Im Namen von Bruce

Das Vermächtnis von Bruce McLaren sind nicht einfach ein paar Pokale in der Vitrine oder ein wohlklingender Firmenname. Das Vermächtnis von Bruce McLaren ist ein ideologischer Grundsatz. Zum Geburtstag von Bruce McLaren.
Text Tom M. Muir
Bild Marko Knab · ramp.pictures

Heute wäre Bruce McLaren 84 Jahre geworden. Würde er noch leben, es wäre sehr interessant, was er wohl denken würde, über jenen Satz, den er einst bei der Grabrede eines anderen Rennfahrers sagte: »Das Leben misst man nicht in Jahren, sondern in Erfolgen.«

Ein ehrenwerter Anspruch, vor allem für einen jungen Menschen, der dann tatsächlich jung gestorben ist. Als Held. In einer Epoche in der Rennfahren noch dieses Mythos-schwangere saugefährliche Ding war, dem sich nur die Waghalsigsten und wahrscheinlich auch Todesmutigsten stellen wollten. Aber es ist auch der ehrenwerte Anspruch und das Vermächtnis an all jene Frauen und Männer und Diversen, die heute im Namen von Bruce McLaren Formel-1 Autos und Straßenfahrzeuge bauen. Wie also sehen sie aus, die Ergebnisse? Das, woran sich die Mitarbeiter jeden Tag messen lassen müssen in Woking?

In der Formel 1, nun ja … aktuell geht es wieder aufwärts. Eine lange Talsohle scheint durchschritten. Endlich aber fahren die Boliden wieder in jenem legendären Orange, in dem auch Bruce McLaren zu rasen pflegte. Und auf der Straße?

Es hat etwas sehr Erholsames, mit einem McLaren zu fahren. Während man bei anderen Marken angestrengt versucht, die ursprüngliche Identität in den immer umfangreicher werdenden Modellpaletten zwischen halbautonomem Fahren, elektrisch verstellbaren Massagesitzen und nörgelnden Polizeibeamten am Seitenstreifen herauszufiltern, weiß man bei einem McLaren ganz einfach, woher er stammt: aus der Formel 1. That’s it! Und da wird auch gar nicht groß dran rumgetüdelt. In seiner fahrmaschinenhaften Einfachheit ist ein McLaren ein Straßenauto von bestechender Grandiosität. Wer bitte sonst käme auf die Idee, den Schminkspiegel in der Sonnenblende zu betonen, um damit die Alltagstauglichkeit zu unterstreichen!? (So geschehen bei der Vorstellung des McLaren 570S). Das zeigt doch, dass sie noch immer richtig ticken in Woking. Es würde einen nicht wundern, wenn das Montagsmeeting von einem Streckensprecher moderiert und Adele die englische Nationalhymne zum Auftakt trällert. Bevor eine Startampel erlischt.

Wir wollen den Anlass nutzen und blicken mal selbstkritisch auf unsere eigenen Leistungen. Denn immer wieder hatten wir Fahrzeuge mit dem Namen des Firmengründers vor der ramp.pictures Linse. Einige der besten Ergebnisse zeigen wir hier.




McLaren P1 – rampstyle #15

Er ist der wohl berühmteste McLaren P1, vielleicht sogar der berühmteste McLaren überhaupt. Denn obwohl es sich offiziell um das sogenannte Pre-Production-Car 3 handelt, also ein Vorserienfahrzeug, war der McLaren P1 mit dem britischen Kennzeichen P1 OOV auf mehr als 150 Covertiteln von Magazinen weltweit und in dutzenden Video-Clips zu sehen. Für rampstyle 15 war David Staretz unterwegs im wertvollsten Straßen-McLaren der Welt

Senna vs. Fullerton – ramp #48

Im Jahr 1993 wurde Ayrton Senna gefragt, wer denn der beste Fahrer gewesen sei, gegen den er in seiner Karriere je angetreten war. Senna überlegte kurz und nannte dann den eher unbekannten Terry Fullerton aus seinen Anfängen bei der Kart-Europameisterschaft. Das sei »pure racing« gewesen und Fullerton der wohl kompletteste Fahrer gegen den er je angetreten war. Heute lebt Fullerton in der englischen Provinz und managet junge Kart-Talente. Wir haben ihn besucht. Und es kam nur ein Auto in Frage.

