Eine 
eigene Welt

Toni Mahfud ist Künstler, Influencer und Model. Er hat über drei Millionen Follower, teilt auf Instagram seine Gedanken, gibt aber eher selten Interviews. Uns verriet der 26-Jährige unter anderem etwas über seine spezielle Verbindung zu Autos. Die nicht nur durch das Fahren geprägt ist.

Interview: Michael Köckritz Fotos: Maximilian Baier
Produktion: Nadine Hanfstein Styling: Peninah Amanda


Herr Mahfud, wie trennen Sie das private Leben von der Marke Toni Mahfud?
Ich habe mich dafür entschieden, mein Privatleben aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. So mache ich mich nicht angreifbar. Ich teile gerne meine Gedanken, meine Ansichten, aber wo ich wohne oder mit wem ich abhänge, behalte ich für mich.

Wie gehen Sie mit dem Thema Inszenierung um?
Ich finde es schon lange interessant, etwas zu gestalten, das nicht ganz real ist. Mit zwölf oder dreizehn habe ich damit angefangen, mit Paint (Grafiksoftware von Microsoft, Anm. d. Red.) Sachen zu übermalen oder Sachen durch den Raum schweben zu lassen. Es ging mir darum, Dinge zu tun, die im alltäglichen Leben nicht sichtbar sind. Das gilt für meine Kunst wie für die Fotografie. In jedem Foto steckt auch viel Arbeit, das können ein bis zu zwei Tage sein.

Wie gehen Sie dabei vor?
Für mich ist das ein Prozess. Anschauen, überlegen, was mein Auge stört, wo man zuerst hinschaut. So kreiere ich eine fiktive Person mit eigenem Charakter.

»Ich steige in mein Auto, mache die Tür zu und bin in meiner eigenen Welt. Ich habe schon mal gesagt, dass mein Auto mein bester Freund ist.«
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Toni Mahfud

Ist Ihre Inspiration ein Teil einer Mission?
Ich gehe von mir selbst aus. Was möchte ich sehen, was möchte ich lesen, woran möchte ich denken? Ich fange bei mir an und freue mich, wenn andere es ähnlich sehen. Ich überlege, wie ich etwas interpretieren kann oder was ich cool finde – dann gebe ich etwas heraus. Insofern ist meine eigene Ansicht maßgebend, nicht die von anderen Menschen.

Würden Sie sich als Gesamtkunstwerk bezeichnen?
Auf jeden Fall ist mir Authentizität sehr wichtig. Auch ernstere Themen sollen durchaus dazugehören. Vielleicht kann ich Themen ansprechen, die viele im Kopf haben, auch wenn sie nicht darüber reden. So lernen mich Leute kennen, obwohl ich nichts Privates teile und auch nicht im Fernsehen zu sehen bin. Ich finde es interessant, dass es so funktioniert. Man muss nicht überall präsent sein, tiefgründiger geht es auf einer anderen Ebene. Wenn mir jemand schreibt, dass er sich durch meine Texte verstanden fühlt oder ich ihm auf seinem Weg geholfen habe, finde ich das super.

Auf Fotos wirken Sie zumeist ernst. Ist das Zufall oder beabsichtigt?
Erst gestern habe ich ein Bild gepostet, auf dem ich ein bisschen lächle. Aber das kommt tatsächlich nicht so oft vor. Lachen wird oft persönlich, so möchte ich eher nicht sein. Aber vollkommen durchdacht habe ich nicht, nie fröhlich wirken zu wollen.

»Manchmal fahre ich gar nicht mit dem Auto, sondern sitze nur im Wagen und höre Musik. Das ist für mich befreiend.
Im Auto fühle ich mich sicher.«

Toni Mahfud

Wie suchen Sie die Marken aus, für die Sie stehen?
Ich gehe sehr selektiv vor. Ich finde nicht heute die eine Marke cool und übermorgen eine ganz andere. Es funktioniert nicht, wenn ich am Ende zehn Marken habe, die ich alle cool finde. In jedem Segment habe ich eine Marke, höchstens zwei.

Sie arbeiten auch mit der Marke Cupra zusammen.
Ja, mit Cupra arbeite ich fast so lange zusammen, wie es Cupra als Marke gibt. Inzwischen entwickeln wir uns zusammen weiter. Es geht nicht nur darum, mich zu buchen, auch mein Wissen ist gefragt. Das finde ich toll. Natürlich hat eine Marke bereits ein Standing, aber ich sage dann, was ich mir darüber hinaus noch vorstellen kann.

Ganz allgemein, was inspiriert Sie, sind es Bücher oder Filme oder die Social-Media-Welt?
Alles und nichts. Ich bin ein großer Beobachter. Radio, Fernsehen, was derart kontrolliert ist, ist nicht so meins. Ich gehe gerne spazieren, beobachte Menschen, wie sie sich bewegen, wie sie sich austauschen. Mich inspiriert Musik, insbesondere bei längeren Fahrten mit dem Auto. Manchmal sitze ich einfach nur da und höre zu. So komisch es klingt, Erfahrungen und Emotionen inspirieren mich sehr, auch meine eigenen. Auch aus dem Negativen versuche ich etwas Positives zu ziehen. Es hat schließlich zu dem beigetragen, wie ich heute bin.

»Mich inspiriert Musik, insbesondere bei längeren Fahrten mit dem Auto. Manchmal sitze ich einfach nur da und höre zu.«
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Toni Mahfud

Was bedeutet Autofahren für Sie?
Das ist wichtig und ist es schon immer gewesen. Ich steige in mein Auto, mache die Tür zu und bin in meiner eigenen Welt. Ich habe schon mal gesagt, dass mein Auto mein bester Freund ist. Es bringt dich dahin, wohin du willst, ganz ohne einen negativen Austausch mit anderen Menschen. Manchmal fahre ich gar nicht, sondern sitze nur im Wagen und höre Musik. Das ist für mich befreiend. Im Auto fühle ich mich sicher.

Das nächste Projekt?
Ich arbeite gerade an meinem eigenen schönen Zuhause, einem Loft. Da habe ich viele Ideen, die ich mit der Architektin besprechen möchte.




Toni Gabriel Mahfud wurde am 2. Dezember 1994 in Hamburg geboren, bestand sein Abitur bereits mit 16 Jahren und wurde im Netz durch seine realistischen Porträts von Cara Delevingne oder Rihanna berühmt. Heute hat der Künstler und Kommunikationsdesigner zahlreiche Kooperationen mit exklusiven Marken und zählt zu einem der erfolgreichsten Male Influencer in Deutschland.


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