Tango auf Eis: die CUPRA Snow Experience

Tanzen auf Schnee und Eis ist alles andere als empfehlenswert – außer man sitzt am Steuer eines CUPRA Formentor VZ5, hat Spikes auf den Rädern und dabei ziemlich viel Spaß in Lappland. Das Kurz-Protokoll eines deutsch-spanisch-finnischen Rendezvous in Rovaniemi.
Text Marko Knab
Bild CUPRA

»Gas, Gas, Gas, Gas«, feuert mich der spanische Instruktor auf dem Beifahrersitz an. Der Fünfzylinder röhrt. »Now Brake, Brake haaaard«, lotst er mich in die enge Rechts. Gut, eigentlich lässt sich am Steuer niemand gerne sagen, wann er zu bremsen hat. Erst recht nicht, wenn man mit 390 Pferdestärken zugange ist. Aber hier und jetzt ist das in Ordnung. Schließlich wollen wir weder wie der Journalistenkollege vorhin im Schneewall landen noch den CUPRA Formentor VZ5 ins lapländische Leichtgehölz schicken. Das Lenkrad schnappt von links nach rechts, die fünf Töpfe schnurren wieder los. »Peeerrrrfect«, klingt es von rechts. Den Drift bis ins letzte hinausgezogen und die Fotografenkollegen am Kurvenausgang leicht eingeschneit. Wir fahren langsam vom Handlingkurs herunter und steigen aus.

Gut, eigentlich lässt sich am Steuer niemand gerne sagen, wann er zu bremsen hat. Erst recht nicht, wenn man mit 390 Pferdestärken zugange ist. Aber hier und jetzt ist das in Ordnung.

»You know, it’s like Dancing«, erzählt mir mein Coach. Ich hasse Tanzen. Böse Erinnerungen erwachen. Der Tanzkurs vor dem Abiball. Walzer, Gott bewahre. Das grenzte gefühlt an Körperverletzung damals. Aber jetzt? »Yeah, you’re absolutely right«, pflichte ich trotzdem bei. Aber er hat tatsächlich Recht: Das dynamische fahren auf Eis ist wirklich wie Tanzen. Aber eben Tango. Tango auf Eis. Hier geht es auch Zack-Zack, hin und her. Tatsächlich ist das Rezept denkbar einfach: Solange man konstant auf dem Gaspedal steht, zirkelt der Formentor konsequent und gut kontrollierbar auf genau der Bahn, die man mit den Vorderrädern (und dem eigenen Blick natürlich) vorgibt. Lastwechsel? Kein Problem: Schnell das Gas weggenommen und manchmal leicht die Bremse angetippt, schwingt sich das sportliche Crossover schnell ein. Jetzt geht es darum, die Energie schnell in den nächsten Drift zu tragen.

Das dynamische fahren auf Eis ist wirklich wie Tanzen. Aber eben Tango. Tango auf Eis. Hier geht es auch Zack-Zack, hin und her.

Ich gehe langsam um den Kurs. Allein der Mensch hinter dem perforierten Sportlenkrad muss hier im Kopf schnell genug schalten, das Steuer umlegen und wieder die Hinterräder zum Schlupf bringen. Oder wie Walter Röhrl es mal so schön formulierte: »Driften ist die Kunst, einen instabilen Zustand stabil zu halten.« Stimmt, Walter. Naja, und dass wir das heute auch mit einem brabbelnden Fünfzylinder und Allradantrieb machen? Nur folgerichtig, wenn man das mal konsequent weiterdenkt. Apropos weitergedacht: Dass man auch elektrisch Spaß haben kann, haben sie uns gestern auch gezeigt, hier in Rovaniemi. Sorry, Walter, da musst du ganz stark bleiben. Denn der CUPRA Born macht wirklich Freude. Und wird ganz im Röhrl’schen Sinne vom Antrieb geschoben. Nicht gezogen. Vernünftiges Auto. Und macht sogar Spaß.

Aber zurück in die Gegenwart: Vor mir wartet nämlich Jordi Gene, Tourenwagen-Ass und CUPRA-Chefinstruktor. Am Steuer eines Formentor zeigt der uns nämlich, was im Extremfall möglich ist. Extremfall meint hier aber nicht Tango auf Eis – sondern einen Formentor mit Raupenketten. Klar, das Thema quer ist damit erledigt.

Ist dann aber auch alles andere als Tango hier im Raupen-Formentor. Sondern eher so Preisklasse Heavy Metal und Moshpit. Hell? Yeah!


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