Text: Bernd Haase
Bild: Julia Berlin für Škoda
2 min

Klare Kante zeigen in der Welt der zwei Räder

Škoda setzt aufs Rad ... und bastelt nebenher noch hübsche Trophäen. Für was? Für das wichtigste Radrennen der Welt.

Was ein echter Siegerpokal für das härteste Radrennen der Welt werden will, muss schon auch mal klare Kante zeigen und ein wenig mehr produzieren als nur heiße Luft.So ein Pokal, der muss herausragen, sich dynamisch emporrecken, den Triumphator quasi in den Himmel emporheben, wenn dieser auf den Elysischen Feldern zu Paris seinen Sieg gegen 197 Kontrahenten – und gegen sich selbst – feiert.Und wie wird man nun so ein dynamischer Siegerpokal?Indem man sich von anspruchsvollen Designern entwerfen und von handwerklichen Könnern produzieren lässt. Hört sich leicht an. Ist dann aber doch ein Prozess, der Feingefühl, Können und Geduld braucht.Aber der Reihe nach.Der Siegerpokal der Tour de France stammt aus dem nordtschechischen Kamenický Šenov, einem 4.000-Seelen-Ort, der auch gut und gerne die Heimat von Berggeistern wie Rübezahl sein könnte.Ist er aber nicht. Denn er liegt in Crystal Valley. So hat der Glasproduzent Preciosa seine Heimat getauft. Und liegt dabei gar nicht so falsch. Wenn es hier im Tal des Šenovský potok etwas im Überfluss gibt, dann ist es Glas. Denn das Siliciumdioxid, der Grundstoff von Glas, ist hier nicht nur reichhaltiger als anderswo, sondern auch reiner und feiner. Und wenn es um höchste Qualität geht, dann ist man im Werk von Preciosa gar nicht so falsch. Im Wettlauf um das schönste Glitzern haben sie hier winzige Glaskristalle namens Stardust entwickelt. Das heißt übersetzt nicht nur Sternenstaub, sondern glitzert auch so. Und für einen Sieger des Radrennens ist so ein Stoff genau das Richtige.Das dachten sie sich auch in Mladá Boleslav. Das ist wiederum die Heimat des ganzen Stolzes der tschechischen Nation, nämlich des Autoherstellers Škoda, welcher wiederum seit 2004 Hauptsponsor des größten Radrennens der Welt ist, den Siegerpokal stellt und dessen Geschichte vor 120 Jahren mit dem Bau von – genau – Fahrrädern begann.Verantwortlich für das Projekt ist Peter Olah, Design Koordinator bei Škoda. Der erklärt: »Die Tour de France steht für Dynamik, Leidenschaft und Power.« Dazu packt er Präzision und klare Kanten, wie sie Skoda zum Beispiel mit seiner Studie Vision C emtworfen hat. Auf das sechzig Zentimeter hohe und vier Kilogramm schwere Unikat übertragen, manifestiert sich dies in einem einem spannenden Wechselspiel aus leichten Schwüngen, dreidimensionalen Konturen und scharfen Kanten, die bei Preciosa hergestellt werden.Wie gesagt, so ein Siegerpokal muss klare Kante zeigen. Und wenn bei der Produktion mal heiße Luft produziert wird … sei’s drum. Wir haben uns jedenfalls mal angeschaut, wie aus Quarzsand so ein Pokal wird.

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