The Greatest – Muhammad Ali

Es gab eine Zeit, da stellten Menschen sich den Wecker, um einen Kampf mit Muhammad Ali live zu sehen. Und heute? Wäre die Legende achtzig Jahre alt geworden. Wir blicken auf den außergewöhnlichen Mensch und Sportler zurück – mit zwei ebenfalls außergewöhnlichen Bildbänden.
Text Marko Knab
Bild George Clerk / iStock.com

Er war der Mann der vielen Namen – und ist immer noch »The Greatest«: Dieser selbstgewählte Spitzname ist auf ewig mit Muhammad Ali verbunden. Nicht weniger als ihn schrie der 1942 in Louisville als Cassius Marcellus Clay Jr. geborene bei seinem ersten WM-Titel gegen Sonny Liston hinaus. Heute wäre er 80 Jahre alt geworden. Sein Weg zum Boxen? Führt über ein gestohlenes Fahrrad und den Wunsch, den Dieb zu verprügeln, zu Gold bei Olympischen Spielen 1960 – und von dort direkt in den Box-Olymp.

Kurz nach dem olympischen Gold wird Cassius Clay deshalb auch schon Profi – und wird 1963 von einem gewissen Steve Schapiro begleitet. Fünf Tage sind der junge Boxer und der Fotoreporter unterwegs – auf einem Roadtrip nach New York City. Dabei baut Schapiro ein besonderes Band zu Cassius Clay auf – und fängt einzigartige Momente ein. Der Fotoband »Ali« zeigt die persönlichen Bilder, die dabei entstanden: zwischen entspannten Schnappschüssen, albernen Posen und heimischer Zurückgezogenheit. Nur ein Jahr später nach den Aufnahmen folgt der erste Weltmeistertitel – im Kampf gegen besagten Sonny Liston. Was dann folgt? Die Konversion zum Islam, der neue Name, der »Ali Shuffle«, das provokante Tänzeln ohne Deckung, die Wehrdienstverweigerung und der Titelentzug – kurz gesagt der Karrierehöhepunkt, gefolgt vom großen Fall.

Steve Schapiro: ALI.
Text von Jack Olsen.
powerHouse Books. 50 $.



1970 dann die Kehrtwende: Ali kommt zurück – und ein Jahr später folgt »Der Kampf des Jahrhunderts«. Dreihundertmillionen Menschen verfolgen das Duell mit Joe Frazier gespannt bis angespannt vor ihren Flimmerkisten. 19.000 Zuschauer sehen das Spektakel sozusagen in 4K, sie sind live dabei im New Yorker Madison Square Garden, als Frazier »The Greatest« über 15 Runden lang in die Schranken weist und sich so am Ende zum Weltmeister unter den ungeschlagenen Weltmeistern aufschwingt. Das Ende von Ali? Mitnichten: 1974 schlägt er selbst George Foreman im »Rumble in the Jungle« K.O. und wird erneut Weltmeister, ein Jahr später revanchiert er sich bei Frazier und triumphiert beim »Thrilla in Manila«.



Unter anderem diesen epischen Boxsport-Momenten in Alis leben widmet auch Neil Leifer einen Bildband. Leifer ist es dabei in sechzig Jahren als Fotograf gelungen, die dialektische Anziehung des Boxsports authentisch einzufangen, das Anmutige ebenso wie die hemmungslose Brutalität im Ring. Halbseidene Promoter tauchen in seinen Bildern auf, auch die glamouröse Entourage darf nicht fehlen. Und eben auch Ali.


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