Targa statt Torte: Happy birthday, Alvaro Soler!

Heute feiert Alvaro Soler seinen 31. Geburtstag. Damit aus der krummen Zahl noch eine runde Sache wird, haben wir dem sympathischen Spanier den Schlüssel für einen Porsche 911 Targa in die Hand gedrückt. Ein paar Fragen hatten wir aber auch.

Creative Director: Michael Köckritz Titelbild: Till Brönner
BTS: Benjamin Tafel Interview: Wiebke Brauer


Herr Soler, Sie gingen mit zehn Jahren mit Ihren Eltern nach Tokio, haben in Barcelona Ingenieurswesen studiert, einen kometenhaften Aufstieg als Musiker hingelegt, Sie standen mit Jennifer Lopez auf der Bühne in Las Vegas. Fangen wir mal mit einer einfachen Frage an: Was wollten Sie eigentlich als Kind werden?
Als ich vielleicht acht Jahre alt war, wollte ich Videospieldesigner werden. Ich hatte einen Gameboy, spielte Pikachu oder eben das, was man damals so hatte. Aber es gab immer ein Limit, eine Grenze, die jemand definiert hatte. Entweder konnte man nur bis zu einem bestimmten Punkt laufen oder beispielsweise in einem Park nur rechtsherum. Das war der Grund für den Wunsch, weswegen ich Videospieldesigner werden wollte.

»Irgendwann entschied ich mich, Ingenieurswesen zu studieren. Design war mir wichtig, ich wollte kreativ arbeiten, weil ich ein sehr neugieriger Mensch bin und genau wissen will, wie etwas gemacht wird und funktioniert.«

Aber dann kam es anders, und wir reden hier noch nicht über Ihre Musik.
Ja, irgendwann entschied ich mich, Ingenieurswesen zu studieren. Design war mir wichtig, ich wollte kreativ arbeiten, weil ich ein sehr neugieriger Mensch bin und genau wissen will, wie etwas gemacht wird und funktioniert. Ich habe mich für Materialien interessiert und fragte mich, warum man sich für Plastik oder für Holz entscheidet. Was dazu führte, dass ich dann Autodesigner werden wollte. Dazu kam aber auch der Wunsch nach dem Gefühl, dass ich den Wind auf meinem Gesicht spüre. Das hatte etwas mit Geschwindigkeit zu tun, nicht unbedingt mit Schnelligkeit, eher mit Freiheit.

So, nun aber zur Musik.
Ich liebe Musik, sie ist in mir und bei mir. Als ich klein war, spielte ich Klavier, später Gitarre. Und ich wusste, dass die Musik für mich immer ein Safe Space, ein Ort der Sicherheit ist, an den ich zurückkehren kann. Falls es mir schlecht geht oder ich einen Ausgleich brauche. Nun war es so, dass ich in Spanien niemanden kannte, der Musik macht. Ich wusste auch nicht, dass man davon leben kann. Was der Grund war, weswegen ich dann erst mal etwas Richtiges und Ordentliches gemacht habe, wie man so schön sagt.

»Nun war es so, dass ich in Spanien niemanden kannte, der Musik macht. Ich wusste auch nicht, dass man davon leben kann. Was der Grund war, weswegen ich dann erst mal etwas Richtiges und Ordentliches gemacht habe, wie man so schön sagt.«

Alvaro Soler

Hatten Ihre Eltern da die Finger im Spiel?
Nein, das Fach habe ich mir wirklich selbst ausgesucht. Aber nach dem Studium brach in Spanien die Finanzkrise aus. Keiner aus meiner Klasse bekam einen Job. Die Praktika, die mir angeboten wurden, waren unglaublich schlecht bezahlt. Also beschloss ich, für zwei Jahre Musik zu machen und mich parallel mit Nebenjobs über Wasser zu halten. Die zwei Jahre waren eine Frist, die ich mir gesetzt hatte. Und innerhalb dieses Ultimatums hat es einfach geklappt. Was total verrückt war.

Sie wurden innerhalb von kürzester Zeit extrem erfolgreich. Wie kommt man da gefühlsmäßig hinterher?
Keine Ahnung. Vielleicht kann ich es gut verarbeiten, weil ich trotz aller Emotionalität ein sehr ruhiger Mensch bin. Natürlich erlebt man in kurzer Zeit sehr viele Dinge: Das beginnt mit dem Moment, in dem man das erste Mal auf der Straße erkannt wird. Oder der, in dem Menschen einen Song mitsingen. Der Moment, in dem man mit Jennifer Lopez auf der Bühne steht. Dazu kommen die Aufs und Abs. Anfragen, ob man mit jemandem einen Song macht. Die Absage in der nächsten Woche, weil es zeitlich doch nicht passt. Und wenn man als Person entspannter ist, lässt man sich davon nicht so sehr beeindrucken. Man darf sein privates Leben von dieser Achterbahnfahrt nicht abhängig machen, das ist wichtig.

Sie sagten vorhin, dass die Musik Ihr Ort der Sicherheit war. Was ist es jetzt?
Das ist in der Tat noch immer so. Das merke ich, wenn ich unterwegs bin, keine Gitarre dabei habe und mir etwas fehlt. Sitze ich wieder am Klavier oder habe eine Gitarre in der Hand, geht es mir sofort besser. Familie und Freunde spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. Sie sind mein Ausgleich zu der verrückten Welt. Und ganz normale Sachen wie Kochen, zum Supermarkt gehen oder Wäsche waschen.

Sie sind im Fernsehen, auf Instagram, im Netz und hoffentlich bald wieder auf einer Bühne – also sehr präsent. Wie trennen Sie den Künstler Alvaro Soler von der Privatperson?
Ich glaube, da ist gar kein so großer Unterschied. Das ist ein und dieselbe Person, egal ob wir jetzt miteinander sprechen oder ob ich auf einer Bühne stehe. Manchmal ist es natürlich seltsam, wenn meine Freunde eine Single von mir im Radio hören und jemand dort über mich sagt, dass ich auf Platz eins bin. Für meine Freunde bin ich eben Alvaro. Der früher ein bisschen nerdig war, mit dem sie auf der Uni waren, der immer ein bisschen schüchtern war.

»Manchmal ist es natürlich seltsam, wenn meine Freunde eine Single von mir im Radio hören und jemand dort über mich sagt, dass ich auf Platz eins bin. Für meine Freunde bin ich eben Alvaro. Der früher ein bisschen nerdig war« - Alvaro Soler

Schüchtern?
Ja, ich war früher wirklich sehr schüchtern. Obwohl ich keinen Grund dazu hatte. Aber da hat mir die Musik geholfen. Mein Charakter hat sich weiterentwickelt, ich mich als Person. Das ist schon etwas Schönes, dass die Musik eben nicht nur ein Job ist, sondern auch mit Gefühlen verbunden, die einen mitreißen. Und dass man durch die Musik etwas lernt und Lebenserfahrung mitnimmt.

Aber noch mal: Wo ziehen Sie die Linie zum Privaten?
Ach, das ist ganz gut hinzukriegen. Natürlich ist es so, dass man sich immer vornimmt, auf Instagram präsent zu sein und auch gerne Sachen postet. Aber der Trick besteht darin, Sachen zu posten, die Sinn ergeben. Und eben nicht jeden Blödsinn. (lacht)

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