Lamborghini Aventador S: Abrisskante zur Wirklichkeit

Freunde, lasst euch ja nicht von diesem lieblich-verträumten Babyblau täuschen. Warnen sollte euch besser dieses »S« im Namen. S wie Schlange. Der Lamborghini Aventador S Roadster atmet das süße Gift der Versuchung im Grenzbereich zwischen Himmel und Hölle. Na ja, und mit etwas Glück erwischst du gerade dann eine toxische Dosis, wenn eine Rennstrecke lauert.
Text Michael Köckritz
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Vergiss den Apfel. Und den Garten Eden. Das Spannende ist diese Schlange. Und wie sie dich mit ihrem Gift verführt. Deine Unschuld verabschiedet sich bereits bei ihrem Anblick, das Paradies verblasst zum Wolkenkuckucksheim. Allein die Schärfe ihrer glutunterlaufenen Y-Augen verbrennt Schein, Traum und Fantasie.

Der Willow Springs International Raceway, eine legendäre Rundstrecke, eingebettet in den kargen, braun-gelben Hügeln einer bergigen Region unweit von Los Angeles. Teile des Films »LeMans’66« wurden hier gedreht. Der Hauptparcours heißt »Big Willow«. 4,023 Kilometer. Mit dem Aventador S Roadster relativierst du die Angelegenheit zu einem Raum-Zeit-Extrem-Kontinuum. Du musst nur die rote Schutzkappe vom Startknopf wegklappen. Und zünden. Die Massenträgheit bäumt sich nur einen ultrakurzen Moment auf, dann bricht der Widerstand. Rocketman!

Der Baum der Erkenntnis bietet Hochgeschwindigkeitskurven, Steigungen und Gefälle und trägt an diesem Tag in Kalifornien glühendheißflimmernden Asphalt. Der Begriff Wirklichkeit bezeichnet das, was der Fall ist, und genau hier findest du dich in diesem Lamborghini wieder. Die Luft ist trocken. Atemlos atmest du bei 40 Grad im Schatten durch. Nur zu blöd, dass der Schatten fehlt.

→ Die komplette Geschichte lest Ihr jetzt in der ramp #53.


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