Die L.A. Auto Show: Strom und Drang

»Land of the free«? Jetzt wohl eher »Land of the E«. Zumindest stellen die Automarken bei der L.A. Motor Show mehr denn je elektrische Crossover-Modelle vor. Aber: Es gibt auch neue, wunderbar unvernünftige Fahrzeuge.
Text Marko Knab
Bild Presse

Vollgas voraus? Oder doch mit dem Strom schwimmen? Die Automobilbranche findet sich gerade in einer verzwickten Lage. Und das zeigt sich ganz besonders auch bei der gerade laufenden Auto Show in Los Angeles. Von himmlischen Verbrauchswerten über höllische Optionen und komplett kompromisslose Tracktools ist alles dabei. Unsere persönliche Highlight-Liste mit absoluter Kontrast-Garantie.




KIA Concept EV9

KIA zeigt klare Kante – nicht nur in Sachen Design. Wie schon in den Jahren zuvor positionieren sich die Koreaner dabei immer stärker elektrisch. Und bauen mit dem EV9 ihre rein elektrische Flotte wohl bald weiter aus. Dabei kommt auch wieder die bekannte E-GMP-Plattform zum Einsatz. Sprich: bewährte und bekannte Technik unter neuem Crossover-Gewand. SUV fahren und trotzdem das (kantige) Gesicht wahren? Geht. Zumindest in Zukunft.




Dodge Charger & Challenger SRT Hellcat Redeye Widebody Jailbreak

Echtes Teufelszeug! Und bei Dodge sind sie auch noch stolz drauf. Was aber meinen die endlosen (und martialischen) Zusatznamen für die zwei Klassiker? Machen wir‘s kurz: Jetzt gibt es die zweitschärfsten Maschinen (nach der Demon-Linie) mit allen erdenklichen Ausstattungen zu bestellen. Keine Option schließt mehr eine andere aus. Ach ja, der bestialische V8 leistet jetzt 807 PS. Fünf Worte dazu: Anachronismus in Reinform. Aber geil!




Hyundai Ioniq Concept Seven

Pixel-Party auf koreanisch: Neben KIA präsentiert auch Hyundai eine eigene Studie auf der E-GMP-Basis. Die ist selbstverständlich auch ein SUV, ebenfalls elektrisch angetrieben und ähnlich mächtig gebaut, verfügt aber über ein eigenes Gesicht. Was ansonsten die Losung ist? Von wegen verflixte Sieben. Denn hier ist quasi alles nachhaltig und gleichzeitig doch auf die Fahrgäste zugeschnitten. Der (grüne) Daumen geht hoch.




Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport

Früher holte man noch den großen Bruder. Heute nimmt man sich einfach seinen Hochdrehzahlmotor mit 500 PS und lässt die Konkurrenz auf der Rennstrecke damit einfach stehen. So lässt sich zumindest das Konzept des schärfsten Cayman aller Zeiten zusammenfassen. Der Mittelmotorsportler schuhlöffelt dabei nicht nur den Vierliter-Boxer der GT3-Baureihe in sich, sondern nutzt auch ausgeklügelte Aerodynamik. Macht am Ende gut sieben Minuten auf der Nordschleife. Und für den Alltag? Bietet Porsche passenderweise auch den elektrischen Taycan jetzt als Sport Turismo und GTS an.




Fisker Ocean

Er soll das inzwischen schier endlose Meer aus elektrischen SUV’s trennen: die Rede ist vom Fisker Ocean. Ja, ganz richtig – das ist die neu gegründete Nachfolgemarke der zwischenzeitlich verschwundenen Hybrid-Sportwagen-Schmiede. Wir erinnern uns da an den eleganten »Karma«. Jetzt werden alle Autos der Marke elektrisch angetrieben. Der Ocean soll sogar das neue Papst-Mobil werden. Natürlich verbieten sich an dieser Stelle alle Pointen mit »gutem Karma«.


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