Moonlight Drive: Tardigrade trifft Mond

Das Weltraumteleskop James Webb hat seine ersten Bilder an die Erde zurückgeschickt. Im Fokus dabei: zunächst noch der eigene Spiegel des Teleskops – und bald dann die Vergangenheit des Universums. Wie dagegen die Zukunft der Fortbewegung auf dem Mond aussehen könnte, zeigen uns Unternehmer Nico Müller und Fotograf Konrad J. Schmidt.
Text Matthias Mederer
Bild Konrad J. Schmidt

Das Motorradfahren auf dem Mond setzt eine schöne Tradition fort: Seit Jahrtausenden ist der Mensch fasziniert davon, Abenteuer anzutreten, von denen er nicht weiß, ob er jemals lebend zurückkehrt. Denken wir an Odysseus, an Jules Verne, an H.G. Wells oder gar an Elon Musk, der unbedingt zum Mars will.

Wobei man an dieser Stelle eher Isaac Asimov nennen sollte. Denn die Idee mit dem Mond-Bike stammt aus Russland, genauer gesagt von dem Moskauer Industriedesigner Andrew Fabishevskiy. Der stellte die Zeichnungen des Motorrads ins Netz, wo sie vielfach gelobt und geteilt wurden. Wer auch darauf aufmerksam wurde: Nico Müller, Co-Firmengründer von Hookie. Das Dresdner Unternehmen, das Müller mit seiner Frau Sylvia gründete, startete 2015 als Motorradmanufaktur und ist heute eher ein »Think Tank im Bereich Motorrad und urbane Mobilität«, wie Müller sagt.

Benannt ist das Mond-Bike nach dem Bärtierchen (engl. Tardigrade), einem extrem widerstandsfähigen Kleinstlebewesen.

Müller kontaktierte Fabishevskiy über Instagram und die Arbeit begann. Ganz irdisch. Die Leichtbau-Aluminium-Räder mit stabilisierendem Gitter, auf denen sich die Reifenkette befindet, wurden extra angefertigt, so auch die Radialdämpfer und der Hinterradantrieb. Und die Maschine fährt. Rein elektrisch natürlich. Und mit 15 km/h auch eher so im gemütlichen Boulevard-Modus. Aber dafür kommt man ganze 110 Kilometer weit. Und da der Mond ja viel kleiner als die Erde ist, sollte das auch kein großes Problem sein.

Ultraleicht-Materialien und einfach zu tauschende Reifen ohne Luft: Der Tardigrade wurde perfekt auf die Bedingungen auf dem Mond hin entwickelt.

Der Motor von E-Bike-Hersteller Cake wurdefür den selbst entwickelten Riemenantrieb desTardigrade angepasst, die Höchstgeschwindigkeit von 45 auf 15 Kilometer pro Stunde gedrosselt, um die maximale Reichweite von 90 auf 110 Kilometer zu steigern. Wegen der Forschungsausflüge, Sie wissen schon.


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