Text: Marc Röder
Bild: ramp
6 min

Es geht Bergab.

Zumindest wäre das hilfreich, wenn man gewinnen will. Denn hier geht es schliesslich um Seifenkisten.

Das wichtigste Wort heißt Hangabtriebskraft. Sie steigt mit zunehmendem Neigungswinkel der Ebene und ist bei 90° maximal, nämlich gleich der Gewichtskraft des Körpers. Man könnte auch sagen: je schiefer die Ebene, desto schneller die Seifenkiste.

Wer nachschlägt, wer die Dinger erfunden hat, landet in Oberursel. 1904 und 1907 fanden im Taunus die ersten Rennen statt, wobei die Minirenner bekannten Autos nachempfunden waren und mit Verpackungsmaterial herzlich wenig zu tun hatten.

Der Name »Seifenkiste«, also »soap box«, stammt wiederum aus den USA, Geburtsstunde war hier der 19. März 1933, als in Dayton das erste größere »Soap Box Derby« stattfand. Und während sich in den USA die Seifenkistenrennen in den folgenden Jahren zu einem Spektakel entwickelten, fuhren in Deutschland 1951 die Nachwuchs-Piloten das erste Mal um den »Großen Opel Preis«. Zwanzig Jahre später zog sich Opel aus dem Seifenkisten-Geschäft zurück, im Laufe der Jahre wurde Holz und Pappe durch glasfaserverstärkte Kunststoffe ersetzt, Federungen werden verbaut – allerdings hat sich an einer Sache nichts geändert:

Ohne Hangabtriebskraft läuft gar nichts.

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