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Alles im Fluss: eine Hommage an das gute alte Holzhandwerk

Text
Wiebke Brauer/Jo Clahsen

Fotos
Ray & Kelly Siler/Sanborn Canoe Co.

Schwielen an den Händen. Dreck unter den Nägeln. Eine Blase vom stundenlangen Hobeln und Schleifen. Holzstaub auf dem Handrücken, fein wie Puder. Auf der Werkbank liegt ein Paddel, oder genauer: ein »handcrafted & handpainted wooden canoe paddle«. Todd Randall und Zak Fellmann stellen diese weich geschwungenen und fein marmorierten Kunstwerke her, vor fünf Jahren gründeten die beiden Cousins die Firma Sanborn Canoe Co. Die Jungs kommen aus Minnesota, tragen Holzfällerhemden und … na klar: Bärte.

Das mit der Geschichte von Sanborn Canoe Co. ist so eine Sache. Streng genommen haben Zak Fellmann und Todd Randall erst 2012 damit begonnen, sich ein Kanu zu bauen. Sie brauchten dafür den ganzen Sommer und verbrachten Nächte und Wochenenden mit der Arbeit an ihrem Kanu, ehe sie es auf das Wasser ließen. Und siehe da: das Kanu sank nicht. Die Geschichte von Sanborn Canoe Co. ist daher gut fünf Jahre alt. »Wir selbst allerdings sehen das eher so, dass wir auf eine rund 50-jährige Geschichte zurückblicken«, sagt Zak Fellmann. Schließlich habe der Großvater die beiden Cousins inspiriert mit seinen Geschichten aus den 1960ern. Ein altes Kanu des Großvaters samt selbstgemachter Paddels besitzen die beiden heute noch.

Es war nie ihre Absicht, aus ihrer Kanuleidenschaft ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das neben Booten auch sämtliches Rüstzeug anbietet, die ein echter Kanu-Trip so verlangt – ob Camping-Axt, Kaffee-Set, Schlafsack, Feuerset, Camping-Stuhl oder Kleidung für wilde Wasser. Das habe sich dann eben so ergeben. »Es ging uns eigentlich immer nur um unsere Sehnsucht nach offenen Gewässern und der Kameradschaft gemeinsam etwas zu schaffen.«

Damit liegen die beiden Amerikaner absolut im Trend unserer Zeit. Auch im dichtbesiedelten Mitteleuropa sind offene Gewässer ein idealer Generator zur Verwirklichung individueller Erlebnisse. Wie viel Wildnis es in Deutschland sein soll, darf jeder für sich selbst bestimmen. Ideale Bedingungen für ein Kanu-Abenteuer finden sich bei Trier auf der Mosel – hier besonders während der Schleusensperrzeiten im späten Frühjahr – oder rund um Neckarsulm auf dem Neckar und dessen wilde Nebenflüssen Kocher und Jagst. Dabei geht der Trend zum Wasserwandern, gezielt geplanten Kanutouren, ähnlich dem Wandern auf dem Festland. Wer über kein eigenes Kanu verfügt, findet zahlreiche Verleiher an diesen Flüssen.

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