Nürburgring Classic: Kultur. Gut.

Beim Nürburgring Classic Event werden einzigartige Oldtimer im Renntrimm bewegt. Und Uhren getragen, die wertvoller sind als die Renner. Aber das ist wichtig.
Text Jack Weil
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Wer beim Nürburgring Classic Event durch das historische Boxengeviert des alten Fahrerlagers von 1927 schlendert und dabei den Blick schweifen lässt, über die historischen Fahrzeuge, die Menschen, wie sie an den Maschinen arbeiten, den befällt ein Gefühl, wonach es eine gesetzliche Verpflichtung geben sollte, zum Abhalten solcher Events.

Denn das Kulturgut Auto verträgt sich eben nur sehr bedingt mit einem sterilen Museum inklusive klimatisierter und gereinigter Luft. Das Kulturgut Auto muss atmen können, verbrennen dürfen und riechen – nach Öl und Benzin und Gummi. Und es muss fahren. Schnell. Langsam. Und vor allem Kurven. So wie bei den Nürburgring Classic. Und der Anspruch ist durchaus ernst zu nehmen: »Sei ein Rennfahrer für ein Wochenende«, lautet das Motto. 22 Rennserien und Sonderläufe mit fast 800 Startern, historische DTM-Fahrzeuge aus der „Golden Era“ sind da und viele bekannte Fahrer laufen herum.

Es befällt einen das Gefühl, wonach es eine gesetzliche Verpflichtung geben sollte, zum Abhalten solcher Events.

Wer Richard Mille, nicht nur die Marke, sondern eben auch den Namensgeber und Firmengründer kennt, der weiß um die Vorliebe dieses Mannes für Oldtimer und klassische Renn-Fahrzeuge. Gleichzeitig aber weiß er auch, dass Richard Mille bei Uhren bewusst nie auf Retrodesign setzt, sondern immer wieder nach neuen technischen Lösungen sucht, neue Materialien kombinieren will.

Das Kulturgut Auto muss atmen können, verbrennen dürfen und riechen – nach Öl und Benzin und Gummi. Und es muss fahren. Schnell. Langsam. Und vor allem Kurven. So wie bei den Nürburgring Classic.

Aus diesem Unterschied und gleichzeitig aus der Seltenheit einer Richard Mille und eines klassischen Oldtimer-Fahrzeugs bildet sich bei einem Event wie den Nürburgring Classics ein reizvolles Ambiente, gleichzeitig wird hier eben immer auch der Kulturauftrag erfüllt und die Sammlerleidenschaft bedient. Es gibt Kunden, die seit der Einführung einer der ersten Richard Mille RM001 vor über 20 Jahren ausnahmslos jede Uhr besitzen – und diese auch regelmäßig tragen.

Und so schließt sich der Kreis: Oldtimer und klassischer Rennfahrzeuge müssen gefahren werden. Uhren – und seien sie noch so teuer und exklusiv – sollten getragen werden.

Und zwar so oft wie möglich.


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