Keep it simple: Ein Besuch bei dem Architekten Per Bornstein

Per Bornstein hat das Headquarter für die Volvo Tochtermarke Polestar entworfen: clean, kantig und progressiv. Privat mag es der Architekt lieber gemütlich. Er zeigt uns sein Haus in Göteborg, das er – natürlich – selbst entworfen hat.
Text Natalie Diedrichs
Bild Victor Jon Goico

Die vielen Fenster machen das obere Geschoss des Schwedenhauses wunderbar hell. Die Hanglage ermöglicht einen Blick auf die Stadt Göteborg. Bornstein zeigt nach unten: »Und da drüben ist mein Architekturbüro. Nur drei Minuten zu Fuß. Es gibt nichts Praktischeres!« Küche, Esszimmer und Wohnzimmer verschmelzen zu einer offenen Gemütlichkeit, das honigfarbene Holz verleiht den Räumen Wärme.

Bornsteins Haus ist ein starker Kontrast zum sehr cleanen, geradlinigen und fast schon hypermodernen Polestar Gebäude, das der Architekt 2018 entworfen hat. Die clevere Raumaufteilung seines Eigenheims kaschiert die Tatsache, dass jede Etage »nur« 64 Quadratmeter Wohnfläche bietet. »Ich wollte kein Prestigeobjekt bauen, sondern ein Zuhause. Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und der nicht so hohe Heizkosten verursacht. Denn die Winter sind kalt hier«, erklärt der Schwede. Deshalb seien ihm natürliche Materialien wie Kiefernholz und die kompakte Bauweise so wichtig gewesen.

Die Schlafzimmer hat er bewusst klein gehalten, weil die Familie die meiste Zeit in der Wohnküche verbringt. Ob er alles nochmal so machen würde, wenn er von vorne anfangen müsste? »Fast«, gibt er zu, »wahrscheinlich würde ich mehr Türen einbauen. Ich habe die Pubertät doch etwas unterschätzt«, lacht der Familienvater.

Für Bornstein sei es eine Ehre gewesen, das Headquarter für die Volvo Tochter Polestar zu designen, da er aus einer absoluten Volvo Familie stamme. »Nicht gerade untypisch in Schweden«, lacht er wieder. Sein Vater habe als Ingenieur immer die neuesten Modelle mit nach Hause gebracht und seine Mutter sei eine der allerersten Mitarbeiterinnen überhaupt gewesen: »Sie hatte eine vierstellige Personalnummer, das gibt es heute gar nicht mehr«, erzählt er. Natürlich fährt der Architekt auch selbst einen Volvo und mag vor allem die aktuellen Modelle. »Thomas Ingenlath leistet hervorragende Arbeit. Er macht die Autos wieder begehrlich und uns Schweden damit unheimlich stolz«, lobt er die Arbeit des Volvo Chefdesigners.

Die ganze Geschichte haben wir in rampstyle #18 untergebracht. Und viele weitere Bilder dazugestellt.


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