McLaren 620R – ramp #51

Ein Rennwagen für die Straße. Dieser Floskel bemühen sich leider viel zu viele. Der McLaren 620R hält das Versprechen ausnahmsweise und ausnahmslos. Gerade so hat McLaren einen GT4-Rennwagen auf Plattform eines 570S Zulassungsreif für den öffentlichen Straßenverkehr bekommen. Wir sind damit nach Berlin. Nachts.

McLaren Elva - Web

Ihre Wurzeln? Dank Bruce neuseeländisch. Die Heimat? England. Und der Name? Dem Vernehmen nach Französisch. Denn »Elva« stammt von dem französischen Ausdruck »elle va« ab. Das bedeutet so viel wie: »Sie geht«. Und wie das auf 149 Stück limitierte Kunstwerk auf Rädern geht, können wir nach einer Fahrt an der Cote d’Azur bestätigen. Optisch kommt sie den M1-Modellen aus den 1960er-Jahren am nächsten, was aber auch nicht wirklich überraschend ist: Schließlich ehrt sie damit Rennmaschinen, die ebenfalls »Elva« genannt wurden.

McLaren 720S - rampstyle #23

Was ist besser als ein McLaren 720S? Richtig, zwei 720S in Spider-Konfiguration und ein Alpenpass. Fragen sie mal Kurt Molzer und Kurt Molzer. Ja, richtig gelesen. Für die kommende rampstyle #23 bekamen der legendäre Autor und sein gleichnamiger Vater von uns nämlich zwei der offenen Supersportler spendiert – was dann auch für nicht jugendfreie Ausrufe sorgte. Bei Kurt Molzer junior vor Freude, weil die Fahrt sehr dynamisch war. Und beim mitgereisten Fotografen aus Angst, weil die Fahrt sehr dynamisch war.


ramp shop


Letzte Beiträge

ramp #55 - Watt? Nun.

Moin! Wir haben Freude. An den Norddeutschen. Die gelten gemeinhin als kühl und unnahbar. Überschwang ein Fremdwort. Zur Verfestigung des ersten Eindrucks trägt das Grußverhalten bei, den Norddeutschen genügt ein angedeutetes Nicken. Besonders gut gelaunte Exemplare lassen sich zu einem »Moin« hinreißen.

Express Yourself: Grason Ratowsky

Grason Ratowsky war Creative Director in Agenturen in New York und arbeitete lange als Produkt-Designer. Heute lebt der 36-Jährige die meiste Zeit auf Mallorca. Und malt. Wir wollten wissen, welche Rolle das Unterbewusstsein bei seiner Arbeit spielt und ob ein Künstler unglücklich sein muss. Wobei Ratowsky einen sehr zufriedenen Eindruck macht.

Zeit für Luxus: Bulgari eröffnet die Autostyle Live-Workshops

Nach dem Auftakt vergangene Woche steht jetzt der erste Workshop im Rahmen der Autostyle 2021 an: Fabrizio Buonamassa führt für Bulgari durch die Entwicklung der hauseigenen Luxusuhren und die Verbindung der italienischen Designkultur mit dem schweizerischen Uhrmacherhandwerk

Really Fast

Dies ist eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, die damit beginnt, dass unser Autor fast nicht nach Italien gelassen wurde, um den Ferrari SF90 Stradale Assetto Fiorano zu fahren. Was für viel Frust und sicher viel Lärm am heutigen, internationalen Tag der Frustrationsschreie gesorgt hätte. Es ging natürlich alles gut.