Sauber abgeliefert: Wir treffen Max Missoni und den Polestar Precept

Wenn man eine neue Automarke gründet, kann man Dinge tun, die kein Vorgänger gewagt hat – auch mal eine Skulptur auf vier Rädern mit dem Namen Precept entwerfen. Weshalb ramp Chefredakteur und Herausgeber Michael Köckritz bei einem »Car Wash« mit Polestar Designchef Max Missoni auch die Formensprache der Studie herausarbeitet.
Text Marko Knab
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Der Schnittpunkt aus Kunst, Architektur, einem Putztuch und der Zukunft findet sich aktuell in Göteborg. Genauer gesagt: Einer Halle auf dem Campus der Volvo Car Group am Stammsitz Torslanda, nur einen Sprung entfernt vom strahlend weißen »Polestar Cube«. Und er heißt Precept. Ihn betrachten wir heute bei einem »Car Wash« mit Designchef Max Missoni. Was zunächst einmal die Frage aufwirft, was der Precept denn überhaupt ist? Auf den ersten Blick eine elektrische Studie mit besonders aerodynamischem und wegweisendem Design. Und für Polestar selbst zumindest kein klassisches Konzeptauto, sondern vielmehr eine Absichtserklärung. Eine, die die Prinzipien der Premium-Marke aus Schweden verkörpert – mit modernster Infotainment- & Sicherheits-Technik, nachhaltige Materialien inklusive.

Und für Designchef Max Missoni selbst? »Wir sprechen von einem Fastback, einem Grand Coupé oder einem GT mit extrem viel Platz in der zweiten Reihe«, erklärt er während dem Treffen mit ramp Chefredakteur und Herausgeber Michael Köckritz. Und dieser GT ist puristisch, aber gleichzeitig sinnlich. Auch den Begriff der »Skulptur« nutzt er bei der Handwäsche seines Polestar-Projekts. Was kein Zufall ist, wie sich bei der Frage nach seinen Einflüssen schnell zeigt: »Ich bin jemand, der sich von Architektur und zeitgenössischer Kunst inspirieren lässt.« Als Sohn eines Architektenpaars fast selbstverständlich. Zwar haben nicht alle seine Kollegen denselben Hintergrund, aber zumindest denselben Geschmack.

Maximilian Missoni ist der Sohn eines Architektenpaars. »In Graz bin ich praktisch mit Design aufgewachsen«, sagt er heute. Dem Industriedesign-Studium in Österreich folgte ein Studium am Royal College of Art in London. Von 2002 bis 2012 arbeitete er als Designer bei Volkswagen, bevor er zu Volvo wechselte. Seit Juli 2018 ist Missoni Head of Design bei Polestar.

Denn inzwischen machen Persönlichkeit und Stilgefühl mehr als das Portfolio aus: »Wir sind eine kleine Mannschaft, haben aber alle ein ähnliches ästhetisches Empfinden und wir inspirieren uns gegenseitig.« Was beim Precept wiederum perfekt funktioniert hat – denn am Ende steht ein Design zu Buche, das sich gewaschen hat. Und ein Auto, das ebenso in der bald erscheinenden Straßenversion überzeugen wird, ist sich Max Missoni sicher: »Auch mit der Serienvariante des Precept brauchen wir uns nicht zu verstecken. Die wird ein Biest.«




Lesen Sie das gesamte Interview mit Max Missoni jetzt in der ramp #55 – dort erklärt der Designer nicht nur, wie der Innenraum nachhaltig wird – sondern auch, was das Fahrzeug technisch und aerodynamisch prägt. Ach ja: die weiteren Pläne von Polestar verrät er uns auch.


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