Doppelt hält besser: Singer ACS

Lieber ein Safari-911 von Tuthill Porsche oder ein individualisierter »Singer«? Dann am besten einfach die von Singer und Tuthill in Kooperation aufgebaute »All Terrain Competition Study«. Denn die verbindet den unverwechselbaren Singer-Stil und das Offroad-Know-how von Tuthill. Fünf Beobachtungen am Safari-911, die beweisen, dass doppeltes Expertenwissen auch doppelt so viel Spaß macht.
Text Alfred Rzyski
Bild Singer Vehicle Design

Singer trifft auf Tuthill

Singer wird für sein detailverliebtes und perfektes Design geschätzt, Tuthill Porsche gilt als die erste Adresse, wenn es mit einem Elfer sicher und schnell ins Gelände gehen soll. Als ein langjähriger Kunde von Singer um einen Rallye-Umbau bittet, ist der Fall klar: beide Spezialisten legen Hand an. Auf Basis des ikonischen Porsche 964 erschaffen die Amerikaner und Briten mit ihrer »All Terrain Competition Study«, oder kurz »ACS«, den vielleicht ultimativen Offroad-911. Sie gießen die Linien des klassischen Elfers in eine stilvolle Schale aus Kohlefaser mit ausgefeilter Aerodynamik und luftgekühlter Antriebstechnik.

Form trifft auf Funktion

Singer verpasst der »ACS« klare und muskulöse Linien in weißem Carbon mit orangen Akzenten. Darunter arbeiten ein 3,6-Liter-Boxer mit 450 PS und Allrad. Optisch und materialtechnisch ebenfalls aus einem Guss: die leichte Heckstoßstange – sie wird aus einem einzigen Stück Aluminium gefräst. Doch der Über-Safari-Elfer bietet noch viel mehr: ein von der FIA geprüfter Überrollkäfig, ein großer Langstreckentank und modernste GPS-Navigation, die den Anforderungen für den Rallye-Sport genügen. Auf Wunsch gibt’s obendrauf sogar noch mehr Motorleistung.

Gelände trifft auf doppelten Boden

Wenn man mutmaßlich an der Baja 1000 oder anderen Langstreckenrennen abseits befestigter Straßen teilnehmen will, braucht man einen doppelten Boden. Den hat die »ACS« im wörtlichen Sinne zwar nicht, ist aber auch alles andere als ein Showcar: gleich zwei Stoßdämpfer pro Rad, zwei Ersatzräder unter der Haube und zwei Werkzeugbehälter im Heck. Gut, zwei Sitze in einem Auto sind jetzt nichts Ungewöhnliches, die doppelte Schaltmöglichkeit mit Lenkradwippen und sequenziellem Schalthebel zugleich haben wir davor aber so auch noch nicht gesehen. Die Dakar? Wäre so sicher auch kein Problem.

Historische Referenzen treffen »State of the Art«

Auch der Heritage-Gedanke kommt nicht zu kurz: Im Geiste folgt die Fahrmaschine den Rallye-Legenden aus Zuffenhausen. Die heißen Porsche 953 und 959 und siegten jeweils bei besagter Dakar, damals noch unter dem Namen Paris–Dakar. Die Linien des 959 greift das neue Offroad-Tool selbstbewusst auf und integriert den Kühler wie sein Ideenspender in den flüssig gestalteten Heckflügel. Der Auspuff greift noch ein wenig weiter zurück: Seine Form erinnert an Rennfahrzeuge aus den 1960er-Jahren, die auch die Neuauflage des Porsche 935 ehrte.

Rot trifft auf Weiß

Doppelt hält besser, vor allem im schweren Gelände. Genau das ahnte wohl auch der Auftraggeber zu Beginn des ganzen Projekts. Kurzerhand lieferte er bei Singer deshalb nicht nur einen 964 ab, sondern gleich zwei Modelle – die Singer und Tuthill zu zwei Rallye-Versionen umbauten. Während die weiß gehaltene Version mit orangen Akzenten eher auf Wüste und Schlamm getrimmt ist, fokussiert sich die rote Ausgabe der »ACS« mehr auf das Einsatzgebiet im Rahmen von Asphaltrallyes.


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