Don’t call it SUV: Ferrari zeigt den Purosangue

Jetzt also doch vier Türen, dazu vier Sitze und Vierradantrieb: Ferrari betritt Neuland – und die dreifache »Vier« soll zum Erfolgsmodell werden. Sein Name: Purosangue, gleichbedeutend mit »Vollblut« im Deutschen. Und das passt: Unter der Haube des vielleicht praktischsten Ferrari aller Zeiten arbeiten 725 Pferdestärken. Ein Blick auf das Auto, das man nicht Crossover nennen sollte.
Text Marko Knab
Bild Ferrari

Ferrari ist sich sicher: mit dem Purosangue setzen sie auf das richtige Pferd. Und die Vorzeichen stehen nicht schlecht, dass die Fahrzeugklasse der Performance-SUVs einen neuen Maßstab hat. Auch wenn Maranello von einer komplett neuen Fahrzeugklasse spricht und die Bezeichnungen Crossover und SUV so gut es geht vermeidet. Am Ende ist es dann eigentlich auch egal, als was genau man den Ferrari Purosangue sieht – schließlich ist er ein echter Ferrari. Und das ist ja schon mehr als genug.


Das Design:

Fans des »Cavallino Rampante« fühlen sich beim Anblick direkt an den Roma erinnert. Und das ist kein Zufall: beide sind Transaxle Modelle und teilen deshalb auch dieselbe, aktuelle Design-DNA mit langer Motorhaube, skulpturierten Kotflügen und einem knackigen Heck. Letzteres nimmt dabei Anleihen vom 296 GTB und anderen Modellen mit Heck-Mittelmotor. Sein Alleinstellungsmerkmal aber: die hinten angeschlagenen Türen für den Fond. Kombiniert mit den gewöhnlichen Türen an der Front entsteht so eine einzigartige, gegenläufige Öffnungsmechanik. Sonst diktiert natürlich die Aerodynamik die Formen.

Motor: V12 mit 65° Bankwinkel und Trockensumpfschmierung / Hubraum: 6496 ccm / Leistung: 725 PS (533 kW) bei 7750 U/min / Drehmoment: 716 Nm bei 6250 U/min / 0-100 km/h 3,3 Sek / Max: > 310 km/h

Der Antrieb:

Was gibt es über einen Ferrari-V12 zu schreiben, das nicht schon geschrieben wurde? Wenig. Wir versuchen es trotzdem. Mit 725 PS, einem Bankwinkel von 64 Grad und 6,5 Litern Hubraum bekommen Liebhaber der italienischen Volksmusik wieder ein ganzes Opern-Orchester an die Seite gestellt, das seine Kraft auf ein Transaxle-Getriebe loslässt. Ebenfalls angetrieben sind dabei die Vorderräder, 3,3 Sekunden dauert der Spurt von 0 auf 100 km/h und 10,6 Sekunden vergehen beim Sprint von 0 auf 200 km/h. Noch Fragen?

Der Luxus:

Zum ersten Mal können die Fond-Passagiere in einem Serien-Ferrari durch eigene Türen einsteigen – ein echter Luxus für die Liebhaber der Marke. Ebenfalls komplett neu: vier einzelne Sitze und verhältnismäßig viel Stauraum. Verglichen mit den kompromisslosen Sportwagen bietet der Purosangue auch eine höhere Sitzposition, eine ausgeklügelte Burmester-Musikanlage und auf Wunsch zusätzliche Sicherheitsfeatures wie einen gepanzerten Boden. Nachhaltig kann er aber auch: das Alcantara des Dachhimmels besteht aus dem recyceltem Polyester von Fischernetzen. Und wenn sie das in Kombination mit den gewohnten Ferrari-Werten nicht einfängt … dann wissen wir auch nicht.


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