Text: Horst von Saurma
Bild: Infiniti
2 min

Retro-Roadster mit E-Antrieb: der Infiniti »Prototyp 9«

Eine Reise in die Vergangenheit - mit moderner Technik: Infiniti stellt uns in Pebble Beach einen Elektro-Roadster auf die Räder, der optisch auf Retro macht.Die Vergangenheit und die Zukunft auf einen Nenner zu bringen erscheint auf den ersten Blick zwar aussichtslos. Aber  es scheint zu  funktionieren – wie der von der Nissan-Tochter Infiniti  im Rahmen des  Pebble Beach Concours d´Elegance enthüllte Roadster beweist. Wie ein Grand-Prix-Rennwagen der 40er Jahre gestylt, ist der sogenannte  »Prototyp 9«  keineswegs  nur ein Nachbau alter Vorbilder, sondern laut seiner Macher ein von damaligen Roadstern  und Luftfahrzeugen zwar inspirierter, in seiner Konzeption aber hochmoderner Rennwagen. Hergestellt mit neuesten Materialien, aktuellen Verarbeitungstechniken und modernster Technologie. Nein, er ist nicht käuflich und er wird auch nicht in Serie gehen. Das fahrfähige Unikat ist laut Alfonso Albaisa, Senior Vice  President Global Design, das »Ergebnis nachfeierabendlicher Anstrengungen eines passionierten Teams von Mitarbeitern aus der gesamten Nissan Motor Corporation«  und bezeuge  von daher den herausragenden Unternehmergeist und die Leidenschaft bei Infiniti für herausragendes Design.

Unter der hochglänzenden, vordergründig  allein der  Zweckmäßigkeit untergeordneten Oberfläche sind die aktuellsten Entwicklungen aus der Abteilung »Advanced Powertrain« der Nissan Motor Corporation versammelt: neueste Batterietechnik und ein Elektromotor der kommenden Generation mit einer Leistung von 120 Kilowatt, sprich 163 PS und einem Drehmoment von 320 Newtonmeter. Ein Vorwärtsgang reicht, um den einsitzigen, 890 Kilogramm schweren Renner in 5,5 Sekunden auf Tempo 100 und  bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h zu treiben. Im »harten Renneinsatz« soll die Lithium-Ionen-Batterie eine maximale Fahrzeit von 20 Minuten erlauben.Chassis- und  fahrwerksseitig  geht es konventioneller, um nicht zu sagen: urtümlicher zu. Starrachse mit Längslenkern und Querblattfedern vorne und eine De-Dion-Achse hinten – jeweils mit  Querblattfedern. Hydraulische Rotationsdämpfer halten die Radbewegungen im Zaum und die Lenkung arbeitet ohne Servounterstützung. Hinter den 19-Zoll-Zentralverschlussfelgen verstecken sich keine – wie zu vermuten wäre – seilzugbetätigen Trommelbremsen, sondern klassische, unbelüftete  Scheibenbremsen ohne Bremskraftverstärker. ABS? Selbstverständlich nicht an Bord.

Die kultige Karosserie besteht aus Stahlblechteilen, die wie früher  um einen stählernen Leiterrahmen herum gewickelt sind.  Dennoch sind einige für die Marke Infiniti heute charakteristische Designelemente erkennbar:  der Doppelbogengrill und die an Haikiemen erinnernden Lufteinlässe hinter den Vorderrädern.

Der Designchef bringt es so auf den Punkt:  »Die ästhetische Ausführung  ist Ausdruck einer Kombination aus Kunstfertigkeit, handwerklichem Können und dem Bekenntnis zu einer fast schon romantischen Bewahrung unseres Erbes.«  Dazu muss man wissen: Der »Prototyp 9«  entstand in Anlehnung an eine Zeit, in der sich der Motorsport in Japan stark entwickelte. Ein Rennwagen namens Prince R380 brach 1965 mehrere nationale Geschwindigkeitsrekorde, bevor er 1966 beim Großen Preis von Japan auf dem Fuji Speedway den Gesamtsieg holte. Prince Motor Company gilt als Japans erster Premium-Hersteller und ist seit langem integrativer Teil der Nissan Motor Company.

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