Die Senkrechtstarter: Autoflight und seine Lufttaxis

Elektrische Fortbewegung gehört am Boden schon lange zu unserem Alltag – und dank »Autoflight« vielleicht auch bald bei Lufttaxis. Jetzt hat das chinesische Start-up einen echten Coup gelandet – und erhält von Team Global mit Investor Lukasz Gadowski eine Finanzierung von 100 Millionen Dollar.
Text Jack Weil
Bild Autoflight

Alle wollen den Individualverkehr revolutionieren – und einer setzt jetzt an, es wirklich zu tun: Die Rede ist von Seriengründer und Risikoinvestor Lukasz Gadowski, der seiner Vision von elektrischen Flugtaxis nochmal Nachdruck verleiht. Und zwar in Form eines 100-Millionen-Dollar-Investments beim chinesischen Start-Up Autoflight, das über seine Tech Holding Team Global eingesteuert wird. Gadowski zeigt sich überzeugt vom Konzept der Chinesen: „Ich habe in den vergangenen drei Jahren gehört, was Tian versprochen und erreicht hat. Und was andere angekündigt und geschafft haben. Dadurch ist Vertrauen entstanden.“ Zufall ist der Erfolg von Autoflight dabei nicht: der bereits angesprochene Autoflight-CEO Tian Yu gründete auch schon den Drohnenhersteller Yuneec, neben Marktführer DJI einer der größten Hersteller für Consumer-Drohnen.

»Ich habe in den vergangenen drei Jahren gehört, was Tian versprochen und erreicht hat. Und was andere angekündigt und geschafft haben. Dadurch ist Vertrauen entstanden.«

Lukasz Gadowski

Mit diesem Know-How startete er 2016 dann durch und gründete auch Autoflight, das in gerade einmal fünf Jahren schon große Erfolge vorweisen kann. Zum Beispiel automatisierte Frachtflüge von abgelegenen Inseln zurück aufs Festland – aber auch das erste Modell für Passagiere befindet sich schon in Tests. Und es hat seinen Jungfernflug ohne Probleme absolviert. Ein weiterer Vorteil der Lufttaxis, die besonders sicher, leise, kostengünstig und zuverlässig sein sollen? Ist der besonders umweltfreundliche Einsatz aus Sicht von Gadowski: »Luftstraßen sind digital, um sie zu bauen, braucht man einfach nur Computercode – und muss nicht etwa Bäume roden.«

Der weitere Flugplan? Mit der Erfahrung von 10.000 Starts und Landungen will Autoflight jetzt den Sprung von Frachtdrohnen zu bemannten Luftfahrzeugen schaffen. Zunächst mit der V1500M – jener autonomen Personendrohne, die kürzlich ihren Jungfernflug ohne Passagiere geschafft hat. Im Gegensatz zur Konkurrenz setzt sie dabei auf ein bewährtes Konzept: anstatt eines schwenkbaren Antriebs wird sie mit getrennten Propellern für Senkrechtstart und Reiseflug arbeiten. Der große Vorteil? Eine weniger komplexe Konstruktion, geringere Kosten und höchstwahrscheinlich auch eine bessere Zertifizierbarkeit auf Märkten wie in Europa. Und wenn Autoflight damit die Mitbewerber damit tatsächlich überholt, wäre klar: auch mit bodenständigen, aber passenden Konzepten kann man die Konkurrenz überflügeln.

Mehr Informationen:

autoflight.com


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