Streifen, Stil & Schneiderei: Ein Besuch bei Paul Smith

Wenn jemand für mehr Farbe in der Modewelt gesorgt hat, dann war es Paul Smith. Im exklusiven Interview mit ramp Chefredakteur Michael Köckritz verrät der Designer, wie es zu seiner weltbekannten und gleichnamigen Marke kam, wie er arbeitet – und was guter Stil für ihn ist. Und wo kann man einen Menschen besser kennenlernen als in seinem Zuhause? Eben. Dort sind wir ihm begegnet.
Text Michael Köckritz
Bild Simon Upton / The World of Interiors © The Condé Nast Publications Ltd.

Keep it simple, but have fun. Ein Erfolgsrezept. Seinen Ursprung hat es 1970 in einem kleinen Laden in Nottingham. Heute ist daraus eine globale Marke geworden: Paul Smith. Eine Marke, in die der gleichnamige Designer und Gründer nach wie vor sehr involviert ist. Paul Smith ist einer der bekanntesten Modeschöpfer unserer Zeit – und gelegentlich lebt er seine Kreativität auch mal an einem Art Car aus. Wer aber ist dieser Sir Paul Smith? Kennt man den Mann, wenn man die Marke kennt? Schauen wir mal. Und zwar am besten dort, wo man einem Menschen wirklich nahekommt: in seinem Zuhause.

Wer einen Blick in Smiths Haus im Westen Londons wirft, in dem er seit drei Jahrzehnten mit seiner Frau Pauline Denyer lebt, der sieht: das passt. Es ist extrem stilsicher eingerichtet, nichts wirkt aufgesetzt, dafür besticht es mit einer wunderbaren Freude an Form und Klarheit. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass der passionierte Sammler Paul Smith seine zahllosen Schätze aus Rücksicht auf seine Frau nicht hier, sondern am Firmensitz hortet.

Hier lebt der Meister von Stil & Streifen: 1946 als Sohn eines Schneiders geboren, eröffnete Sir Paul Smith 1970 einen Modeladen. 1976 zeigte er seine erste Kollektion in Paris – der Rest ist Mode-Geschichte. Die Marke Paul Smith ist heute ein global agierendes Modeimperium. Für seine Verdienste wurde der Brite im Jahr 2000 zum Ritter geschlagen.

Trotz aller Klarheit: Auch in seinem Zuhause ist Raum für die kleinen Besonderheiten, die es – und damit auch den Menschen dahinter – erst wirklich interessant machen. So spielt Sir Smith auch in seinen eigenen vier Wänden gekonnt mit unterschiedlichsten Farb-Schattierungen. Wie eben bei seinem legendären »Signature Stripe«, dem farbigen Streifenmuster, das weltweit ikonisch für die Marke Paul Smith steht.

»Ich entscheide ganz instinktiv, ob ich annehme oder ablehne. Es gibt nichts Bestimmtes, was ich unbedingt machen will, aber ich bin immer daran interessiert, in ganz unterschiedlichen Branchen zu arbeiten, weil ich so viel lerne.«

Paul Smith

»Es gab nie den Plan, diesen Streifen zu entwerfen«, sagt Paul Smith über sein Markenzeichen. Es habe sich eben wie alles in seinem Unternehmen sehr organisch entwickelt. Inzwischen kennt es die ganze Welt, es schmückte auch zahlreiche Fahrzeuge und machte sie zu Art Cars. Auch die Fahrzeuge waren, selbstverständlich, nicht von langer Hand geplant, sondern entstanden eher spontan. Sagt zumindest Smith selbst: »Ich entscheide ganz instinktiv, ob ich annehme oder ablehne. Es gibt nichts Bestimmtes, was ich unbedingt machen will, aber ich bin immer daran interessiert, in ganz unterschiedlichen Branchen zu arbeiten, weil ich so viel lerne.«

Was für Paul Smith guter Stil ist, was ein Kneipenabend mit Kunststudenten mit seiner Karriere zu tun hat und mit wem er schon alles Golf gespielt hat (oder auch nicht)?

Das Erfahren Sie in Michael Köckritz' Exlusivinterview mit der Designerlegende, in der kommenden rampstyle #25.


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