Goodwood Festival of Speed: Good to know!

Fit für das Goodwood Festival of Speed: Dieses Wochenende steht wieder das bekannteste Motorsport-Event des (britischen) Sommers an. Unser Guide durch die Geschichte Goodwoods vermittelt allen Newcomern die grundsätzlichen Infos, frischt das Expertenwissen der etablierten Besucher wieder auf und bietet einen Livestream.
Text Michael Petersen
Bild Amy Shore

Woher stammt die Idee zum Festival of Speed?
Frederick Gordon-Lennox, der 9. Duke of Richmond, ließ 1948 auf einem Militärflughafen die Rennstrecke von Goodwood erbauen. Sein Enkel, Charles Gordon-Lennox, Earl of March and Kinrara, erinnert sich: »Damals war ich elf Jahre alt. Ich habe den aufregenden Sound der Rennwagen, den Geruch von Benzin und Reifen sowie die abgekämpften Gesichter der Rennfahrer nie vergessen. Damals schon habe ich mir geschworen, den Motorsport irgendwann nach Goodwood zurückzuholen.« Gesagt, getan: 1992 übernahm der Enkel Goodwood von seinem Vater und richtete schon 1993 das erste Festival of Speed aus.

Warum gibt es Karten nur im Vorverkauf?
So lässt sich das Event gut vorbereiten. Und die Leute kommen völlig unabhängig vom Wetter. Manche schimpfen über den Regen, andere über die Hitze.

Wie kann ich das Festival of Speed von Zuhause aus verfolgen?
Wie in den vergangenen Jahren bietet der Veranstalter einen kostenlosen Livestream an. Über das gesamte Wochenende wird die Action dabei live auf Youtube übertragen, auch auf anderen sozialen Netzwerken gibt es Angebote um das Festival zu verfolgen. Der Kommentar ist dabei ausschließlich auf Englisch verfügbar.

Warum wurde nicht gleich auf der Rennstrecke von Goodwood gefahren, sondern auf einem Bergkurs neben dem Familiensitz Goodwood House?
Es hat einige Jahre der Planung und des harten Kampfes mit den Behörden gedauert, bis der Earl of March die Genehmigung bekam, an fünf Tagen im Jahr Rennen auf der alten Rennstrecke auszutragen. So lange wollte er 1992 nach der Übernahme von Goodwood aber nicht warten. Deswegen veranstaltete er zunächst den Goodwood Hillclimb. Das hat übrigens auch Tradition. 1936 hatte der Großvater des Earl in diesem Park ein Bergrennen veranstaltet – und gleich gewonnen mit einem Lancia.

Warum ist Goodwood so erfolgreich?
Zunächst ist da der Name Goodwood. Die Briten mit Benzin in ihren Adern haben die alte Tradition nicht vergessen. Dann stellte der Earl of March eine richtige Gartenparty auf die Beine. Und schließlich führte er die wertvollen historischen und modernen Fahrzeuge mit den passenden Fahrern der verschiedenen Generationen zusammen. Das alles macht das Festival so attraktiv.

Warum tragen das Publikum, die Fahrer und selbst die Mechaniker beim Goodwood Revival auf der alten Rennstrecke Kleidung längst vergangener Jahrzehnte?
Der Earl of March und sein Team, das heute 600 Vollzeitbeschäftigte umfasst, hatten darum gebeten. Die Idee wurde schon bei der Erstauflage 1998 begeistert aufgenommen. So wird jeder Zuschauer ein Teil des Events. Wer mit einer modernen Baseball-Cap kommt, der fühlt sich hier wirklich sehr deplatziert.

Warum gilt die Kleiderordnung nicht für das Festival of Speed?
Beim Goodwood Revival werden die Rennen der Jahre 1948 bis 1966 gefeiert – und zwar mit den Fahrzeugen und manchmal sogar mit den Fahrern von damals. Beim Festival of Speed dagegen fahren Autos, die hundert und mehr Jahre alt sind, ebenso wie aktuelle Rennwagen. Da würden zeitgenössische Kleidungsstile niemals zusammenpassen.

Was gibt es in Goodwood neben dem Motorsport?
Die drei Motorsport-Veranstaltungen Members Meeting, Festival of Speed und Goodwood Revival sowie das Pferderennen Glorious Goodwood bilden den Kern. Glorious Goodwood hat bereits einen ähnlichen Stellenwert wie Ascot. Drum herum haben sich Golf, Wellness, Hotels, Flug-Schau und manches mehr etabliert. Seit 2011 wird das Festival of Speed auch von einer großen Ausstellung für neue Autos begleitet. Sie wird oft als die bedeutendste Autoschau Großbritanniens bezeichnet. So ziemlich alle großen Automobilhersteller präsentieren hier ihr aktuelles Modellprogramm.


ramp shop


Letzte Beiträge

It’s cool, men: Steiner Architecture f/f und der Ice Race Pavillon

Der sommerlichen Hitze begegnet man am besten wie die beiden Macher von Steiner Architecture f/f: mit kühl gedachten und gut umgesetzten Ideen. Wie zum Beispiel dem Ice-Race-Pavillon. Aber Flo Oberschneider und Ferdi Porsche hinterlassen mit ihrem gemeinsamen Architekturbüro auch sonst nachhaltig Eindruck.

Corvette Stingray: Abhängigkeitserklärung

Die große Freiheit? Genießt man nicht in vollen Zügen. Sondern im amerikanischen Sportwagentraum schlechthin: der Corvette Stingray. Ein hochfrequenter Roadtrip zum Unabhängigkeitstag. Einfach nur... perfekt!

Asket: Mode radikal neu gedacht

Eigentlich träumten August Bard Bringéus und Jakob Dworsky nur von dem perfekten weißen T-Shirt. Dann gründeten die beiden Schweden, die sich an der Stockholm School of Economics kennenlernten, das Fashionlabel Asket und begannen, das Thema Mode radikal neu zu denken.

Internationaler Matsch-Tag: ein Carwash mit dem Jeep Wrangler und Daniele Calonaci

Eine Vorwarnung am internationalen Matsch-Tag: Es wird schmutzig. Sehr schmutzig. Und Daniele Calonaci von Jeep zeigt, was es bedeutet, wenn ein Designer den ramp Carwash wörtlich nimmt.