It’s cool, men: Steiner Architecture f/f und der Ice Race Pavillon

Der sommerlichen Hitze begegnet man am besten wie die beiden Macher von Steiner Architecture f/f: mit kühl gedachten und gut umgesetzten Ideen. Wie zum Beispiel dem Ice-Race-Pavillon. Aber Flo Oberschneider und Ferdi Porsche hinterlassen mit ihrem gemeinsamen Architekturbüro auch sonst nachhaltig Eindruck.
Text Matthias Mederer
Bild Amy Shore

Eine offene Lounge im Winter in den Bergen – das klingt für uns erst einmal gewagt. Es kann ja schließlich sehr zugig sein in Zell am See. Wie kam es dazu?
Der Pavillon ist Teil des Außenraums. Zum Glück ist man beim Ice Race sehr warm angezogen. Das Erlebnis steht über dem Komfort.

Welche Rolle spielt dabei die Umgebung?
Der Pavillon kann an verschiedenen Orten aufgebaut werden. Seine Erscheinung verändert sich komplett mit dem Wetter und noch mehr mit der Jahreszeit: Im Winter verschwindet er in der Landschaft, bei Sonne reflektiert das weiße Dach, im Sommer wird der Boden zum Podest.

Waren Eis und Schnee das Leitthema?
Ich denke, in einem anderen Kontext wäre er nicht weiß geworden. Der verschneite Boden geht direkt in das Gebäude über. Die vier roten Stützen beziehen sich voll auf das Fahrzeug.

Was waren die besonderen Herausforderungen bei dem Projekt?
Die Pandemie hat uns eine sehr kurze Planungs- und Bauzeit beschert. Damit ging auch eine geringere Verfügbarkeit der Materialien einher. Der Pavillon musste flexibel auf- und abbaubar sein – und natürlich in seinen Maßen auf die Standardmaße eines Lastwagens zugeschnitten sein.

Euer Lösungsansatz?
Wir wussten ziemlich genau, was wir wollten: Es sollte eine einfache Lösung darstellen. Wir wollten die Grenzen zwischen Menschen und Autos verwischen – die Landschaft spielt dabei eine zentrale Rolle.

Wie sind die Reaktionen auf den Pavillion ausgefallen?
Wir haben uns darüber gefreut, wie er angenommen wurde. Er war direkt ein Treffpunkt. Die Leute haben sich hingesetzt, miteinander gesprochen und Fotos gemacht. Genau darum geht es beim Ice Race, ein inklusives Event rund um das Kulturgut Auto!

Wird der Pavillion 2023 wieder dabei sein, oder wird es etwas anderes geben?
Auf jeden Fall! Und noch vieles mehr.

»Er war direkt ein Treffpunkt. Die Leute haben sich hingesetzt, miteinander gesprochen und Fotos gemacht. Genau darum geht es beim Ice Race, ein inklusives Event rund um das Kulturgut Auto!«

Ganz allgemein, welche Rolle spielt die Natur für Steiner Achitecture f/f?
Eine ganz zentrale. Wir zielen immer darauf ab, sehr auf den Ort bezogen zu bauen. Die Natur definiert einen Ort, sie gibt die Materialität vor, das Klima, die statischen Rahmenbedingungen und in den Alpen sogar die Bauzeit.

Und das Thema Nachhaltigkeit?
Besitzt für uns auf die Architektur bezogen zwei Aspekte: Der Klimawandel ist nicht wegzureden, deshalb müssen wir sicherstellen in der Materialität und im Bau selbst Energie zu sparen. Gleichzeitig denken wir, dass Gebäude möglichst lange stehen sollten. Dafür müssen sie flexibel sein, um auch einmal einem anderen Nutzen oder Nutzer dienen zu können. Das bedeutet auch, dass die Materialen eine gewisse Qualität haben müssen.

Wie nutzt ihr die Materialien dann konkret?
Wir wollen ehrlich damit umgehen. Wir verkleiden nicht. Sichtbarkeit und Haptik sind uns wichtig. Das Material gibt dem Gebäude Attitüde, Textur und Farbe.

»Wir zielen immer darauf ab, sehr auf den Ort bezogen zu bauen. Die Natur definiert einen Ort, sie gibt die Materialität vor, das Klima, die statischen Rahmenbedingungen und in den Alpen sogar die Bauzeit.«

Eure Herangehensweise dabei?
Als junges Architekturbüro sind wir oft diejenigen, die unseren Kunden Projekte vorschlagen. Projekte, an die wir glauben und hinter denen wir stehen. Manchmal sogar mit einem Designvorschlag. Und wir sind sehr detailverliebt. In unserem Designprozess springen wir vom Big Picture ganz tief ins Detail und zurück.

Was macht euch dabei erfolgreich?
Wir hören zu. Wir haben gelernt, dass die Projekte besser werden, wenn wir auch andere Ideen einfließen lassen. Gleichzeitig muss man manchmal stur sein. Es geht darum, eine gute Balance zu finden. Bisher haben wir das geschafft.

Wie schafft ihr es immer wieder, auch unter der Menge an gleichzeitigen Aufgaben »Out-of-The-Box« zu denken?
Ein Projekt inspiriert das nächste und das nächste und das nächste. Ich glaube, das ist ein Grund, warum es funktioniert.

Der größte Luxus für euch?
Ein halber Meter Tiefschnee und zwei Skier. Für Flo ein Snowboard!

»Wir sind sehr detailverliebt. In unserem Designprozess springen wir vom Big Picture ganz tief ins Detail und zurück.«

An welchen Orten dieser Welt würdet ihr gerne noch aktiv werden?
Es gibt so viele coole Orte auf der Welt. Gerade arbeiten wir zum ersten Mal in den USA – und das ist eine wahnsinnig interessante Erfahrung.

Eure Zukunftsprojekte? Da ist ja auch noch was mit Porsche …
Auf dem Großglockner wird derzeit der „Mankei“ gebaut, die erste Location von GP. (GP ICE RACE, Anmerkung der Redaktion) Außerhalb von Wien arbeiten wir an einem privaten Auto Museum. Das Projekt in den USA ist innerhalb des Petersen Automotive Museum angesiedelt. Wir planen außerdem gerade ein Wohnhaus in Kopenhagen und wir renovieren ein denkmalgeschütztes Haus in Salzburg.


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