Die Chronik zweier Legenden: Buzz Aldrin und seine Omega Speedmaster Professional

Viele denken bei der ersten Mondlandung vor allem an Neil Armstrong und sein berühmtes Zitat. Ohne Mondfährenpilot Buzz Aldrin, der heute seinen 93. geburtstag feiert, wäre aber niemand auf dem Erdtrabanten gelandet. Und ohne seine Omega Speedmaster »Moonwatch« auch nicht. Wir nehmen uns Zeit, auf ein paar entscheidende Sekunden zurückzublicken.
Text Marko Knab
Bild NASA

Der 20. Juli 1969, 20:17:58 Uhr UTC. Gut 18 Sekunden sind seit »Contact Light«, also der ersten Berührung mit der Mondoberfläche vergangen – und dann die Nachricht auf die alle gewartet haben: »Der Adler ist gelandet.« Heißt konkret: Apollo 11 steht jetzt mit allen vier Landefüßen im Staub des Mondkraters »Mare Tranquillitatis«. An Bord der Kapsel: Neil Armstrong – der nur wenig später die ersten Schritte auf dem Mond machen wird – und Buzz Aldrin, Pilot der Mondlandefähre. An den Handgelenken der beiden strahlt die Omega Speedmaster Professional. Der Grundstein für ihren beispiellosen Aufstieg zu einem zeitlosen Klassiker der Uhrengeschichte ist gelegt.

Der Pilot der Mondlandekapsel:
Buzz Aldrin. An seinem Handgelenk strahlt die Omega Speedmaster Professional.

Ihr Kaliber ist dabei schon passenderweise unter dem Zahlenkürzel 321 bekannt, was keineswegs ein Zufall ist – genauso wie das elegante aber funktionale Erscheinungsbild mit drei Totalisatoren, Chronographenskala und die gute Ablesbarkeit. Beeindruckend sind aber vor allem die bis heute noch außergewöhnlichen Anforderungen, die die Uhr damals schon erfüllt: Als einzige Uhr galt sie als „Flight-qualified by NASA for all manned space missions“, was gleichbedeutend mit Widerstandsfähigkeit gegenüber Schwerelosigkeit, starken Magnetfeldern, aber auch Temperaturveränderungen von -18°C bis zu +93°C ist. Und nicht weniger als das muss ein Chronograph mit universellem Anspruch auch aushalten.

Zurück auf den Mond. Dorthin, wo nunmehr Sekunden über Erfolg oder Misserfolg der Mondmission entscheiden: Weil die Mondfähre beinahe eine Minute verspätet auf dem Erdtrabanten aufsetzt, schließt sich das für Aldrin und Armstrong so wichtige Notstartfenster. Nicht, dass bis jetzt etwas schiefgegangen wäre – würden die Landebeine der Fähre aber weiter in den Mondboden einsinken, müssten die beiden Männer die Mission sofort ab- und wieder gen Erde aufbrechen. Andernfalls? Hätte die Kapsel mit dem dritten Astronauten Collins bereits die Landestelle passiert und ihre Heimkehr wäre mehr als ungewiss.

Gerade einmal fünf Sekunden bleiben, maximal zehn, um abzuwarten – und noch viel wichtiger: um eine überlebenswichtige Entscheidung zu treffen.

Der Sekundenzeiger tickt. Unaufhaltsam.

Dann bleibt die Kapsel fest stehen – und die Mondlandung wird ein Erfolg. Die Uhr ticket weiter. Gut fünf Stunden vergehen. Mit einem Ruck öffnet sich die Tür der Fähre und Neil Armstrong steigt die Leiter hinab. An seinem Handgelenk? Keine Speedmaster Professional mehr. Denn im Gegensatz zum Chronographen hat die missionseigene Uhr im Landemodul inzwischen ihren Dienst quittiert – Armstrong lässt deshalb seine Uhr als Ersatz zurück. Dann endlich, am 21. Juli 1969 um 02:56:20 UTC macht Armstrong als erster Mensch Schritte auf dem Mond, zwanzig Minuten später folgt Buzz Aldrin. Er ist vielleicht der zweite Mensch auf dem Mond – aber vor allem der erste Uhrenträger, der den Trabanten betritt. Spätestens jetzt ist eine weitere Legende geboren:

Aus der Omega Speedmaster Professional ist just in diesem Moment die »Moonwatch« geworden.


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