McLaren Artura: Volle Hybridkraft voraus

Mit dem »Artura« hat McLaren seinen ersten Sportwagen der GT-Serie mit Hybridantrieb vorgestellt – und beschreitet nicht nur in Sachen Antrieb Neuland. Auch bei Namen und Getriebe geht der Wagen voran. Hört sich nach dem Beginn von etwas Großem an – und sieht wirklich gut aus.
Text Marko Knab
Bild McLaren

»Das Leben wird nicht in Jahren, sondern in Errungenschaften gemessen.« Hat Bruce McLaren einmal gesagt. Im britischen Woking nehmen sie ihren Firmengründer beim Wort. Nicht nur, dass sie sich bei McLaren Automotive selbst als »Pionierunternehmen« bezeichnen. Sie lassen auch Taten auf Rädern folgen. Den Artura zum Beispiel. Der elektrisiert genauso wie sein Vorbild, der P1. Das Hybrid-Hypercar hat bereits 2012 die Kraft der zwei Antriebssysteme eindrucksvoll zur Schau gestellt. Und vergangenes Jahr ist mit dem Hyper-GT-Speedtail der mit 403 km/h Höchstgeschwindigkeit schnellste McLaren aller Zeiten in Produktion gegangen. Und trotzdem macht der Artura alles neu. Betont McLaren-Chef Mike Flewitt. Als erster Sportwagen aus Woking setzt er nämlich auf einen V6-Motor – mit „nur noch“ drei Litern Hubraum. Macht am Ende zwei Zylinder und mindestens einen halben Liter weniger als gewohnt. Ebenfalls neu ist das Chassis, das noch leichter als bisher ist und standardmäßig Platz für Hybridbauteile bietet. Das Ziel: Wie der P1 soll der Artura Vorreiter bei der Hybrid-Performance werden und der Konkurrenz davonfahren. Und das bitte nachhaltig.

Wie das mit der Sportlichkeit zusammengeht? Im Fall des Artura sehr gut: 585 PS aus dem Biturbo-aufgeladenen V6 werden mit 95-Elektro-PS kombiniert und feuern den Sportwagen in gerade einmal drei Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Der Trumpf des nach »Art« und »Futura« benannten Boliden ist dabei seine Leichtigkeit: Trotz Hybrid-System bringt er 1.498 Kilogramm auf die – nicht mehr als seine Wettbewerber, die er bei den Fahrleistungen lässig schlägt. Erreicht wurde das zum Beispiel durch ein besonders kompaktes und leichtes Doppelkupplungsgetriebe, das nur acht Vorwärtsgänge besitzt. In gewisser Weise steht die Schaltung beim Artura stellvertretend für das gesamte Auto: von jetzt an soll es nur nach vorne gehen. Wie man dann rangieren soll? An sich wahrscheinlich gar nicht – aber wenn nötig, dann übernimmt diese Aufgabe der Elektromotor. Am liebsten schiebt aber auch der mit dem V6 zusammen an – und gibt in Summe mit 680 PS Vollgas in Richtung Zukunft.





McLaren Artura
Motor: Sechszylinder-V6-Motor mit Doppelturboaufladung & Elektromotor
Hubraum: 2.993 ccm
Leistung: 585PS (430kW) bei 7.500 U/min (Benzinmotor)
95 PS (70kW)
Drehmoment: 720 Nm Systemleistung
0–100 km/h: 3,0 s
Vmax: 330 km/h
Preis: ab 226.000 Euro


Letzte Beiträge

Mister Nice Guy: ein Gespräch mit Matt Damon

Kein anderer spielt so virtuos den Biedermann und kaum einer ist in Hollywood erfolgreicher. Außerdem gilt Matt Damon als einer der nettesten Kerle der Welt. Im Interview sprechen wir mit dem 49-Jährigen über Rückschläge, echte Tränen und die Frauen in seinem Leben.

Siegertyp: »Red Dot Award« für den CUPRA Formentor

Streng genommen ist es ja so, dass man laut Straßenverkehrsordnung links überholen muss. Trotzdem gibt es die, die einfach mal so rechts überholen. Wie der CUPRA Formentor.

Polestar: Big Air mit Caja Schöpf

Rebellion kann politisch sein, persönlich – oder aber sportlich motiviert. Immer bewegt man sich im Grenzbereich, bricht Grenzen auf. Neuland. Caja Schöpf, eine der bekanntesten deutschen Ex-Profi-Freestyle-Skifahrinnen, betreut heute als Sportpsychologin andere Athleten. Weil Gewinnen immer im Kopf beginnt. Neues sowieso.

Hans Küng: Rebell aus Überzeugung

Hans Küng war Theologe – und Rebell. Mit seinen bisweilen provokanten Thesen hatte er sich die Versöhnung der gespaltenen Kirche seit der Reformation zur Lebensaufgabe gemacht. Dann gab es da noch seine Affinität zu Autos, konkret: seine Begeisterung für die Giulia aus dem Hause Alfa Romeo. Am 6. April ist Hans Küng im Alter von 93 Jahren in Tübingen verstorben.