Ich bin … Amy Shore

Amy Shore ist eine der besten und bekanntesten Autofotografinnen Europas. Sie liebt klassische Automobile nicht nur, sie lebt sie. Die Frau hinter der Kamera kennen dennoch nicht so viele. Zum Auftakt der neuen ramp-Interviewreihe »Ich bin« lernen wir die 30-Jährige kennen. Ach ja – für die kommende ramp #54 hat die Britin übrigens auch eine Strecke produziert.
Text Marko Knab
Bild Amy Shore

Hallo Amy, was ist echt typisch für Dich?
Die typische Amy? Hat eine Tasse Tee in der Hand, ist immer hungrig und braucht ständig Musik. Immer ein bisschen zu spät ist sie auch, immer ein bisschen gestresst und ein bisschen mehr Schlaf könnte sie auch brauchen. Aber vor allem freut Sie sich immer auf den nächsten Job und anstehende Abenteuer!

Wann hast Du zuletzt etwas zum ersten Mal getan und was war das?
Ich versuche ständig, neue Dinge auszuprobieren – sonst wird das Leben ja langweilig! Wenn man Sachen zum ersten Mal macht, dann ist das gleichzeitig aufregend und ein bisschen angsteinflößend, aber ich mag es, meine Komfortzone zu verlassen. Zuletzt war es ein Abstecher nach John O’Groats, der nördlichsten Siedlung Schottlands. Das war während der »Great Malle Rally«, einer einwöchigen Motorrad-Rally vom südlichsten Punkt Großbritanniens in Cornwall zur nördlichsten Spitze von Schottland. Der Ort lag nur fünf Meilen von der Route entfernt – und ich wollte unbedingt sagen können, dass ich dort war! (lacht) Außerdem habe ich die Rally auch zum ersten Mal beendet und damit meinen persönlichen Rekord für einen Bike-Trip überboten. Bei meinen vergangenen Teilnahmen bin ich nämlich einige Passagen mit dem Auto gefahren.

Wenn Dein Leben ein Song wäre, wie hieße der Titel?
Der müsste wohl »Sorry for the delay« heißen. Ich entschuldige mich ständig dafür, dass ich Mails spät beantworte – aber auch bei anderen Sachen. Eine Ausnahme gibt es aber: Bei Flügen bin ich gnadenlos zu früh dran. Ansonsten gilt, wie gesagt: »Sorry for the delay, I’m having too much fun!« Kurz gesagt bin ich also oft nur zu spät dran, weil ich zu viel Spaß bei der Sache davor habe.

Was muss unbedingt noch erfunden werden?
Ich brauche unbedingt so kleine Tracker wie die von Apple, die man an seine persönlichen Dinge montiert. Dann kann ich nichts mehr verlieren! (lacht) Mit der App auf dem Handy schaut man dann, wo sie sind. Wie mein Pass, mein Laptop und die Schlüssel – das würde mir das Leben definitiv einfacher machen.

»Ich versuche ständig, neue Dinge auszuprobieren – sonst wird das Leben ja langweilig!«
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Amy Shore

Was sollte niemand von Dir wissen?
Dass ich ständig das Gefühl habe, nicht richtig zu liegen, einen schlechten Job zu machen und dass ich keine Ahnung habe, wie ich es so weit gebracht habe. Liegt es vielleicht an meinen Social-Media-Kanälen und den vielen Followern? Von denen weiß ich auch nicht, wie ich zu ihnen gekommen bin. Manche würden das ein schweres »Hochstapler-Syndrom« nennen, aber ich sehe es sogar als Segen: So nehme ich nichts für gegeben hin, sondern bin ständig dankbar für die tollen Möglichkeiten, die ich bekomme. Tatsächlich brauche ich echt einiges an Bestätigung, aber das ist, glaube ich, gar nicht so ungewöhnlich. Auf jeden Fall versuche ich, die Dinge weniger persönlich zu nehmen!

»Tatsächlich brauche ich echt einiges an Bestätigung, aber das ist, glaube ich, gar nicht so ungewöhnlich.«

Amy Shore

Was sollte jeder einmal gemacht haben im Leben?
Unbedingt Schottland besuchen! Es ist einfach einer der magischsten Plätze auf dieser Welt. Und dann sollte man auch die Dinge machen, die einem Angst einflößen. Nur so fühlt man sich wirklich lebendig. Ich fange gerade an, professionell alte Jaguar E-Types zu restaurieren, und das jagt mir Angst ein. Aber ich bin mir sicher, dass es mich auch positiv beeinflussen wird.

Welches Ereignis in deinem Leben hat Dich bisher am meisten geprägt?
Das muss mein erstes »Goodwood Revival« gewesen sein. Es hat mir nämlich alle Türen in der Welt der Klassikautos geöffnet. Da sprang der Funke über und ich wollte nicht nur einen Klassiker besitzen und fahren, sondern auch mit historischen Autos leben. Kurz gesagt: da ging los, was jetzt mein ganzer Lebensinhalt ist.

Welche Superheldenkraft hättest Du gern und warum?
Ich würde gerne die Zeit anhalten können – wenn es das als Superheldenkraft geben würde! Oder zumindest die Fähigkeit, den Lauf der Zeit zu verlangsamen.

Was ist aktuell das Hintergrundbild auf Deinem Handy?
Im Moment ist das ein Bild von meinem Freund Will, der an einem von ihm selbst aufgebauten Jaguar E-Type lehnt. Das einzige Problem dabei: Der E-Type braucht so viel Platz, dass ich Will gerne mal übersehe! (lacht)

Der beste Ratschlag, den Du je bekommen hast?
Das muss dieses Zitat von Ricky Gervais sein: Er hat mal soviel wie »Die anderen wissen auch nicht genau, was sie tun« gesagt. Das hilft mir echt und gibt mir Kraft und Mut, Herausforderungen anzugehen. Ich versuche mich jeden Tag daran zu erinnern, mutig zu sein!


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