Der Huracán Evo und die Viele-Welten-Theorie

Wir sind Billionen. Jeder Einzelne von uns. Es gibt uns hier. Und dort. Sagt zumindest Sean Carroll. Der amerikanische Astrophysikererklärt erzählt uns im Interview für die ramp #49 von der sogenannten Viele-Welten-Theorie.
Text Michael Köckritz
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Tja. Quantenphysik.
Ich habe nie wirklich verstanden, warum Schrödingers Katze ausgerechnet dann sterben muss, wenn ich den Deckel des Kartons hebe und hineinschaue. Und nun sollen ich und die Katze noch in unzähligen Versionen weiterbestehen. In unzählbar vielen parallelen Universen. Jedes meiner Ichs geht seinen eigenen Weg. Und keines meiner Ichs wird jemals wieder was mit mir zu tun haben. Ich teile eine Vergangenheit mit den Unzahlen meiner »Alter Egos«, aber keine Zukunft. Sagt zumindest Sean Carroll.

In seinem neuen Buch »Something Deeply Hidden: Quantum Worlds and the Emergence of Spacetime« befasst sich der amerikanische Kosmologe mit der sogenannten Viele-Welten-Theorie. Vielleicht beginnt man das Gespräch erst einmal vorsichtig mit besagter Katze im Karton. Mit der man so seine Probleme hat. »Schrödingers Katze war ein Gedankenexperiment«, beruhigt Carroll meine persönliche Quantenphobie. »Schrödinger und Einstein hatten ihre Zweifel an den Theorien der Quantenphysik der damaligen Zeit. Demnach gibt es einen großen Unterschied zwischen einem System, wenn man es betrachtet, und wenn man es nicht betrachtet. Sie erfanden eine elaborierte Theorie, in der die Katze gleichzeitig tot und am Leben ist, bis zu dem Augenblick, an dem man den Deckel aufmacht.«

»Alles, was geschehen kann, wird nach der Viele-Welten-Theorie in einem der Myriaden von Universen auch eintreten.«

Seit über 90 Jahren versuchen wir die Welt der kleinsten denkbaren Teile, der Moleküle und Atome, zu verstehen. Quantenphysik. Wir bauen damit zwar Computer und Leuchtdioden und revolutionieren die Telekommunikation und suchen (und finden) mysteriöse Teilchen und Bausteine wie das Higgs-Boson, aber die meisten von uns (mich mit eingeschlossen) verstehen weder, was es mit Higgs-Boson genau auf sich hat, noch können wir eine logische Erklärung für das liefern, was Quantenphysik eigentlich bedeutet und wie sie funktioniert. Unser normales, auf ein dreidimensionales Universum kalibriertes Hirn hat mit den multidimensionalen Konventionen der Quantenphysik so seine Verständnisprobleme. Selbst der amerikanische Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman hatte in den Sechzigerjahren Erklärungsnotstand mit seinem eigenen Fachbereich. »Niemand versteht die Quantentheorie«, so Feynman. Das läge vor allem am Doppelspalt-Experiment. Und das sei »unmöglich, absolut unmöglich auf klassische Weise zu erklären«.

Quantenmechanik (oder Quantenphysik) ist also anwendbar, widerspricht aber jeglicher konventionellen Logik. Warum haben selbst Physiker damit Probleme?
Warum soll sich Natur anders verhalten, wird sie erst einmal beobachtet?

Einen Erklärungsversuch liefert uns Sean Carroll unter Rückgriff auf die sogenannte Viele-Welten-Theorie, die uns der Astrophysiker im Interview für die ramp #49 ausführlich erklärt.


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