Vereinte Gegensätze: Kia EV6

Wenn man schon die Zukunft ins Heute holt, dann darf man dabei auch optisch ein bisschen klotzen. Macht jedenfalls Kia so mit dem »EV6«. Für ihren hochmodernen Stromer auf 800-Volt-Basis haben sie ihr bewährtes Design ins Morgen teleportiert – und das dient dann als Blaupause für all die Elektrofahrzeuge, die da noch kommen mögen.
Text Alfred Rzyski
Bild Kia

Was jetzt das Gegenteil der bekannten »Tigernase« von Kia ist, wissen wir nicht. Klar dagegen ist: Mit dem »EV6« hat sich die Marke eine neue Designsprache gegönnt, welche die markenprägende Front ins Zeitalter der Elektromobilität befördert. Die nennt sich »Opposites United« und führt beflissene Fans fernöstlicher Philosophie vermutlich schnurstracks zum Ying-Yang-Prinzip. Was sicher nicht verkehrt ist. Aber dabei haben es die Koreaner nicht belassen, sondern ihre »Vereinten Gegensätze« auf fünf Säulen platziert. Die nennen sich »Mut zur Natur«, »Freude aus Vernunft«, »Kraft zum Fortschritt«, »Technologie zum Leben« und »Spannung für Ausgeglichenheit«. Hört sich in der Theorie zumindest vielversprechend an.

In der Praxis stehen wir dann einem geschmeidigen, kompakten wie markanten Crossover gegenüber, der uns von vorne mit einem überarbeiteten, »digitalen Tigergesicht« anlacht – eine Weiterentwicklung des Kia-typischen „Tigernase“-Kühlergrills für die Elektro-Ära. Und die Gegensätze? Scharf gezeichnete Stilelemente ergänzen sich mit plastischen Formen, angefangen bei der dynamischen Front mit langgezogener Frontscheibe über die geschmeidigen Türen, die in ein stark konturiertes Heck übergehen, bei der das Leuchtenband schon fast wie eine scharfe Klinge hervorsticht. Um die Gegensätze in einem Satz zu vereinen: geschwungene Aerodynamik trifft auf prägnante Dynamik. Kann man definitiv nicht meckern. Ihren Vorsatz, »spannende Elektrofahrzeuge« zu entwickeln, haben sie hier schon mal gekonnt umgesetzt.

Passend zum digitalen Tigergesicht wurde auch der Innenraum »elektrifiziert«. Das Cockpit kommt extrem aufgeräumt daher. Fast alle Funktionen können über einen zentralen Touchscreen ausgeführt werden. Lediglich der Wählhebel für den Fahrmodus sowie die Klimaanlage bekommen einen Extra-Platz. Dieter Rams würde sich freuen. Technisch wiederum baut der »EV6« wie der »Ioniq 5« der Markenschwester Hyundai auf die E-GMP genannte Elektroplattform. Auch wenn Kia noch keine konkreten Daten des »EV6« veröffentlich hat, so kann man auf jeden Fall mit ähnlichen Leistungen wie beim jüngst vorgestellten Hyundai rechnen. Heißt: womöglich Heck- und Allradantrieb, aber vor allem die besonders effiziente und zügige Ladetechnik mit 800 Volt. Die neuen Kia sehen dann in Zukunft wohl nicht nur scharf aus, sondern sind auch noch beim Laden besonders schnell.


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