und Felgen verpasst. Die erinnern uns wunderbar an den 996 GT3, aber vor allem auch an die identische Optik des 911 2.7 RS, der wiederum ja der Stammvater aller sportlichen GT-Versionen ist. Übrigens: mit gerade einmal 1.450 Kilo Leergewicht ist »der Neue« absolut im Leichtbau-Geist des Ur-RS entstanden. So geht Heritage. Und kein bisschen anders.

Kein Mitglied im 300er-Club mehr

Jetzt das große »Aber«, zumindest für Zahlenfreunde und Quartettspieler: In der jüngsten Version fällt der 911 GT3 RS aus dem legendären 300er-Club. Richtig gelesen, der schnellste Sauger-Elfer wird langsamer und schafft nur noch 296 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden. Zu verdanken haben wir das dem bereits angesprochenen Riesenflügel, der natürlicherweise sehr hoch im Wind steht und für den unglaublichen Abtrieb sorgt. Was da noch zu sagen bleibt? Schnell geradeausfahren kann jeder!

Mehr Informationen:

porsche.com


ramp shop


Letzte Beiträge

Mission RAL 2005: Lotus Elise Cup 250 Final Edition

Chris Hrabalek hat sich die letzte gebaute Lotus Elise Cup 250 Final Edition gesichert, samt Spezialfarbe und Sonderkennzeichen. Damit ist er jetzt unterwegs – mit einem ganz eigenen Auftrag.

Massive Talent: Nicolas Cage is Nick Cage

Wie komisch es sein kann, wenn Schauspieler sich selbst darstellen, wissen wir seit »Being John Malkovich«, nun gibt es einen neuen Film: In »Massive Talent« spielt Nicolas Cage sich selbst als abgehalfterten Schauspieler. Dieses wunderbar ironische Spiel mit dem eigenen Image hat uns dann neugierig gemacht.

Ferrari Daytona SP3: Spieltrieb & Antrieb

So ein Hot Wheel bringt Kinder sofort in Spiellaune. Nicht selten auch Erwachsene. Alles manchmal nur eine Frage des Maßstabs. Bleibt die Frage, welche Maßstäbe man hier anlegen darf.

Homo Ludens: eine gedankliche Annäherung an den Menschen und das Spiel

Leben heißt Improvisation und Risiko. Es zählt die Kunst, aus allem das Beste zu machen. Die Fähigkeiten dazu kann man trainieren. Die Freude am Spiel ist hier eine wesentliche Facette. Eine gedankliche Annäherung an den Menschen und das Spiel. Von Michael Köckritz.