Der neue Spirit of Ecstasy:innen

Rolls-Royce hat seine Kühlerfigur überarbeitet. Flacher und aerodynamischer ist die Spirit of Ecstasy nun. Und sie basiert noch immer auf einer Frau. Uns gefällt das.
Text Jack Weil
Bild Rolls Royce

Zumindest die Chauffeure:innen-Vereinigung:innen (ist das korrekt so!?) hätten hier doch längst eine Petition in Auftrag geben müssen. Oder wenigstens einen Hashtag starten (#RollsRoyceSpiritDiversity). Doch da gibt es nichts. Keine Menschenseele regt sich darüber auf, dass der Job der Kühlerfigur:innen nun schon seit 111 Jahren ausschließlich von einer Frau bekleidet wird. Spirit of Ecstasy ihr Name. Und sie soll – so will es die lange und durchaus tragische Legende – auf der ebenso hochintelligenten wie gleichermaßen schönen Eleanor Thornton (1880-1915) gründen.

Andererseits blicken wir hier mit der entspannten Souveränität und Gelassenheit von Auto-Enthusiasten auf die Spirit of Ecstasy und wissen, so wahnsinnig spaßig ist der Job der Kühlerfigur dann vielleicht doch nicht. Ständig im Fahrtwind stehen und das bei einem Fahrzeug, dessen Leistungsangabe seit jeher lieber mit »mehr als ausreichend« denn mit konkreten PS-Zahlen angeben wird. Dazu kommen oftmals entweder der berühmte englische Sommer, der berüchtigte Smog chinesischer Megametropolen oder die brütende Sonne Abu Dhabis oder Dubais, Elemente, denen man als Kühlerfigur schutzlos ausgesetzt ist. So etwas kann einem den Arbeitsalltag ordentlich vermiesen. Dann doch lieber hinterm Steuer. Gerade und vor allem bei einem Rolls-Royce.

Da wird die neugestaltete Kühlerfigur die Motorhaube des künftigen vollelektrischen Spectre zieren. Die Figur besitzt in Zukunft eine niedrigere, dynamischere Haltung. Das bringt sie auch näher an die frühen Zeichnungen ihres ursprünglichen Schöpfers, des Illustrators und Bildhauers Charles Sykes. Die neue Spirit of Ecstasy ist 82,73 Millimeter hoch. Die bisherige Ikone maß 100,01 Millimeter. Ihre Robe, die im Windschatten weht und fälschlicherweise oft als Flügel bezeichnet wird, wurde subtil umgeformt, um sie aerodynamischer und realistischer zu machen. Die deutlichste Veränderung ist aber ihre Haltung.

Jetzt ist sie eine wahre Geschwindigkeitsgöttin, gegen den Wind gelehnt, ein Bein nach vorn, den Körper tief angezogen und die Augen vorwärts gerichtet.

Zuvor stand sie mit geschlossenen Füßen und geraden, in der Taille geneigten Beinen. Jetzt ist sie eine wahre Geschwindigkeitsgöttin, gegen den Wind gelehnt, ein Bein nach vorn, den Körper tief angezogen und die Augen vorwärts gerichtet. Diese Änderungen haben sowohl praktische als auch stilistische Vorteile und tragen zu den bemerkenswerten aerodynamischen Eigenschaften des Spectre bei. Die frühesten Spectre Prototypen haben einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,26, was den Spectre zum aerodynamischsten Rolls-Royce aller Zeiten macht. Es wird erwartet, dass sich der Wert während der umfassenden Testphase im Jahr 2022 noch verbessert.

Und da sind wir gerne ehrlich: bei solchen Job-Anforderungen wäre ein breitschultriger Mann vermutlich die schlechtere Entscheidung.

Mehr Informationen:

rolls-royce.com


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