Hyundai Ioniq 6: Futur-Formen

Aerodynamisch, nachhaltig und ästhetisch: Der Hyundai Ioniq 6 ist gebaut für das, was kommen wird. Simon Loasby, Vizepräsident und Leiter der Hyundai Style Group, erklärt das stromlinienförmige Design und die Funktionen im Innenraum.
Text Edoardo Nastri, Auto & Design
Bild Hyundai

Es ist kein Zufall, dass Hyundai London gewählt hat, um den Ioniq 6 zu präsentieren, das zweite Modell der Ioniq-Reihe, der reinen Elektromarke des koreanischen Herstellers. »Dieser Ort ist wirklich inspirierend für uns Kreative. Es ist ein Inkubator für Trends«, sagt Simon Loasby, Vizepräsident und Leiter der Hyundai Style Group, den wir in der britischen Hauptstadt bei der Präsentation des Autos treffen. Apropos Trends: »Der Ioniq 6 folgt einem Trend, der darauf abzielt, die aerodynamische Effizienz durch wenige Linien und ein möglichst reines Styling zu maximieren«, fährt Loasby fort und zeigt auf das Dach des Ioniq 6, das durch eine einzige Linie definiert wird, die an der ersten Säule beginnt und nahtlos bis zum Heck reicht.

»Dieser gewölbte Abschnitt war der Ausgangspunkt für ein aufregendes Projekt, das in nur 38 Monaten mit einer Zwischenstufe namens Prophecy entwickelt wurde«, sagt er und verweist auf den Prototyp, der 2020 vorgestellt wurde und im selben Jahr den Car Design Award in der Kategorie Concept Cars gewann. Diese auf die Spitze getriebenen Proportionen wurden für die Serienproduktion verfeinert, und obwohl das Endergebnis etwas von der Sportlichkeit des Konzeptfahrzeugs eingebüßt hat, haben sich die identitätsstiftenden Elemente nicht verändert: von den eckigen Scheinwerfern über den Heckspoiler bis hin zu den mehr als 700 Pixel-förmigen LEDs - »ein Muss in einem Ioniq« -, die über das Exterieur und den Innenraum verteilt sind.

Für den koreanischen Hersteller stellt der Ioniq 6 ein globales Elektroauto-Modell dar. Deshalb haben die Hyundai-Designzentren in Europa, Korea und den Vereinigten Staaten an seiner Entwicklung mitgewirkt. Von den ersten Skizzen an war es das Ziel, den aerodynamischsten Hyundai aller Zeiten zu schaffen: »Wir haben uns von den Streamlinern der 1920er Jahre inspirieren lassen, den ersten Autos, die im Windkanal entworfen wurden und deren Formen Designgeschichte schrieben«. Die Verwendung einer Plattform, die ausschließlich für Elektroautos reserviert ist (die E-GMP), ermöglichte es den Designern, mit den Formen zu spielen und den Radstand so weit wie möglich zu verlängern (auf 2,95 Meter bei einer Länge von 4,85 Metern), um mehr Platz für das Batteriepaket zu erhalten und den Innenraum geräumiger zu gestalten.

»Dieser gewölbte Abschnitt war der Ausgangspunkt für ein aufregendes Projekt, das in nur 38 Monaten mit einer Zwischenstufe namens Prophecy entwickelt wurde.«

Simon Loasby

»Für den perfekten Luftstrom haben wir die Öffnungen an der Front auf ein Minimum reduziert und eine saubere Flanke mit einklappbaren Griffen und zwei Kameras anstelle der großen Rückspiegel entworfen. Das Ziel wurde erreicht: Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,21 ist der Ioniq 6 der aerodynamischste Serien-Hyundai, der je gebaut wurde«, sagt Loasby zufrieden.

Der Ioniq 6 setzt den Hyundai-Look fort, die Designphilosophie, die das Familiengefühl verdrängt, um einzigartig gestaltete Modelle zu schaffen, die zur gleichen Marke gehören. Trotz der vielen Referenzen gibt es nur wenige Ähnlichkeiten: »Es ist wie mit Schachfiguren. Jede ist Teil desselben Teams, aber mit unterschiedlichen Rollen und Ästhetiken«, fährt Loasby fort. Das Layout des Innenraums ähnelt jedoch dem, das wir beim Ioniq 5 gesehen haben. Auf dem horizontalen Armaturenbrett finden wir die beiden 12,3-Zoll-Displays für die Instrumentierung und die Infotainmentsysteme, während die Mittelkonsole ein großzügiges Ablagefach beherbergt.

»Nachhaltigkeit ist das Herzstück dieses Projekts. Sie wird nicht nur durch die Formen vermittelt, man kann sie auch anfassen.«

Simon Loasby

Für die Polsterung werden in großem Umfang umweltfreundliche Materialien wie ökologisch behandeltes Leder, Stoffe aus recyceltem PET oder Teppichböden aus recycelten Fischernetzen aus dem Meer verwendet. »Nachhaltigkeit ist das Herzstück dieses Projekts. Sie wird nicht nur durch die Formen vermittelt, man kann sie auch anfassen«, so Loasby abschließend.

Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation zwischen ramp.space und Auto & Design. Und das Beste daran: Dies ist erst der Anfang einer engeren Zusammenarbeit.

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