Deshalb: Jaguar F-PACE SVR Alpine Rally Edition

Mit dem Jaguar F-PACE SVR Alpine Rally Edition auf den Spuren der legendären Monte. Kenner wissen, was gemeint ist. Und genau darum geht es.
Text John P. Doh
Bild David Shepherd / Jaguar

Selbstverständlich hätten sich die typischen, gelernten Luxusdestinationen dieser Welt als prädestinierte Begegnungsbühnen für den Jaguar SUV angeboten. Mit all diesen Premium-Lifestyle-Fashion-Architektur-Flugzeug-Schiff-Assoziationen, die eingeübten Halt geben. Im Zweifel noch den kitschigen Sonnenuntergang in die Postproduktionen einfügen, fertig ist ein Bild, das am Kern dieses Auto so fröhlich vorbeischießt wie ein Sportwagen, der den Bremspunkt vor einer Spitzkehre um gute zwei Autolängen verpasst hat.

Deshalb: Genf – Nizza. 800 Kilometer. Staubpisten, Schlaglöcher, echte Kurven, über einige Abschnitte führt auch die legendäre Rallye Monte Carlo. Und deshalb: Jaguar F-PACE SVR Alpine Rally Edition. Hier steigst du am Start nicht einfach ein, stellst Sitz und Lenkrad zurecht und die Spiegel ein, verbindest die Playlist deines Handys mit der feinen Musikanlage und rollst einfach los. Hier steigst du ein und rekapitulierst zunächst einmal, worum es überhaupt geht.

Die Konzentration auf das Wesentliche nämlich. Auf das Auto. Auf uns. Und auf dieses Gefühl der Freiheit. Ein perfektes Setting für eine Zeitprüfung. Und für einen Ausflug ins eigene Ich. Denn die Erfahrung lehrt uns: Wir lieben Luxus – aus dem einfachen Grund, weil wir gar nicht anders können. Luxus tut uns gut. Unabhängig von zufälligen Umständen oder Trends. Unser emotionales System ist evolutionsbiologisch darauf geeicht, uns für jedes Ereignis quasi automatisch eine Basisbewertung zu liefern, Hauptkriterium: Etwas könnte gut oder eher nachteilig für uns sein. Diese einfache Sortierung nach positiv und negativ löst begleitende Lust- oder Unlustgefühle aus und steuert damit unser Handeln: Das Positive wird gesucht, das Negative vermieden. Luxus rückt uns in den Mittelpunkt und begegnet uns hier als extrem positive Kombination aus gutem Gefühl und Botschaft. Daran wird sich im Prinzip nichts ändern. Die Evolutionsbiologie wird ihre Kinder nicht entlassen.

Damit fahren wir los. Alles Weitere wird sich dann unterwegs schon ergeben.

Der F-PACE SVR Alpine Rally Edition grummelt niedertourig die ersten Streckenabschnitte an. Es geht hier nicht auf Zeit.
Es geht um Zeit.

Seitdem im Jahr 1911 Prinz Albert I die »Sternfahrt« ins Leben rief, zählt die Fahrt zur Côte d’Azur und nach Monte Carlo zu den prestigeträchtigsten Rennsport-Veranstaltungen der Welt. Der Beginn unserer Reise führt direkt über Teile der berühmten Etappen, die von 1981 bis 1987 sowie 1994 Teil der Rallye Monte Carlo waren. Der Col du Granier war bereits im Jahr 1962 Teil der Rallye.

Könnten wir diesen Abschnitt auch mit einem weniger stark motorisierten F-PACE schaffen? Ganz sicher. Sogar ein Mietwagen könnte hier fahren. Also, was wissen wir wirklich darüber, warum wir kaufen, was wir kaufen? Nur selten kalkulieren wir rational. Wir werden geleitet von Emotionen, Automatismen und Assoziationen. Von der »Ratio« nicht kontrollierbar, bestimmt dieses »implizite System« der Psyche – wie Wissenschaftler es nennen – unser Handeln. Das Gehirn entscheidet im Verborgenen. Gerade beim Kauf von nicht lebensnotwendigen Dingen wird so etwas wirksam. Hier entscheiden wir uns, weil wir etwas signalisieren wollen. Jaguar. F-PACE. Der SVR. Und on top: die Alpine Rally Edition.

Ein gutes Gefühl und eine Botschaft: »Ich bin es wert«, »Ich bin besser«, »Ich kann es mir leisten«.

Dieses Prinzip wird sich nicht ändern.

Die Werbung für Luxusprodukte hat dieses Prinzip nicht erfunden. Die Natur ist übervoll von Phänomenen, die nur als Resultat kompetitiven Investierens in scheinbar überflüssige, tatsächlich aber höchst wirksame Ornamente erklärbar werden.

Tag zwei führt uns von Uriage nach Saint-Geniez. 190 Kilometer, über drei Stunden Fahrt. Von Furmeyer nach Barcelonnette führte die Rallye mindestens 17 Mal, was diesen Abschnitt zu einem der berühmtesten überhaupt macht. Das Fahren erfordert viel Konzentration. Zumal, wenn man es etwas ambitionierter angeht. Da regelt beim Anbremsen schon mal das ABS, da blinkt immer wieder das Symbol für die aktive Traktionskontrolle beim Rausbeschleunigen aus Kurven.

Ist das schon Arbeit? Nein. »Der lebende Mensch«, sagt der Philosoph Lambert Wiesing, »fühlt in den Momenten der Luxuserfahrung, dass er lebt und dass nur derjenige vernünftig sein kann, der nicht gezwungen ist, vernünftig sein zu müssen.« Es ist wie in der Kunst:

Der bewusste Regelbruch, das Verweigern der geltenden Konventionen wird positiv erlebt. Es ist der »Dadaismus des Besitzens«, wie es Wiesing einst beschrieben hat.

Roadmovie-Feeling eben.

Am Ende des dritten Tages winkt Nizza als finales Ziel. Zuvor geht es von Saint-Geniez nach La Garde-Freinet auf rund 240 Kilometern. Noch mal über viereinhalb Stunden Autofahrt.

Entdeckung, Geschwindigkeit, die Entwicklung des Helden: Das Genre des Roadmovies lässt – genau wie so eine Rallye Monte Carlo – das Motiv der Reise zur Metapher für die Suche nach persönlicher Freiheit und Identität werden. »Automobilität bedeutet die Möglichkeit zur Wahl von Fortbewegungsart, Strecke sowie Zeitpunkt und impliziert damit Individualität und Selbstbestimmung.« So formulierte es mal der Philosoph Peter Sloterdijk. Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Außer vielleicht: Der Satz »Let’s get out of here« begegnet uns nicht ohne Grund besonders oft in Roadmovies.

In diesem Sinne.

Anlässlich von »75 Jahre Jaguar Sportwagen« plant Jaguar Land Rover diese Rallye im September 2023 Kunden anzubieten. Registrieren Sie sich jetzt – unverbindlich.


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