Surf and drive – immer luftgekühlt

Ken Hake ist mit Surfen aufgewachsen und trägt Porsche im Herzen. Da liegt es nahe, dass er beide Leidenschaften zusammenführt. So ist Petro-Surf entstanden, ein Event auf Sylt für luftgekühlte Porsche und passionierte Surfer.
Text Michael Petersen
Bild Vince Perraud

Manche Menschen surfen, manche fahren alte Porsche. »Was machen Sie denn lieber?« Da ist der eloquente Hamburger Ken Hake für einen Moment sprachlos. Dabei ist die Frage durchaus berechtigt, schließlich ist Ken Hake Organisator einer Veranstaltung mit dem vielsagenden Namen Petro-Surf. Bereits dreimal trafen sich Eigner von luftgekühlten Porsche Neunelfer auf Sylt.

Hake und sein Organisationspartner Angelo Schmitt reden von zwei Welten. Hier der »kantigen Charme« der luftgekühlten Porsche-Szene und dort die alternative Surf-Kultur. Beide Welten vereint Petro-Surf durch den »Drang nach Freiheit, Individualismus und einer speziellen Sicht auf Ästhetik.«

Ach ja, eine Frage war noch offen, was denn nun, lieber surfen oder luftgekühlt fahren? Nach einigen Sekunden gibt Ken Hake preis: »Das Meer ist ein Stück weg von Hamburg, also vielleicht die Surferei? Oder doch der Luftgekühlte?« Hake braucht sich nicht zu entscheiden, er macht ja beides.

Klar surft Hake selbst. Das verwundert nun gar nicht, geboren auf Sylt ist er in Kalifornien groß geworden. Dort entstehen enge Kontakte zu »Luftgekühlt«, gegründet von dem amerikanischen Rennfahrer Patrick Long. Porsche-Fans wissen sofort, dass es bei Luftgekühlt alles um luftgekühlte Boxermotoren dreht, wie sie klassische Porsche antreiben, vom 356 bis zum letzten 993, der 1998 vom Band läuft. Hake bringt das Porsche-Happening »Luftgekühlt« nach Europa. Er selbst fährt einen 3,2-Liter Carrera aus dem Baujahr 1987.

Das Netzwerk ist somit in jeder Richtung ausgedehnt, Hake und Schmitt nutzen es für Petro-Surf und wählen Sylt als Austragungsort. »Gerade nicht Los Angeles oder Biarritz«, wie Hake anmerkt. Auf Sylt trauen sich Wassersportfreunde in den 1950er-Jahre zum ersten Mal auf die Welle, die Geburtsstunde des Surfens in Deutschland.

»Als alle Motoren liefen,
hat die Fähre gebebt.«

Ken Hake

Bei Vol. 3, der dritten Ausgabe der Show im Sommer 2021, füllen 75 Klassiker aus Zuffenhausen den Munkmarscher Hafen. Surfen alle Fahrer? »Nö«, antwortet Hake trocken. Aber das Ziel von Petro-Surf ist schon, dass »aktiv gefahren wird und aktiv gesurft wird.« Zum Weekend gehört ein kleiner Gleichmäßigkeitswettbewerb mit den Elfern und auch mit RC-Cars, Ausstellungen sind aufgebaut von mit Themen vom Surfboard, über »Surfen Cars«, diverse Kunst bis zum historischen Thema »Munkmarsch: Tor zur Welt«. Ein Petro-Surf Skipper-Meeting darf nicht fehlen, Livebands und der DJ am Abend ebenso wenig. Die »Farewell Tour« mit der Sylt-Fähre von List nach Römö in Dänemark rundet Petro Surf ab. Der Clou dabei: Die Fähre ist exklusiv gefüllt mit Luftgekühlten. »Als alle Motoren liefen, hat die Fähre gebebt«, sagt Ken Hake. Jeder an Bord hat gelächelt, mancher gejubelt.

Ach ja, eine Frage war noch offen, was denn nun, lieber surfen oder luftgekühlt fahren? Nach einigen Sekunden gibt Ken Hake preis: »Das Meer ist ein Stück weg von Hamburg, also vielleicht die Surferei? Oder doch der Luftgekühlte?« Hake braucht sich nicht zu entscheiden, er macht ja beides.


ramp shop


Letzte Beiträge

Built Different: Der Gordon Murray T50

Beim Members Meeting in Goodwood traf sich am Wochenende das Who is Who des Klassikmotorsports. Ebenfalls am Start war auch die von der Vergangenheit inspirierte Zukunft des Superportwagens. Kurz gesagt: der Gordon Murray T.50. Und ja, der hört sich noch besser an, als er aussieht.

Jo Stenuit: »Alles ist miteinander verbunden!«

Warum lässt sich die Mentalität der Belgier so wunderbar mit der in Japan in Einklang bringen? Und was hat das mit laut und leise zu tun? Sagen wir so viel: Es geht um das Kleine, das Große – und ums Design. Zu Besuch bei Jo Stenuit, Design Director bei Mazda Europe.

Out of Space

Stellen wir uns vor, wir reisen ein paar Jahre in die Zukunft. Und dann trinken wir einen Kaffee und stellen eine ganz einfache Frage. Sie lautet: Was ist eigentlich Raum?

ramp #55 - Watt? Nun.

Moin! Wir haben Freude. An den Norddeutschen. Die gelten gemeinhin als kühl und unnahbar. Überschwang ein Fremdwort. Zur Verfestigung des ersten Eindrucks trägt das Grußverhalten bei, den Norddeutschen genügt ein angedeutetes Nicken. Besonders gut gelaunte Exemplare lassen sich zu einem »Moin« hinreißen.