The 911 of Inisherin

»The Banshees of Inisherin« (dt.: Die Todesfeen von Inisherin) ist ein Golden-Globe-prämierter Film über Freundschaft und das, was bleibt im Leben. Er ist aber auch eine Ode an Irland und seine einzigartige Landschaft. Wir waren mit einem Porsche 911 an einigen Drehorten. Eher durch Zufall. Oder vielleicht auch nicht.
Text Matthias Mederer
Bild Matthias Mederer · ramp.pictures

Kurz zur Handlung des Films. Irland, vor exakt 100 Jahren. Auf dem Festland der Bürgerkrieg, auf der abgelegenen Insel Inisherin dagegen geht das Leben so seinen gewohnten Gang. Ein bisschen Landwirtschaft und Käse, ab zwei Uhr gehen die Männer dann ins Pub einen trinken. Für viele Jahre ist das auch die Routine der beiden Freunde Pádraic (Colin Farrell) und Colm (Brendan Gleeson). Doch von heute auf gleich kündigt Colm Pádraic die Freundschaft, weil ihm sein Freund zu einfältig ist und Colm sich stattdessen lieber der Musik widmen möchte, um der Menschheit etwas Bleibendes zu hinterlassen, so wie Mozart, zum Beispiel.

Der gutmütige Pádraic ist am Boden zerstört und will sich damit nicht abfinden. Als Colm sich einen Finger abschneidet und ihm Pádraic gegen die Haustüre wirft, wird klar, dass Colm es ernst meint. Später schneidet er sich auch die anderen vier Finger seiner Hand noch ab. Spätestens an der Stelle dreht der Film in die brillant tragisch-komischen Höhen, die das Trio aus Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh, Colin Ferrall und Brendan Gleeson schon mit Brügge sehen … und sterben (2008) zu Kultgaranten werden ließ. Alleine Stirn und die Augenbrauen von Colin Ferrall spielen so genial, dass man ihnen eigenen Oscar verleihen könnte und zwar schon für den Moment, an dem seine geliebte Zwergeselin Jenny am abgeschnittenen Finger von Colm erstickt.

Es gibt keine Verfilmung von Romeo und Julia in der Romeo ärger um seine verstorbene Julia getrauert hätte, als dieser Pádraic um seinen Zwergeselin.

Der Film wurde im Jahr 2021 gedreht, die Kamera führte Ben Davis, der auch bei »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« und bei »7 Psychos« mit McDonagh zusammen arbeitete. Große Teile des Films wurden an der Westküste Irlands auf den Inseln Árainn und Acaill gedreht, auch, weil McDonagh dort große Teile seiner Kindheit verbrachte und diese Gegend einen prägenden Eindruck auf ihn hinterlassen hat.

Bereits zwei Jahre vor Beginn der Dreharbeiten waren wir schon mal in einem Porsche 911 (992) auf den Straßen Irlands und Nordirlands unterwegs. Unter anderem auch auf der R319 Richtung Keem Bay. Schon bevor der Film diesen Spot als zentralen Drehort auswählte, galt er als unbedingter Must-Seen-Spot. Das Haus an der Küste, das im Film als Wohnhaus von Colm Doherty dient und später von Pádraic angezündet wird, gibt es wirklich und gab es auch damals schon. Es wurde für den Film ein wenig an das Jahr 1923 angepasst. Die Aussicht von der Bucht auf das Meer blieb allerdings unverändert. Und sie wird es auch in Zukunft bleiben.

Wer eine detaillierte Auflistung der Drehorte und Tipps finden möchte, wie man an die endsprechenden Spots am besten gelangt, findet diese hier aufgelistet:


ramp shop


Letzte Beiträge

Daytona calling: der 24-Stunden-Guide

Dieses Wochenende steht das 24-Stunden-Rennen von Daytona an – und die Hersteller kommen aus aller Welt. Auch wieder am Start: Porsche, mit dem 963, der an die Erfolge der Gruppe-C-Legenden 956 und 962 anknüpfen soll. Aber auch die bayerischen Kollegen von BMW sind wieder dabei – wir fassen das Wichtigste zusammen.

Paul Newman: Blue-Eyed Cool

Er lebte ein Oscar-verdächtiges Leben: heute wäre Paul Newman 98 Jahre alt geworden. Über den, der Frauen und Filmkritiker gleichermaßen begeisterte, dabei auch noch schnell Autofahren konnte und einer Uhr ihren heutigen Spitznamen verpasste.

Porsche Vision 357: Hommage an den 356

Am 8. Juni 1948, vor 75 Jahren erhält der 356 „Nr. 1“ Roadster als erstes Automobil unter dem Namen Porsche seine Zulassung – die Geburtsstunde der Sportwagenmarke. Mit dem jetzt enthüllten Vision 357 startet Porsche in sein Jubiläumsjahr. Und wie.

Im Fokus: ein Gespräch mit Fotografin Amy Shore

Amy Shore ist eine der besten und bekanntesten Autofotografinnen Europas. Sie liebt klassische Automobile nicht nur, sie lebt sie. Die Frau hinter der Kamera kennen dennoch nicht so viele. Zum Auftakt der neuen ramp-Interviewreihe »Ich bin« lernen wir die 31-Jährige kennen. Ach ja – für die kommende ramp #60 hat die Britin übrigens auch eine Strecke produziert.