Text: Michael Petersen
Bild: SSSZphoto
6 min

MINI John Cooper Works: Tunnel-Tunes

Wir tauschen Ausblick gegen Tunnelblick, bremsen an, geben Gas. Und stellen fest, dass sich so ein MINI John Cooper Works ganz wunderbar zum Musizieren eignet.

Passo San Boldo

Sie kennen den Begriff Wendetunnel? Gemäß Definition ändert sich mittendrin im Tunnel die Richtung von Schiene oder auch Fahrbahn. Das wohl eindrucksvollste Beispiel für einen Wende-tunnel findet sich am südlichsten Alpenrand. Gleich fünf 180-Grad-Kehren führen vom 706 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Passo San Boldo in der Region Venetien hinunter ins Tal. Und meist auch umgehend wieder hinauf. Denn für den aktiven Fahrer ist es schwer vorstellbar, diese spektakuläre Straßenführung nur einmal zu durchfahren und sofort danach hinter sich zu lassen. Erst recht, wenn er in einem so kurvengierigen Auto unterwegs ist, das wie kein zweites das berühmt-berüchtigte Gokart-Feeling serienmäßig verbaut hat. Und oben-drauf kommt in den Tunnelkompositionen der MINI-Sound voll zur Geltung. Für die Weiterreise: Vom Passo San Boldo bis nach Venedig an die Adriaküste sind es nur noch gut 90 Kilometer. Für den Hintergrund: »Straße der 100 Tage« wird der Passo San Boldo wegen seiner kurzen Bauzeit von nur drei Monaten genannt. Zwischen Februar und Juni 1918 sollen bis zu 1.400 Arbeitskräfte im Dreischicht-Betrieb das kühne Bauwerk erschaffen haben. Die Eile hatte kriegerische Gründe. Die österreichisch-ungarischen Truppen sollten bei drei in der Historie erwähnten Schlachten um den Fluss Piave mit schwerer Artillerie und Nachschub versorgt werden. Ziel der Donaumonarchie war es, die italienische Front zu durchbrechen. Gelungen ist das nicht. Die dritte Piave-Schlacht endete im November 1918 mit dem Waffenstillstand von Villa Giusti bei Padua.

Klangfestival dank Gebirgsverstärker

Wenn es an schönen Tagen auf schmalen Straßen plötzlich dunkel wird, ist alles vorbereitet für eine perfekte Soundkomposition: Der MINI John Cooper Works hat den nächsten Tunnel erreicht. Abgasanlage, Motorgeräusche und Ansaugsystem ergänzen sich wie Instrumente eines Orchesters zu einer aufregenden Sinfonie. Jedes Auto wird wiederum zum Musikinstrument mit eigenem Charakter. Beim MINI John Cooper Works arbeiten Motorenentwickler und Sound-Designer eng zusammen. Sie stimmen das Instrument, pardon, den MINI. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Kerniger Klang beim Gasgeben, der Fahrer fühlt die Beschleunigung nicht nur, er hört sie. Munteres Brabbeln aus dem Endrohr, sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Von einem »Schubblubbern« reden die Experten. Das Sounderlebnis ist längst kein Nebengeräusch mehr. Markterhebungen zeigen es: Der Klang eines Fahrzeugs spielt bei der Kaufentscheidung für einen Wagen eine immer größere Rolle. Die Soundkomponenten der Klangkünstler werden auch im Innenraum gut vernommen. So ist es gewollt. Und in unserem Falle ergibt sich ein typischer Markenklang, der Sound des MINI John Cooper Works.

Dieser Klang lässt sich genau messen, mit fein justierten Instrumenten. Und erst recht mit den Ohren! Wem das nicht ausreicht an einem schönen Tag mit flotter Fahrt über kleine Bergstraßen, der darf auf ganz natürliche Verstärker hoffen. Jeder Tunnel mit seinem ausgeprägten Hall vervielfacht das Klangerlebnis. Warum also nicht die Reiseroute nach Tunneln auswählen? Und schon sind wir wieder beim Passo San Boldo: Brabbeln beim Anbremsen, erst recht beim Runterschalten vor den Spitzkehren im Tunnel, mit viel Gas raus ins Licht. Geschulte Ohren wissen schon zuvor, wer in der kurzen Passage zwischen Tunnelausgang und der nächsten Einfahrt ins Klangfestival zu sehen ist. Und zu hören. Der MINI John Cooper Works ist als Kurvenkünstler mit Soundemotionen geschaffen für schönste Straßen, möglichst mit Tunnel!

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