Gelebte Geschichte: Gordon Murray T.50s

Niki Lauda kann man einfach nicht vergessen. Der Konstrukteur Gordon Murray geht trotzdem auf Nummer sicher und erinnert mit dem neuen »T.50s Niki Lauda« an seinen langjährigen Freund. Für ein unvergessliches Fahrerlebnis nutzt der Sportwagen dabei einen hochdrehenden V12-Motor, ausgefeilte Aerodynamik und einige historische Anleihen.
Text Marko Knab
Bild Gordon Murray Automotive

Guten Freunden widmet man schon mal ein Auto. So wie Gordon Murray. Zum 72. Geburtstag von Niki Lauda präsentiert der Südafrikaner eine rennstreckenorientierte Version seines aktuellen Supersportwagens T.50. Wie die Straßenversion nutzt der »T.50s Niki Lauda« einen Cosworth-V12-Sauger-Motor mit einem Drehzahllimit von mehr als 12.000 Umdrehungen pro Minute und mit bis zu 725 PS Leistung. Ein Gebläse am Heck, ein mächtiger Heckflügel sowie weitere Flaps für den Rennstreckeneinsatz zaubern insgesamt 1.500 Kilogramm Abtrieb hervor – bei 852 Kilogramm Fahrzeuggewicht. Bedeutet: Das Fahrzeug klebt quasi auf der Straße. Niki Lauda hätte vermutlich seine helle Freude dran gehabt.

Das war auch das Anliegen von Gordon Murray: »Niki war ein großartiger Rennfahrer und auch ein guter Freund«, erinnert sich der Südafrikaner, der mit seinen Konstruktionen in den 1970ern und 1980ern erst Brabham, später McLaren zu Formel-1-Titeln verhalf. Dabei lernte er auch Niki Lauda kennen – und schätzen. »Der T.50s ist zu Ehren von Niki benannt, um an seinen berühmten Sieg mit dem Brabham BT46B, dem ›Staubsauger-Wagen‹, beim Großen Preis von Schweden 1978 zu erinnern.« Bei diesem Fahrzeug sorgte ein Ventilator für einen Unterdruck, der den Rennwagen quasi auf die Straße presste. Es war allerdings ein kurzes Vergnügen. Die FIA kassierte die Konstruktion kurze Zeit danach ein.

Aber beim T50s hat ja zum Glück der Automobilsport-Weltverband nichts zu sagen. Also machte sich Murray an die Niki-Lauda-Edition, für die er sein Prinzip des »Fan Cars« ins 21. Jahrhundert transferierte und aus dem Straßensportler T50 eine Fahrmaschine für die Rennstrecke maßschneiderte. Auf den Markt kam der T50s Niki Lauda am Geburtstag des Österreichers. »Er hätte die Innovation und die technischen Details in unserem Auto sicherlich geschätzt«, ist sich der heutige Chef von Gordon Murray Automotive sicher.

»Der T.50s ist zu Ehren von Niki benannt, um an seinen berühmten Sieg mit dem Brabham BT46B, dem »Fan-Car« beim Großen Preis von Schweden 1978 zu erinnern.«

Der T50s Niki Lauda ist auf 25 Exemplare limitiert. Jedes Fahrzeug wird in chronologischer Reihenfolge nach einem Grand-Prix-Sieg von Murray benannt. Dazu gibt es ein eigens hergestelltes Buch mit Murrays Erinnerungen zu exakt diesem Rennen. Das erste Exemplar trägt übriges den Namen »Kyalami 1974«. Damals gewann Carlos Reutemann im von Murray konstruierten Brabham BT44. Auf der Pole Position stand aber ein anderer: ein gewisser Niki Lauda nämlich.





Gordon Murray Automotive T.50s Niki Lauda
Motor: V12-Saugmotor
Hubraum: 3.900 ccm
Leistung: 735PS (540kW)
Drehmoment: 485Nm bei 9,000 U/min
0–100 km/h: k.a.
Vmax: ca. 330 km/h
Preis: ca. 3,5 Mio. Euro


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